«Die Goldmedaille überstrahlt alles»

Nachgefragt

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Der Eschliker Daniel Hubmann zieht nach den fürs Schweizer Team und ihn selber nicht den Vorstellungen entsprechenden WM in Estland Bilanz.

Daniel Hubmann, für das Staffelrennen hatten sich die Schweizer nochmals viel vorgenommen – und jetzt dieser fünfte Rang.

Eigentlich ist dieser fünfte Rang noch gut.

Das müssen Sie genauer erklären. Eine Medaille war klar die Vorgabe, wenn möglich Gold.

Aber wenn der Startläufer durch einen Vierminutenfehler ausser Rang und Traktanden fällt und als 17. wechselt, dann gelang es zumindest, den Schaden in Grenzen zu halten.

Sie übernahmen von Startläufer Fabian Hertner, wie gingen Sie mit der Situation um?

Da der Fehler gleich zu Beginn passierte, bekam ich das Ganze mit. Das war gut. Ich konnte mich 20 Minuten auf die neue Ausgangslage einstellen.

Worauf auch ein sehr solides Rennen gelang.

Richtig, meine Leistung war ziemlich gut. Ich liess auf dem Weg zum ersten Posten 30 Sekunden liegen. Danach lief ich sauber. Nur nützte das nur noch bedingt.

Wie fällt Ihre persönliche WM-Bilanz aus?

Die Goldmedaille vom Sprint überstrahlt alles. Letztes Jahr gewann ich zwar in jedem Rennen Edelmetall, aber nie Gold. Da fehlte etwas, das ich nun habe. Ich bin sehr zufrieden. Davon durfte ich nicht ausgehen, nachdem ich im Weltcup einen 15. Rang erreichte. Und ich spüre jetzt, was so ein Titel bedeutet. Er ist das Grösste. Rettet die ganze Saison. Lässt alles Weitere zur Nebensache werden. Ein Nachdoppeln fehlt, das schon, aber eine Bronzemedaille statt den Rängen 5 und 6 hätte nur wenig verändert.

Nicht erfolgreich waren Sie und das Team in den Walddisziplinen. Was sagen Sie dazu?

Wir hatten in den Trainingslagern viel investiert, vor allem in den Wald. Schade, dass es nicht klappte. Da muss ich, müssen wir als Team, analysieren und Schlüsse ziehen. Festhalten möchte ich aber auch: Unsere Zielsetzung von sechs Medaillen hatte mir immer etwas gar ambitioniert getönt. (gg)