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Die Geduld des ewigen Grünen Peter Sagan

Der Slowake Peter Sagan (29) wird in Chalon-sur-Saône Etappendritter und baut den Vorsprung in der Sprintwertung der Tour de France aus.
Tom Mustroph
Peter Sagan zeichnet eine neue Gelassenheit aus. Bild: Christophe Ena/AP (Chalon-sur-Saône. 12. Juli 2019)

Peter Sagan zeichnet eine neue Gelassenheit aus. Bild: Christophe Ena/AP (Chalon-sur-Saône. 12. Juli 2019)

Es war ein Sprint deluxe auf dem breiten Boulevard des Quai Gambetta gleich neben dem Fluss Saône im Osten Frankreichs. Das Peloton nutzte die volle Breite der Strasse. Die Sprintzüge der Teams Deceuninck Quick Step, Jumbo – Visma, Lotto Soudal und Bora hansgrohe suchten sich ihre Gleise, um ihre schnellen Männer beschleunigt in das Finale zu bringen. «Ich hielt mich am Rad von Dylan Groenewegen. Es war superschnell. Und Groenewegen und Caleb Ewan waren einfach schneller als ich», beschrieb Peter Sagan das Finale.

Von Enttäuschung war beim Slowaken keine Spur, auch nicht im Betreuerstab. «Wir wissen, dass bei den reinen Sprints hier immer zwei, drei Mann schneller sind als Peter. Es müsste zu 110 Prozent für uns laufen oder die anderen einen Fehler machen, damit er solche Sprints gewinnt. Heute haben sie keinen Fehler gemacht», bilanzierte Enrico Poitschke, sportlicher Leiter von Bora. «Peter war vorn dabei, er holte Punkte für das Trikot. Es ist alles bestens gelaufen.»

Krankheit und Scheidung belasteten Sagan

Gelassenheit herrscht bei Bora hansgrohe. Ein Grund dafür ist Geduld – die Geduld von Sagan und auch die Geduld des gesamten Betreuerstabs mit ihm. Im Frühjahr schien alles noch anders. Da schienen die Nachrufe auf Sagan bereits geschrieben. Keinen einzigen Sieg bei den Klassikermonumenten gab es für den Ex-Weltmeister. Er schien kraftlos. Manche Medien attestierten ihm Lustlosigkeit. Nur er selbst wusste, was mit ihm los war. «Ich war krank. Ich habe damals viel Gewicht in nur wenigen Tagen verloren. Mein Körper litt einfach darunter», erinnert sich Sagan an die vergangenen Monate. Wenig hilfreich war auch, dass im Jahr zuvor seine Ehe mit Katarina Smolkova geschieden wurde, nur wenige Monate nach der Geburt des gemeinsamen Sohns Marlon. Die Ruhe und der Schutz der Familie, die Radprofis auch brauchen, gerade dann, wenn es schlecht läuft, waren dahin.

Zur Ankerfigur in seinem Leben wurde wieder Vater Lubomir. «Er kommt viel zu den Rennen. Ich glaube, ich verbringe mehr Zeit mit ihm als mit allen anderen», scherzte Sagan. Mit einem Lachen nahm er auch wahr, wie sein Vater sich gefreut hatte nach seinem Sieg auf der 5. Etappe. Ein Video, das vom Tourorganisator gepostet wurde, zeigte einen vor Glück förmlich explodierenden Lubomir Sagan. Gefragt, ob er seinen Sohn eines ­Tages auch so bejubeln werde, wurde Sagan wieder ernst: «Ich will meinem Sohn nicht vorgeben, was er machen soll.»

Matthews steckt 
in mentaler Falle

Der einstige Witzbold des Pelotons wirkt gereift. Scherze macht er zwar noch immer. Aber vor allem zeichnet ihn eine neue Gelassenheit aus. «Es gibt gute Jahre und schlechte Jahre», ­sagte er vor seinem Etappensieg bei der Tour. Dem Jahr 2019 hatte er bis dahin das Attribut «schlecht» verliehen. Seither gewann er eine Touretappe. «Man muss auch warten können», meinte er nach dem Sieg.

Sagan schlüpfte nun zum 111. Mal ins grüne Trikot. Er baute den Vorsprung in der Sprintwertung um zehn Punkte aus und führt nun 56 Punkte vor dem Italiener Sonny Colbrelli. Der Weg zum siebten Gewinn dieses Wertungstrikots scheint frei. Denn der Einzige, der ihm gefährlich werden könnte, der Australier Michael Matthews, steckt in einer mentalen Falle. «Die Tour ist kein Rennen, in dem man zwei Wochen vor dem Start die Ziele ändern kann», murrte Matthews. Eigentlich sollte Tom Dumoulin Captain sein und Matthews sich auf zwei, drei Etappen konzentrieren. «Jetzt muss ich fast jeden Tag vorn sein. Das ist mental ­anstrengend», sagte er. Dem Stress des Kampfes um Grün scheint er nicht gewachsen.

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