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Die ganze Dahm

KREUZLINGEN. Der Künstlerin Helen Dahm richtet das Museum Rosenegg – wo sie 1878 geboren wurde – eine kleine Sonderausstellung aus.
Dieter Langhart
Helen Dahms Wasserträgerin ziert das Rosenegg-Plakat. (Bild: pd)

Helen Dahms Wasserträgerin ziert das Rosenegg-Plakat. (Bild: pd)

Helen Dahm gehört Kreuzlingen genau so wie Oetwil am See. In Egelshofen wurde sie 1878 geboren, in Oetwil ist sie, kurz vor ihrem 90. Geburtstag, gestorben. Dazwischen lagen Kinderjahre und Freundschaft mit dem späteren Maler Hans Brühlmann, mit 19 die Übersiedlung nach Zürich, Mal- und Zeichenkurse, ein Aufenthalt in München, wo sie Else Strantz kennen und lieben lernte.

«Helen Dahms Weg zur Kunst steht beispielhaft für den Werdegang von Künstlerinnen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die sich den Zugang zu diesem Metier oftmals mit grossen persönlichen Opfern erkämpfen mussten», sagt Barbara Stark, die Leiterin der Städtischen Wessenberg-Galerie in Konstanz, die zur Eröffnung der Ausstellung im Museum Rosenegg sprechen wird. «Denn ihre Entscheidung für die Kunst hatte in der Regel den Bruch mit den gesellschaftlichen Konventionen zur Folge und bedeutete, fortan eine Existenz als Aussenseiterin führen zu müssen.» Dazu bedurfte es Mut, Leidenschaft für die Sache und eines starken Glaubens an sich selbst.

Vitrine und Sonderschau

Das Museum Rosenegg zeigt einmal im Jahr zeitgenössische Kunst (zuletzt Philippe Mahler) und Werke eines verstorbenen Künstlers oder einer verstorbenen Künstlerin. Diesen Sommer ist Helen Dahm an der Reihe, die just in diesem Haus geboren wurde. Geplant hat Museumsleiterin Heidi Hofstetter die Ausstellung zusammen mit dem Helen-Dahm-Museum in Oetwil, und die beiden Häuser teilen sich in die Aufgabe: in Oetwil sind die Katzen, Affen und Wasserbüffel zu sehen, in Kreuzlingen Bildnisse.

In einem kleinen Raum im Obergeschoss, fest eingerichtet mit Vitrinen zu verstorbenen Kreuzlinger Persönlichkeiten wie Hans Weltin oder Ludwig Binswanger, zeigt das Museum Rosenegg eigene Memorabilien wie Helen Dahms Haarband oder ihre Totenmaske, aber auch Leihgaben aus Oetwil wie Fotografien.

Unübersehbar im Eingangsbereich dann ein grosses Bildnis mit Pinsel, ein Selbstporträt als Malerin, 1927 entstanden und ausgeliehen vom Kunstmuseum des Kantons Thurgau, das 1983 mit Helen Dahm seine Eröffnungsausstellung bestritt.

Für einmal Eintritt

Tausende von Bildern hat Helen Dahm in ihrem langen Leben gemalt; viele davon hängen in der Kunstsammlung der Stadt Zürich, die ihr als erster Frau den Kunstpreis verliehen hat. Heidi Hofstetter hat für die Schau im Rosenegg neunzehn davon ausgewählt, etwa gleich viele in Ittingen (das 151 Werke Dahms besitzt), dazu einige aus dem Fundus in Oetwil, aus privatem Besitz und aus der Sammlung der Stadt Kreuzlingen – Helen Dahm muss zusammengetragen werden, will man sich ein Bild ihres Œuvres machen.

Im Museum Rosenegg wird man das tun können, denn ganze 40 bis 45 Bilder werden zu sehen sein. Das kostet – für Versicherung und professionellen Transport. Einige der Mehrkosten dürfte die Stadt Kreuzlingen tragen, aber das Museum muss für einmal Eintritt verlangen und seine Werbung breiter streuen. Und publikumsfreundlich eröffnet es die Ausstellung an einem Sonntagmorgen.

Helen Dahm 1878–1968: Bildnisse. Eröffnung: So, 8.7., Museum Rosenegg, Kreuzlingen; bis 7.10. www.museumrosenegg.ch Helen Dahms Tiermotive: Helen- Dahm-Museum, Oetwil am See; geöffnet jeden ersten Sonntag des Monats, 10–13 Uhr; bis Oktober. www.helen-dahm.ch

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