Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Julian Alaphilippe lässt die Franzosen wieder jubeln

Der kletterstarke französische Klassikerspezialist Julian Alaphilippe setzt sich als Solist auf der ersten Alpenetappe der Tour de France 2018 durch. Das Leadertrikot verteidigt der Belgier Greg van Avermeat eindrücklich.
Tom Mustroph, Le Grand-Bornand
Der Franzose Julian Alaphilippe auf dem Weg zum Etappensieg. (Bild: Peter Dejong/Keystone (Le Grand-Bornand, 17. Juli 2018))

Der Franzose Julian Alaphilippe auf dem Weg zum Etappensieg. (Bild: Peter Dejong/Keystone (Le Grand-Bornand, 17. Juli 2018))

Yves Montand sang gerade in der Direktübertragung der Tour im französischen Fernsehen von einer Tonkonserve das Lied der Partisanen, als das Peloton am Denkmal der Partisanen auf dem Plateau des Glières vorbeifuhr. Ausgerechnet in diesem Moment hatte Chris Froome eine Panne und fiel auf dem ungepflasterten Weg zurück. Die Männer und Frauen, die am Strassenrand ein Partisanenlager reinszeniert hatten, wurden nun Augenzeugen, wie der Titelhalter allein hinter dem Feld herjagte.

Die Mannen um Sunweb-Captain Tom Dumoulin sorgten für Tempo, ganz, als sei ihnen die aufrüttelnde Kraft des Partisanenliedes in die Glieder gefahren und hätte sie belebt. Erst spät liess sich Sky-Helfer Wout Poels aus dem Peloton zurückfallen, um seinem Chef zu helfen. Es waren da noch 90 Kilometer zu fahren auf der 10. Etappe der Tour de France von Annecy nach Le Grand-Bornand. Und Froome schaffte problemlos den Anschluss. Er mochte sich an seine früheren Fahrten durch die Savannen Afrikas erinnert haben, und verfiel nicht in Panik. Das allerdings war auch schon der dramatischste Moment dieser ersten Alpenetappe. «Wir haben die Etappe kontrolliert. Es war wie erwartet. Morgen wird es sicher schwerer», meinte der Brite im Ziel.

Den Stempel drückte der Etappe zuvor der Mann in Gelb, Greg van Avermaet, auf. Er war gleich zu Beginn einer der Aktivsten und schaffte es so in die 21-köpfige Fluchtgruppe des Tages. Mit dabei war auch das Grüne Trikot von Peter Sagan. Während sich der Bora-Captain nach dem Gewinn der Sprintwertung wieder zurückfallen liess, hatte es Van Avermaet auf den Tagessieg und die glorreiche Verteidigung seines Leibchens abgesehen. Die Gruppe schaffte es, sich mehr als sieben Minuten abzusetzen. Nachführarbeit leistete – bis auf das Intermezzo vom Plateau des Glières durch Sunweb – fast ausschliesslich Sky. Der britische Rennstall arbeitete dafür, seinen Co-Captain Geraint Thomas in Gelb zu bringen. Van Avermaet hielt mit seinem unorthodoxen Ausreissversuch aber dagegen.

Alaphilippe darf sich gleich doppelt freuen

Wenig konnte der Belgier jedoch gegen die Tempobeschleunigungen des Esten Rein Taramäe (Direct Energie) und des Franzosen Julian Alaphilippe (Quick Step) ausrichten. Beide lösten sich aus der zerfallenden Spitzengruppe und erklommen als Erste den vorletzten Gipfel des Tages. Alaphilippe setzte sich auf der Abfahrt weiter ab und holte sich auch die Bergpunkte auf dem nächsten Gipfel. Ihm fiel so auch das gepunktete Bergtrikot zu. «Ich hatte das gar nicht geplant, war nur auf den Etappensieg aus. So bin ich doppelt glücklich», meinte der Franzose. Und die Franzossen feiern weiter: Nach dem WM-Titel im Fussball nun der Etappensieg durch Alaphilippe.

Das von Team Sky geführte Hauptfeld hatte offenbar nicht im Sinn, die Ausreisser einzufangen. Ins Ziel kam es mit 3:23 Minuten Rückstand an. Kleinere Tempobeschleunigungen auf dem letzten Berg, dem Col de la Colombiere, führten dazu, dass einige Klassement-Kandidaten den Anschluss verpassten. Katusha-Captain Ilnur Zakarin und Bora-Kletterer Rafal Majka verloren 51 Sekunden auf die Konkurrenz, der letztjährige Tour-Zweite Rigoberto Uran gar 2 Minuten und 36 Sekunden.

Van Avermaet baut seinen Vorsprung sogar aus

Van Avermaet hingegen kam vor dem Hauptfeld an und konnte seinen Vorsprung auf 2:22 Minuten auf den Briten Thomas ausbauen. «Ich freue mich, das Trikot einen Tag länger tragen zu können. Die Etappe am Mittwoch mit vier Anstiegen wird aber sicherlich zu viel für mich», meinte er.

Die planmässige Übergabe an Sky-Mann Thomas steht heutebevor. Am Donnerstag könnte beim Aufstieg nach L’Alpe-d’Huez eine erste Vorentscheidung im Klassement fallen.

105. Tour de France. 10. Etappe, Annecy–Le Grand-Bornand (158,5 km): 1. Alaphilippe (FRA) 4:25:27. 2. Izagirre (ESP) 1:34 zurück. 3. Taaramäe (EST) 1:40. 4. van Avermaet (BEL) 1:44. 5. Pauwels (BEL), gleiche Zeit. 6. Calmejane (FRA) 2:24. 7. Martin (IRL) 3:23. 8. Roglic (SLO). 9. Gaudu (FRA). 10. Thomas (GBR).

11. Bardet (FRA). 12. Kruijswijk (NED). 13. Yates (GBR). 14. Fuglsang (DEN). 15. Froome (GBR). 16. Dumoulin (NED). 17. Valverde (ESP). 18. Quintana (COL). 19. Nibali (ITA). 20. Landa (ESP), alle gleiche Zeit. – Ferner: 26. Jungels (LUX) 4:14. 31. Sakarin (RUS). 32. Majka (POL), beide gleiche Zeit. 34. Uran (COL) 5:59. 42. Frank (SUI) 10:52. 60. Küng (SUI) 18:52. 85. M Schär (SUI) 22:36. 87. Gilbert (BEL), gleiche Zeit. 89. Dillier (SUI) 25:03. – 165 Fahrer gestartet und klassiert.

Gesamtklassement: 1. Van Avermaet 40:34:28. 2. Thomas 2:22. 3. Valverde 3:10. 4. Fuglsang 3:12. 5. Jungels 3:20. 6. Froome 3:21. 7. Yates. 8. Landa, beide gleiche Zeit. 9. Nibali 3:27. 10. Roglic 3:36. 11. Dumoulin 3:42.

Ferner: 14. Bardet 4:11. 16. Quintana 4:29. 17. Martin 5:01. 22. Uran 7:08. 28. Alaphilippe 12:05. 39. Gilbert 21:36. 51. Frank 30:30. 52. Küng 30:58. 108. Dillier 52:37. 127. Schär 1:02:12.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.