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Kommentar

Die Fifa wählt bei der WM-Vergabe 2026 für einmal den Weg der Vernunft

Die WM 2026 findet in den USA, Mexiko und Kanada statt. Mit diesem Entscheid gewinnt die Fifa ein Stück Glaubwürdigkeit zurück. Ob nun US-Präsident Donald Trump seine Mauerpläne zu Mexiko überdenkt?
Jürg Ackermann

Um den WM-Entscheid 2026 zu bewerten, hilft ein Blick zurück. Im Dezember 2010 vergab die Fifa die Endrunde 2022 an Qatar. An den Bewerber mit dem mit Abstand schlechtesten Dossier. An ein Land ohne Fussballtradition und mit Temperaturen von bis zu 50 Grad im Sommer. An einen Staat, der mutmasslich Dutzende von Millionen Dollar in die Hand nahm, um seiner Kandidatur im korruptionsanfälligen Fifa-Exekutivkomitee Auftrieb zu geben.

Bei aller Sympathie für die Kandidatur Marokkos und bei der berechtigten Vermutung, dass am Schluss vor allem monetäre Gründe für «United 2026» sprachen: Die Fifa hat einen Entscheid gefällt, der den massiven Vertrauens- und Imageverlust nach den vielen Korruptionsaffären der vergangenen Jahre wenigstens ein Stück weit wettmachen kann. Die Abstimmung verlief transparent. Sie erfolgte nach langer Zeit erstmals wieder im Plenum und ist damit eines der wenigen glaubwürdigen Zeichen im Fifa-Reformprozess. Und vor allem: Den Veranstalter-Staaten drohen nicht wie an den WM-Endrunden in Südafrika, Brasilien oder jetzt in Russland Milliarden-Schulden, weil die Infrastruktur weitgehend vorhanden ist und die Fussball-Arenen auch nach 2026 gebraucht werden.

Die Olympischen Spiele diesen Februar in Pyeongchang standen am Anfang des Friedensprozesses zwischen Nord- und Südkorea. Wer weiss, vielleicht wirkt auch die WM 2026 in dieser Hinsicht Wunder und lässt US-Präsident Trump seine abstrusen Grenzpläne nochmals überdenken. Dass drei Länder eine Endrunde gemeinsam organisieren, von denen zwei durch eine Mauer getrennt sind, bleibt für viele unvorstellbar. Und die Mauer würde vor allem auch fundamental dem widersprechen, was die Fifa bei jeder Gelegenheit propagiert: Die WM-Endrunde als völkerverbindendes Fest.

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