Die Erwartungen bereits übertroffen

Die Silbermedaille hat Volley Amriswil auf sicher und das Saisonziel, ein Podestplatz in der NLA-Meisterschaft, bereits erreicht. Am 8. April geht die Playoff-Finalserie gegen Lausanne in die erste Runde. Ob die zurzeit verletzten Amriswiler dann wieder spielen können, ist noch offen.

Ralf Rüthemann
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Die Amriswiler NLA-Volleyballer beim Training in der Tellenfeldhalle. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Amriswiler NLA-Volleyballer beim Training in der Tellenfeldhalle. (Bild: Mario Gaccioli)

VOLLEYBALL. Zweimal ist Volley Amriswil schon Meister und viermal Vizemeister in der höchsten Schweizer Volleyball-Liga geworden. Jetzt soll der nächste Meistertitel folgen. Doch der Playoff-Finalgegner Lausanne wird es den Thurgauern nicht leichtmachen. Das letzte Spiel in Lausanne entschieden die Westschweizer klar für sich. Ein kleiner Trost: Amriswil war in diesem Spiel nicht zu 100 Prozent schlagkräftig, denn Stamm-Libero Marko Samardzic und Mitte-Angreifer Thomas Brändli fielen verletzungsbedingt aus.

Weiterer Vorfall im Training

«Ich hoffe natürlich sehr, dass ich an der Playoff-Finalserie gegen Lausanne wieder dabei bin», sagte Thomas Brändli am Dienstagabend, als er seinen Kameraden beim Training zusah. Brändli hatte sich beim letzten Heimspiel gegen Näfels am Fuss verletzt. Auch Marko Samardzic fällt seither aus. Er erlitt in der Zehnminuten-Pause dieses Spiels einen Schwächeanfall, schlug mit dem Kopf auf dem Lavabo auf und musste die Wunde im Spital nähen lassen. Ein weiterer Vorfall ging glimpflich aus: Ljubicic und Howatson stiessen am Dienstag im Training ihre Köpfe zusammen und hatten beide eine Platzwunde, sind aber bereits wieder einsatzfähig.

«Ich muss jetzt mal schauen, wie es mit meiner Verletzung weitergeht», sagt Thomas Brändli. Sollte Headcoach Ratko Pavlicevic erneut auf den 24-Jährigen verzichten müssen, wird er – wie beim Auswärtsspiel in Lausanne – wegen der Zwei-Schweizer-Regelung zu einigen Änderungen in der Formation seiner Mannschaft gezwungen sein.

Mit Teamspirit zum Erfolg

Brändli schwärmt vom momentanen Teamspirit. «Wir kommen hervorragend miteinander aus und haben einen sehr guten Zusammenhalt. Es war nicht immer so, vor allem jeweils gegen Ende der Saison.» Er sieht diesen Teamspirit auch als möglichen Schlüssel zum aktuellen Erfolg – nebst der Art und Weise, wie Headcoach Ratko Pavlicevic die Mannschaft formt. «Es ist etwas ganz anderes als in der vergangenen Saison. Pavlicevic ist sehr fordernd, manchmal hat man fast keine Energie mehr, ihm zuzuhören.» Der Headcoach behandelt alle Spieler gleich – egal ob Superstar oder nicht. So nimmt auch Präsident Peter Kummer die Art und Weise Pavlicevics wahr. «Wir haben über Teammanager René Zweifel und Sportlichen Leiter Marco Bär einen guten Draht zu Ratko Pavlicevic», sagt Peter Kummer. «Er ist ein sehr strenger Trainer und hat eine klare Linie.»

Nur nächstes Spiel im Fokus

Über den Meistertitel will Pavlicevic nicht reden. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Team, wir haben die Pre-Playoffs auf dem ersten Platz beendet. Das war nicht einfach», sagt der Serbe. «Wir werden nun unser Bestes geben, einige Spieler sind ja noch verletzt. Jedenfalls denken wir momentan nur ans nächste Spiel, weiter nicht.» Diese Einstellung hält Pavlicevic hoch. So war er auch verunsichert, als Volley Amriswil kurz vor den Pre-Playoffs den Top-Angreifer Bogdan Olefir verpflichtet hatte, wie Peter Kummer erzählt. «Pavlicevic glaubte, wir erwarten nun den Schweizer-Meister-Titel. Wir haben ihm dann klarmachen müssen, dass sich am vorgegebenen Ziel nichts ändert.»

Dieses Ziel, ein Podestplatz, hat Volley Amriswil mit dem Finaleinzug bereits erreicht. «Ich bin sehr zufrieden mit dieser Saison.» So viel kann Peter Kummer jetzt schon sagen. Ob es sogar für den Schweizer-Meister-Titel reicht, wird sich schon bald zeigen (siehe Kasten).

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