Die ersten und die letzten

Wir waren die ersten Kinder, die durchs Internet surften und die Telefonleitung blockierten. Wir machten als erste grosse Augen, als Super Mario plötzlich in Farbe über unser Gameboy-Display hüpfte. Wir, die heute 20- bis 30-Jährigen, waren die Pioniere der verpixelten Videospiele.

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Wir waren die ersten Kinder, die durchs Internet surften und die Telefonleitung blockierten. Wir machten als erste grosse Augen, als Super Mario plötzlich in Farbe über unser Gameboy-Display hüpfte. Wir, die heute 20- bis 30-Jährigen, waren die Pioniere der verpixelten Videospiele. Wir waren die ersten, die sich leuchtende Turnschuhe zu Weihnachten wünschten. Wir waren die jüngsten Fachleute, wenn es ums Bedienen eines DVD-Recorders ging, und lernten schnell, wie das Nokia 3310 funktioniert. Wir spielten Snake, schauten Catdog, schwärmten für Blümchen und Oli P. und gehörten damit zu den coolen Kids. Das Millennium machte uns keine Angst, es interessierte uns nicht, doch die Bravo-Hits-CD aus jenem Jahr werden wir nie vergessen.

Wir sind die letzte Generation, die die Strasse ihren Spielplatz nennen konnte. Die letzten, die mit ihrem Walkman in der Tasche das Leben meisterten und stundenlang Radio hörten, um Songs auf Kassette aufzunehmen. Wir sind die letzte Generation, die erst mit zwölf eine E-Mail-Adresse besass, ihre Schularbeiten noch auf Diskette speicherte und Dinge fragte wie: «Tauschst du dein Pikachu gegen meine Glumanda?»

Wir hatten kein Facebook und YouTube war uns völlig fremd. Aus Sicht der heutigen Jugend besassen wir so gut wie gar nichts. Doch für uns war es eine geile Zeit. (jsc/stm)