Die Entscheidung fällt beim Start

Trotz Programmänderung an der WM in Beaver Creek bleibt Carlo Janka die grösste Medaillenhoffnung von Swiss Ski für den Super-G der Männer. Dieser findet neu heute um 19 Uhr Schweizer Zeit statt.

Stefan Klinger/Beaver Creek
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Bild: STEFAN KLINGER/BEAVER CREEK

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SKI ALPIN. Es widerspricht jeglicher Logik, dass Carlo Janka die Kombination von Wengen gewonnen hat und gleichenorts in der Abfahrt Dritter wurde. Dass der 28-Jährige aus Obersaxen an der WM in Beaver Creek in Super-G, Abfahrt und Superkombination Medaillenchancen hat. Denn eigentlich bringt sich der Bündner durch seine Schwäche beim Start regelmässig selbst um die Chancen auf einen Podestplatz. Am auffälligsten wurde das im Super-G kurz vor Weihnachten in Val Gardena. Da verlor Janka – am Ende mit 0,68 Sekunden Rückstand auf Sieger Kjetil Jansrud Sechster – im Startabschnitt 0,71 Sekunden. Unterwegs war er also gar schneller als Jansrud. Und auch in der Abfahrt von Beaver Creek Anfang Dezember verlor Janka wegen seines mangelhaften Starts, der sich auf dem dort flachen ersten Abschnitt besonders drastisch auswirkt, ganze 1,2 Sekunden.

In Sonderschichten Starts geübt

Doch das soll nun alles der Vergangenheit angehören. Denn in den vergangenen Wochen haben der Athlet und sein Umfeld analysiert und getüftelt, was das Zeug hält. Mitte Januar absolvierte Janka gar ein Sondertraining mit seinem Coach Jörg Roten, einem Zeitnehmer und einem Kameramann, in der er dann 15-, 16mal ausschliesslich startete. Das Resultat: Ab sofort benutzt Janka einen anders als bisher gebogenen Stock, damit beim Abstossen nicht mehr so viel Kraft verpufft. Zudem versucht er, sich nun am Start ein wenig mehr wie Jansrud zu bewegen. «Wir haben uns Kjetil als Vorbild genommen», sagt Janka, «er ist schliesslich zurzeit der Schnellste, den es am Start gibt.»

Der schwache Start ist für Janka zwar nichts Neues, doch in den vergangenen Jahren hatte er eben gravierendere Sorgen. Nachdem seine Rückenprobleme und Herzrhythmusstörungen ausgestanden sind, er durch einen Markenwechsel vor Saisonbeginn seine Materialprobleme in den Griff bekommen hat und sich nun wieder auf Augenhöhe mit den Besten der Welt befindet, bleibt jetzt aber die Zeit für die Detailpflege.

Gutes Gefühl in Beaver Creek

Fortschritte machen sich bereits bemerkbar. «Die Formkurve zeigt aufwärts», sagt Janka. «Die Topfavoriten sind andere, aber ich habe keine schlechten Chancen.» Gerade in Beaver Creek, wo er 2009 innerhalb von drei Tagen Abfahrt, Superkombination und Riesenslalom gewann. Im Riesenslalom, da ist Janka Realist genug, ist ein Medaillengewinn ausser Reichweite. In Abfahrt, Super-G und Kombination könnte sich aber die Mühe fürs Detail in Medaillen auszahlen.

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