Die Entdeckung heisst Etoundi

Neun Spieler hat der FC St. Gallen vor oder während dieser Saison verpflichtet, zwei kamen von der U21 dazu. Nach zwei Dritteln der Meisterschaft ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Welche Transfers haben sich gelohnt und welche (noch) nicht?

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Franck Etoundi hat für den FC St. Gallen nicht nur viele Tore erzielt, sondern ist auch eine wichtige Anspielstation in der Spitze. (Bild: Urs Jaudas)

Franck Etoundi hat für den FC St. Gallen nicht nur viele Tore erzielt, sondern ist auch eine wichtige Anspielstation in der Spitze. (Bild: Urs Jaudas)

Atila. Der Verteidiger gilt als grosses Talent. Bisher war der 21jährige Brasilianer aber meistens verletzt, daher ist eine Einschätzung seines Könnens nicht möglich.

Franck Etoundi. Acht Tore hat der pfeilschnelle Kameruner bisher erzielt und ist damit der zweitbeste Torschütze des Teams. Der 21-Jährige ist allerdings nicht nur als treffsicherer Stürmer wichtig, sondern auch als (zuweilen einzige) Anspielstation in der Spitze, welche die Bälle behaupten kann. Etoundis Möglichkeiten sind bestimmt noch nicht ausgeschöpft, seine Verpflichtung hat sich daher gelohnt. Es gibt nur einen Unsicherheitsfaktor: Etoundi ist sehr verletzungsanfällig.

Dejan Janjatovic. Der Mittelfeldspieler wartet noch auf seinen ersten Einsatz. Daher ist es unmöglich zu beurteilen, ob sich der langjährige Vertrag (bis 2016) für den 20jährigen Deutsch-Serben wirklich lohnt.

Ilija Ivic. Schaffte von der U21 den Sprung in die Challenge-League-Mannschaft. Der polyvalent einsetzbare Spieler durfte im Cup gegen Winterthur erstmals von Beginn weg spielen und überzeugte. Ein Versprechen für die Zukunft.

Gabriel Lüchinger. Stiess von der U21 in die erste Mannschaft, ist noch ohne Einsatz in der Challenge League. Er hat mit seinen 19 Jahren aber auch noch Zeit.

Marco Mathys. Der 24jährige Offensivspieler, der im Winter vom morgigen Gegner Biel nach St. Gallen kam, deutete an, dass er eine Verstärkung sein kann. Es hat sich aber auch gezeigt, dass er sich im Zentrum weitaus wohler fühlt als auf der Seite. Deshalb muss er sich seinen Platz im Team erst noch erkämpfen.

Philippe Montandon. Den Verteidiger wieder nach St. Gallen zu holen hat sich gelohnt. Montandon spielt eine gute Saison, ist bislang der konstanteste Verteidiger. Montandon ist auch im Aufbau bemüht, spielt meist einen sauberen ersten Pass. Der 29-Jährige gerät nur dann wirklich in Schwierigkeiten, wenn er einen schnellen Gegenspieler hat. Meistens kann er diesen Nachteil aber mit seiner Erfahrung wettmachen.

Simon Roduner. Der Verteidiger ist entweder verletzt oder muss sich auf der rechten Abwehrseite hinter Ivan Martic oder Pa Modou Jagne anstellen. Dass der 27-Jährige erst zwei Spiele absolvieren durfte, macht deutlich: Roduner von Wohlen in die Ostschweiz zu holen, hat sich nicht gelohnt.

Martin Stocklasa. Der Liechtensteiner ist solid, mehr aber auch nicht. Zu oft hat der 32-Jährige Mühe im Spielaufbau, zudem musste er sich doch einige Male überlaufen lassen. In der Luft ist er allerdings eine Macht. So trug er doch auch dazu bei, dass der FC St. Gallen in 20 Meisterschaftsspielen erst 16 Gegentreffer hinnehmen musste.

Bruno Valente. Der portugiesische Stürmer ist bisher nicht über die Jokerrolle hinausgekommen. Er erzielte zwar fünf Treffer, doch an Etoundi und zuletzt an Nico Abegglen kommt er nicht vorbei. Deshalb muss die Frage gestellt werden, weshalb er verpflichtet wurde. Schliesslich gab es mit Sven Lehmann vor dessen schwerer Verletzung auch einen jungen Stürmer, welcher die Jokerrolle hätte besetzen können. Valentes Vertrag läuft im Sommer aus, wenn er nicht auf eine bestimmte Anzahl Spiele kommt. Sollte er diese Zahl nicht erreichen, ist eine Verlängerung nicht nötig.

Timon Waldvogel. Der 20jährige Torhüter wurde als Nummer drei verpflichtet. Über diese Rolle ist der ehemalige Wiler wie erwartet nicht herausgekommen.

Markus Zahnd