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Die einzige feste Grösse im Turnier – seit einer Ewigkeit

Ein Jahr nach ihrer Finalniederlage mit heftigen Nebengeräuschen gehört Serena Williams an den US Open wieder zu den Favoritinnen.
Doris Henkel aus New York
Serena Williams will sich am US Open ihren 24. Grand-Slam-Titel holen. (Bild: EPA)

Serena Williams will sich am US Open ihren 24. Grand-Slam-Titel holen. (Bild: EPA)

Zu den spannendsten Dingen rund um Serena Williams gehört der komplette Wechsel zwischen der elektrischen Spannung, die während ihrer Spiele wie Starkstrom fliesst, und dem bisweilen deutlich zur Schau getragenen Ennui in der Stunde danach.

So wie bei ihrem ersten Auftritt dieser Tage, als sie in weniger als einer Stunde nach guter alter Tradition das Spiel von Maria Scharapowa in Einzelteile zerlegte und wenig später in der Pressekonferenz den Eindruck machte, als falle sie in Apathie fast vom Stuhl.

Vor allem bei einer Frage, die unvermeidbar war; sie wurde gebeten, eine Entscheidung des US-Tennisverbandes zu kommentieren, der mitgeteilt hatte, der portugiesische Stuhl-Schiedsrichter Carlos Ramos werde während des Turniers keines ihrer Spiele und auch keines ihrer Schwester Venus leiten.

Ramos ist jener Mann, der sie 2018 im chaotischen Final gegen Naomi Osaka wegen diverser Vergehen dreimal verwarnt hatte, und der danach hart kritisiert worden war, vor allem von ihr selbst. Dass die meisten neutralen Beobachter damals fanden, der Mann habe die Regeln befolgt und das Richtige getan, half Ramos nicht viel. Er tat, was von ihm verlangt wurde und schwieg, sass aber seither bei keinem Final eines Grand-Slam-Turniers mehr auf dem Stuhl.

Und wie lautete nun also Serena Williams’ Antwort auf die Frage nach einer Reaktion in Sachen Ramos? «Yeah», sagte sie, «ich weiss nicht, wer das ist.» So viel dazu.

Carlos Ramos sorgte vor einem Jahr für viel Unmut bei Serena Williams. (Bild: AP)

Carlos Ramos sorgte vor einem Jahr für viel Unmut bei Serena Williams. (Bild: AP)

Bei ihrer Rückkehr ins grösste Tennisstadion der Welt wirkte sie deutlich überzeugender, bis in die Spitzen ihrer Mähne motiviert. Es sah so aus, als habe ihr die Auslosung einen Gefallen getan mit Scharapowa als Gegnerin, gegen die sie immer von der ersten Sekunde eines Spiels an bei der Sache ist. So stark wie an diesem Abend vor ausverkauftem Haus hatte man sie lange nicht gesehen, jedenfalls nicht in diesem Jahr. Hinterher sagte sie, ihrem Rücken gehe es wieder gut. Seit ihrer schmerzbedingten Aufgabe im Final von Cincinatti habe sie die Zeit zum Training genutzt und sei zufrieden.

Änderungen im Nachgang von «Serena Gate»

Wie sehr das letzte Spiel des Frauenturniers vom vergangenen Jahr noch in ihren Gedanken präsent ist, wird sie vermutlich nicht verraten. Aber es führte neben einer üppigen Sammlung unterschiedlichster Diskussionen bis zum heutigen Tag, auch zu einer Änderung im administrativen Bereich bei den US Open. Um die Aktionen der Stuhl-Schiedsrichter transparenter zu machen und den Zuschauern näherzubringen, werden die Verwarnungen diesmal neben dem Spielstand und anderen Informationen auf der elektronischen Anzeigetafel angezeigt.

Und sollte es Erklärungs-bedarf geben, dann werden der deutsche Supervisor Sören Friemel oder Oberschiedsrichter Jake Garner aus den USA – beide neu in dieser Funktion – während des Spiels oder danach im TV die Entscheidung der Frau oder des Mannes auf dem Stuhl analysieren. Die Absicht ist klar: Wissen ist Macht, und Wissen trägt zur Beruhigung bei, wenn die Stromleitungen explodieren.

Fest steht einstweilen, dass Serena Williams in einem Turnier mit vielen, vielen Variablen irgendwie die einzige feste Grösse ist, und das allein ist nüchtern betrachtet eine bemerkenswerte Geschichte. Eine kleine Ewigkeit von genau 20 Jahren nach ihrem ersten Titelgewinn bei diesem Turnier.

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