Die Chancen auf den Kranz

SCHWINGEN. Manuel Strupler (Weinfelden) ist am Schwingfest als Technischer Leiter der Thurgauer im Einsatz. Eine Prognose, wer König wird, und was seine Athleten machen, sei schwer abzugeben.

Remo Fuchs
Drucken
Teilen
Das waren noch Zeiten: Manuel Strupler (weiss) legt im Jahr 2007 auf dem Ricken den Sirnacher Daniel Bösch auf den Rücken. (Bild: Ennio Leanza)

Das waren noch Zeiten: Manuel Strupler (weiss) legt im Jahr 2007 auf dem Ricken den Sirnacher Daniel Bösch auf den Rücken. (Bild: Ennio Leanza)

Die Zahlen vom heute beginnenden Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf sind eindrücklich zu lesen. 52 013 Zuschauer fasst die Emmental Arena, das grösste (temporäre) Stadion, das in der Schweiz je gebaut wurde. Diese Zuschauerzahl kam nicht zufällig zustande. Die 5 steht für die 5 Teilverbände des Schwingerverbandes, 2013 bezeichnet das Jahr der Austragung.

250 000 Einzelteile wurden für den Aufbau der Arena verwendet, die von der Thurgauer Firma Nüssli aufgebaut wurde. 4000 Helfer haben die Organisatoren für das Schwingfest rekrutiert. 1200 kg wiegt der Siegermuni «Fors vo dr Lueg». Beim gigantischen Fest rühren auch die Thurgauer mit der grossen Kelle an. Gleich zehn Schwinger (zwei Ersatz) spielen im Konzert der 278 Schwinger mit – so viele wie noch nie zuvor.

Seit Donnerstag vor Ort

Manuel Strupler, der Technische Leiter der Thurgauer Aktiven, ist bereits seit Donnerstag in Burgdorf. «Die Schwinger reisten individuell an. Alle mussten sich spätestens gestern um 17 Uhr im NOS-Zelt versammeln. Da gab es erste Informationen», erklärt der Weinfelder am Handy. Der 33-Jährige war selbst an drei «Eidgenössischen» als Aktiver dabei. Eigentlich hätte das Jahr 2010 für Manuel Strupler mit dem ESAF vor seiner Haustüre in Frauenfeld sein Karrierehöhepunkt werden sollen. Doch seine Schulter machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Seine Erfahrungen gibt Strupler nun weiter. In Burgdorf steht er als einziger offizieller Betreuer der Thurgauer im Einsatz. «Eigentlich bin ich das Bindeglied zu den Athleten», erklärt der Weinfelder. Die Anspannung ist schon eine Weile da: «Von aussen zusehen ist viel schlimmer als selber im Einsatz stehen.»

Was erwartet der «Eidgenosse» von seinen Schützlingen? «Dies ist wie beim Schwingerkönig sehr schwierig zu prognostizieren. Wenn die Hälfte der Thurgauer bis am Sonntag alle acht Gänge bestreiten kann, dann wäre dies super.» Wenn alles ideal läuft, traut er am ehesten Stefan Burkhalter, Tobias Krähenbühl und Beni Notz den Kranz zu. «Natürlich haben auch andere das Potenzial, Eichenlaub zu holen. Es kommt immer auf die Einteilung an», sagt der Technische Leiter.

«Geile Stimmung»

Natürlich will Strupler die Zeit im vollen Stadion auch ein wenig geniessen. «Die Stimmung ist halt schon geil, wenn du einen Gang gewinnst und dann der ganze Ostschweizer Sektor jubelt», macht der Betreuer seinen Athleten Mut. Wem traut er am Schluss den Königstitel zu? «Die Spitze ist unheimlich breit. Für mich ist Christian Stucki ein heisser Kandidat. Behaupten, dass ein Berner König wird, würde ich aber nicht. Sie sind sicher in der Poleposition.»

Manuel Strupler (Bild: pd)

Manuel Strupler (Bild: pd)