Die Chance verpasst

Handball. Die Schweiz unterliegt gegen den Weltmeister Deutschland in St. Gallen trotz einer guten Leistung knapp. Für das Team von Dragan Djukic wäre vor 3100 Zuschauern mehr möglich gewesen.

Marco Ellenberger
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Mathias Oltmanns (Mitte) setzt sich gegen die Deutschen Frank Van Behren (links) und Andrej Klimovets durch. (Bild: ky/Regina Kühne)

Mathias Oltmanns (Mitte) setzt sich gegen die Deutschen Frank Van Behren (links) und Andrej Klimovets durch. (Bild: ky/Regina Kühne)

Als der Deutsche Timo Salzer eine halbe Minute vor Schluss mit seinem Treffer zum 23:21 die Partie endgültig entschied, hatte sich der Favorit wie erwartet durchgesetzt. Dass der Weltmeister aber nicht mit einer Niederlage aus St. Gallen abreisen musste, lag vor allem an der fehlenden Cleverness der Equipe von Dragan Djukic. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren die Schweizer dem Weltmeister ebenbürtig – und nur die ungenügende Chancenauswertung verhinderte einen Erfolg.

Der Weltmeister mit Mühe

Das Schweizer Nationalteam war bereits gut in die Partie gestartet und überzeugte mit einer starken Defensivleistung. Der Deutsche Rückraum kam gegen das offensive 3-2-1 des Heimteams nur mit Mühe ins Spiel. Frank von Behren und Holger Glandorf kamen kaum zum Abschluss und der Weltmeister erzielte seine Tore in der ersten Viertelstunde lediglich vom Flügel oder per Gegenstoss. So lag das Team von Dragan Djukic bis zur elften Minute in Führung, ehe eine deutliche Steigerung der deutschen Mannschaft zu erkennen war. Über den 21jährigen Flügel Uwe Gensheimer, der fünf der ersten acht Treffer für den Weltmeister erzielte, fand das Team von Heiner Brand besser ins Spiel. Und weil die Schweizer in der Folge aus besten Positionen am immer stärker werdenden Goalie Henning Fritz scheiterten, zog Deutschland mit fünf Toren in Serie bis zur 19. Minute gleich auf 8:4 davon. Djukic bezog in der Folge sein Time-out und stellte in der Defensive auf ein 6-0-System um. Durch diese Massnahme glich sich das Spiel wieder aus und der Rückstand wurde bis zur Pause nicht mehr grösser.

Furioser Start nach der Pause

Wer aber glaubte, dass der Weltmeister den Sieg in der zweiten Halbzeit souverän über die Zeit bringen würde, sah sich schnell getäuscht. Die Schweizer starteten nach der Pause furios, schafften den Anschluss und glichen nach 40 Minuten durch Manuel Liniger gar wieder aus. Die Deutschen, die nicht kaschieren konnten, dass die Mannschaft noch nicht oft in dieser Zusammensetzung gespielt hat, begingen überraschend viele Fehler und konnten sich bei ihrem überragenden Torhüter Henning Fritz bedanken, dass die Schweizer nicht sofort die Führung übernahmen. Das Team von Djukic verteidigte weiter stark und war mit dem Weltmeister auf Augenhöhe.

Es lag nur an der ungenügenden Chancenauswertung, dass es am Ende nicht zur Überraschung reichte. «Wir haben eine grosse Chance verpasst», sagte Kreisläufer Marco Eggenschwiler. «Es war insgesamt sicher eine starke Leistung von uns, aber leider hat in den entscheidenden Situationen etwas die letzte Konsequenz gefehlt.» Die Schweizer schafften es so trotz guten Möglichkeiten nicht mehr, die Führung wieder zu übernehmen. Auch wenn die Schweiz mit der Leistung auf jeden Fall zufrieden sein darf, blieb gestern dennoch die Erkenntnis, dass mehr als nur eine ehrenvolle Niederlage möglich gewesen wäre.

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