Handball
Die Besten des Schweizer Handballs – wird St.Otmars Andrija Pendic MVP?

An den Swiss Handball Awards geht Andrija Pendic als Favorit auf den MVP-Titel ins Rennen – weitere Ostschweizer dürfen hoffen.

Ives Bruggmann
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St.Otmars Andrija Pendic steigt als Favorit in die Wahl zum wertvollsten Spieler der NLA.

St.Otmars Andrija Pendic steigt als Favorit in die Wahl zum wertvollsten Spieler der NLA.

Benjamin Manser

Handball ist eine Teamsportart. Vieles muss in einer Saison zusammenpassen, wenn am Ende der Meistertitel das Resultat der Arbeit sein soll. Und dennoch gibt es immer wieder Spielerinnen, Trainer oder Schiedsrichter, die aus der Masse herausstechen. An den Swiss Handball Awards, die am Donnerstagabend verleiht werden, stehen für einmal individuelle Leistungen im Vordergrund.

Zahlreiche Ostschweizer Akteurinnen und Akteure dürfen in den verschiedenen Kategorien auf eine Auszeichnung hoffen. Alleine die Nomination ist bereits ein Erfolg. Ein Überblick:

MVP: Andrija Pendic

Der Thurgauer dominierte in dieser Saison die höchste Schweizer Liga. Der spielintelligente Instinkthandballer wurde mit 222 Treffern aus 27 Partien – das sind mehr als acht Tore pro Spiel – souverän NLA-Torschützenkönig. Aufgrund seiner aussergewöhnlichen Leistungen wurde Andrija Pendic nach sieben Jahren wieder für die Nationalmannschaft aufgeboten. Ein besonderes Kunststück gelang ihm gegen den RTV Basel, als er 17 Tore und damit mehr als sein gesamtes Team (14 Treffer) erzielte. In der ersten Playoff-Partie gegen Suhr Aarau erlitt der 34-Jährige einen Meniskuseinriss. Die Auszeichnung als wertvollster Spieler (MVP) wäre für den Topskorer wohl nur ein kleiner Trost für das verpasste Saisonfinale mit St.Otmar.

MVP: Martina Pavic

Die beste Kreisläuferin der Schweiz: Martina Pavic.

Die beste Kreisläuferin der Schweiz: Martina Pavic.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Die routinierte Kreisläuferin des LC Brühl bewies ihre Klasse vor allem im Playoff-Final gegen den LK Zug. In der Schweiz ist sie auf ihrer Position das Mass aller Dinge. Doch reicht das für eine erneute Auszeichnung als MVP? 2019 wurde sie bereits einmal gekürt – damals noch im Dress des LK Zug.

Newcomer: Malin Altherr

Die 18-jährige Malin Altherr ist ein Versprechen für die Zukunft.

Die 18-jährige Malin Altherr ist ein Versprechen für die Zukunft.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Nach dem grossen Umbruch beim LC Brühl ist Malin Altherr in dieser Saison zu einer echten Leistungsträgerin geworden. Die 18-jährige Linkshänderin aus Muolen trug in dieser Saison das Trikot der besten Brühler Torschützin und schaffte den Sprung ins A-Nationalteam.

Newcomer: Tabea Schmid

Die 17-jährige Kreisläuferin kam trotz der Konkurrenz von Martina Pavic zu viel Einsatzzeit. In der Abwehr zählt die Mörschwilerin bereits zu den gefürchtetsten Gegnerinnen der Liga. Nun wechselt sie nach Frankreich in die zweithöchste Liga.

Swiss Player: Kerstin Kündig

Die langjährige Brühlerin, die seit einem Jahr beim Thüringer HC in der Bundesliga unter Vertrag steht, ist der Kopf des Nationalteams. Ihre dritte Auszeichnung wäre folgerichtig.

Trainerin: Kristina Ertl-Hug

Mit der erstmaligen Finalrunden-Qualifikation des HSC Kreuzlingen in der NLA der Frauen und zwei starken Auftritten im Playoff-Halbfinal gegen den Qualifikationssieger Brühl (27:28 n.V. und 20:24) hat die 34-jährige Deutsche ein Ausrufezeichen gesetzt.

Duo Brunner/Salah

Die St.Galler Schiedsrichter Arthur Brunner und Morad Salah sind seit Jahren die besten Unparteiischen der Schweiz. Regelmässig werden sie deshalb auch für internationale Einsätze aufgeboten. Zuletzt pfiffen sie an der WM in Ägypten und am Finalturnier der Champions League in Köln. Es wäre ihre siebte Auszeichnung in Folge.

Dominator Andy Schmid

In der Kategorie «Swiss Player» ist für die Ostschweizer wie auch für alle anderen seit Jahren nichts zu holen. Der Innerschweizer Andy Schmid hat seinen Wert für die Nationalmannschaft speziell in diesem Jahr an der WM in Ägypten unter Beweis gestellt. Darüber hinaus liefert er in der Bundesliga seit Jahren für die Rhein-Neckar Löwen ab. Deshalb wäre alles andere als der zehnte Titel in Folge für den Dominator des Schweizer Handballs eine Überraschung.