«Die Bahn in Peking ist ideal für gute Zeiten»

Die Hürdensprinterin Noemi Zbären gehört zu den Zukunftshoffnungen in der Schweizer Leichtathletik. Mit ihrer Saisonbestleistung von 12,71 Sekunden nimmt sie in der Weltjahresbestenliste Rang zwölf ein. In der Nacht auf morgen kommt die 21jährige Bernerin zu ihrem ersten Einsatz an der Leichtathletik-WM in Peking.

Sascha Fey/Si
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Europameisterin Noemi Zbären hat in Peking den Halbfinal im Visier. (Bild: ky/Steffen Schmidt)

Europameisterin Noemi Zbären hat in Peking den Halbfinal im Visier. (Bild: ky/Steffen Schmidt)

Frau Zbären, wie haben Sie sich in China eingelebt? Die Kultur hier ist ja schon ganz anders.

Noemi Zbären: Eigentlich gut. Zu Beginn hatte ich Mühe mit dem Klima. Es war mir zu feucht, ich hatte Mühe mit dem Atmen. Mittlerweile läuft es im Training wie zu Hause. Ich hatte viel Zeit, um mich einzugewöhnen. Nun fühle ich mich bereit für den Wettkampf.

Die WM ist Ihr zweiter Höhepunkt in diesem Jahr nach der U23-EM. Ist es Ihnen einfach gefallen, erneut den richtigen Fokus zu finden?

Zbären: Es ging gut. Ich konnte mich auch besser vorbereiten, da ich schon vor zwei Jahren mit der U20-EM und der WM in der gleichen Situation gewesen war. Damals hatte ich Mühe. Nun weiss ich, was mich erwartet. Zudem erfüllte ich die WM-Limite schon früh in der Saison und wusste, dass noch etwas kommt.

Wie stark hilft es, dass Sie mit dem Gewinn der Goldmedaille an der U23-EM Ihr Hauptziel schon erreicht haben?

Das gibt zum einen Selbstvertrauen. Auf der anderen Seite habe ich mich mit der dort erreichten Zeit in eine andere Position hier gebracht. Nun geht es darum, eine zweite gute Leistung abzurufen.

Gut ist sicher auch das Wissen, die persönliche Bestleistung am wichtigsten Wettkampf der Saison erzielt zu haben.

Auf jeden Fall. Dass ich mich bis zur U23-EM kontinuierlich steigerte, hat gezeigt, dass meine Trainer in der Planung meiner Saison und meiner Trainings richtig gearbeitet haben. Die gleichen Leute bereiteten mich auch auf die WM vor.

Sie sind in dieser Saison zehnmal unter 13 Sekunden gelaufen. Worauf führen Sie diese Konstanz zurück?

Ich lief schon im vergangenen Jahr konstant. Dieses Jahr bin ich wieder konstant, jedoch auf einem anderen Niveau. Es ist unser Ziel, nicht nur einen Ausreisser nach oben zu verzeichnen, sondern kontinuierlich tiefere Zeiten zu erzielen.

Was ist in Peking möglich?

Die Halbfinal-Qualifikation ist das Ziel Nummer eins. Dann möchte ich natürlich auch eine gute Zeit erreichen. Ich habe beim Mehrkampf der Frauen gesehen, dass die Bahn hierfür ideal ist.