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Die Aufräumarbeiten gehen weiter

Mit der Ehrenrunde von Usain Bolt ist am Sonntag die Leichtathletik-WM zu Ende gegangen. Eine gute Stimmung und Überraschungen prägten den Anlass. Dem Weltverband steht aber viel Arbeit ins Haus.
Christian Finkbeiner (sda)
Weltverbandspräsident Sebastian Coe (Mitte) übergibt die IAAF-Flagge an einen Vertreter Katars. Dort wird die Leichtathletik-WM in zwei Jahren stattfinden. (Bild: Martin Meissner/AP)

Weltverbandspräsident Sebastian Coe (Mitte) übergibt die IAAF-Flagge an einen Vertreter Katars. Dort wird die Leichtathletik-WM in zwei Jahren stattfinden. (Bild: Martin Meissner/AP)

Christian Finkbeiner (SDA)

Wie bereits 2012 an den Olym­pischen Spielen machten die britischen Zuschauer auch die WM in London zu Leichtathletik-Festspielen. Rund 700 000 Fans und damit so viele wie noch nie an Weltmeisterschaften fanden den Weg in den Queen Elizabeth Park. Im Gegensatz zu den meisten anderen Titelkämpfen fanden bereits die Wettkämpfe am Morgen vor gut gefüllten Rängen statt. Die Athleten schwärmten von der aussergewöhnlichen Stimmung, wurden doch nicht nur die einheimischen Helden wie Mo Farah oder Superstar Usain Bolt frenetisch bejubelt. Einzig Justin Gatlin, der 100-m-Weltmeister, der in seiner Karriere zweimal wegen Dopings überführt worden war, bekam die Ablehnung des Publikums zu spüren.

OK-Chef: «Das Vertrauen ist wieder geweckt worden»

Der britische IAAF-Präsident ­Sebastian Coe lobte die Organisatoren: «Sie haben einen sensationellen Job gemacht.» Und OK-Chef Ed Warner sagte: «Die Olympischen Spiele 2012 in ­London haben den Menschen im Land den Glauben an sich zurückgegeben. Die WM hat der Leichtathletik den Glauben an sich wiedergegeben.» Nachdem die Leichtathletik und die IAAF durch die Korruptionsaffäre um den ehemaligen Präsidenten ­Lamine Diack sowie den Doping-Skandal in Russland in Miss­kredit geraten war, sei mit der WM ­wieder Vertrauen in diesen Sport geweckt worden, so Warner.

Sportlich waren die Weltmeisterschaften geprägt von Überraschungen. Stellvertretend dafür standen der für die Türkei startende Aserbaidschaner Ramil Guliyev, der über 200 m dem von vielen als kommenden Superstar gehandelten Wayde van Niekerk ein Schnippchen schlug. Oder Karsten Warholm, der erst 21-jährige frühere Zehnkämpfer aus Norwegen, der über 400 m Hürden mit jugendlicher Naivität zu Gold stürmte. Oder die Amerikanerin Emma Coburn, die zu­sammen mit ihrer Landsfrau Courtney Frerichs über 3000 m Steeple die afrikanischen Läuferinnen in die Schranken wies. Oder Sally Pearson, die im Hürdensprint ihr erstaunliches Comeback krönte und fünf Jahre nach ihrem Olympiasieg an selber Stätte ihren zweiten WM-Titel holte.

USA die klare Nummer eins, Jamaikas Absturz

Während die USA im Medaillenspiegel seine Spitzenposition ­zementierte und dank Gatlin und Tori Bowie auch im Sprint wieder die Nummer 1 sind, gehörte ­Jamaika zu den grossen Geschlagenen. Bolts Niederlagen stehen auch für das Ende der jamaikanischen Dominanz auf den Sprintstrecken. Die Athleten von der Karibik-Insel, die den Sprint ein Jahrzehnt lang dominiert und in Peking 2015 fünf der sechs Titel geholt hatten, waren die Verlierer der diesjährigen Titelkämpfe. Zwei bronzene Auszeichnungen lautete die magere Bilanz im Sprint, den einzigen WM-Titel für Jamaika holte Omar McLeod über 110 m Hürden.

Neben Jamaika gehörten auch einige europäische Nationen zu den Verlierern. Gastgeber Grossbritannien schönte seine Bilanz dank Mo Farah und vier Medaillen in den Staffelwettbewerben, Johannes Vetter rettete die Ehre Deutschlands mit der einzigen Goldmedaille im Speerwurf. Schweden, Italien und Finnland setzten ihren Abwärtstrend der letzten Jahre fort. Im «Placing Table», der die Top-8-Klassierungen jeder Nation wertet und aussagekräftiger ist als der Medaillenspiegel, liegen diese einst grossen Leichtathletik-­Nationen gleichauf oder hinter der Schweiz (Platz 38).

Nur ein Weltrekord – ein gutes Zeichen?

Ob es in Jamaika einen Zusammenhang zwischen schwächeren Leistungen und dem verbesserten Anti-Doping-System innerhalb des Landes gibt, ist nicht erwiesen. Klar ist, dass der Kampf gegen Doping auch in den nächsten Jahren die grösste Heraus­forderung der IAAF bleiben wird. Der «Fall Russland» ist ungelöst. Und noch immer gibt es in der neben Fussball verbreitetsten Sportart – Athleten aus mehr als 40 Ländern und allen Kontinenten holten Medaillen – (zu) viele Regionen und Organisationen, in der das Kontrollsystem mangelhaft ist. Die in London erzielten Weiten, Höhen und Zeiten – es wurde mit Ausnahme im 50-km-Gehen der Frauen kein Welt­rekord verbessert – lassen darauf schliessen, dass zumindest kleine Fortschritte erzielt werden.

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