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Kolumne

Die App, dein Freund

Die WM-Kolumne: Diesmal aus Moskau, wo Sportreporter Raphael Gutzwiller Kommunikationsprobleme mit den Einheimischen hat.
Raphael Gutzwiller, Moskau

Da sitze ich nun, in der Innenstadt Moskaus, an einem langen Tisch, in einem traditionellen russischen Restaurant. Neben mir sitzen sieben russische Staatsbürger, die ich hier kennen lernen durfte. Sie passen ins während der Weltmeisterschaft revidierte Bild der Russen: Sie sind freundlich, zuvorkommend und sie schauen, dass es den Gästen gutgeht. Der Gast heute bin ich, der Europäer. Vor mir steht die bekannte russische Suppe Borschtsch. Daneben hat es andere Köstlichkeiten, deren Namen ich mir nicht merken kann. Ich vergleiche es mit Dingen, die ich kenne: Chnoblibrot, Ravioli und Crêpes. Zuerst gibt es aber noch einen Schluck Hochprozentiges. Es schmeckt.

Am Tisch wird angeregt diskutiert. Ich glaube, es geht um Fussball und den Sieg Russlands gegen Spanien. Ich, bei meinen Freunden in der Schweiz als Plaudertasche verschrien (vor allem dann, wenn es um Fussball geht), schweige. Der Russe neben mir zeigt auf mein Essen und fragt mit dem Daumen nach oben gereckt: «Like?» Ich: «Da.» Eines von inzwischen zehn Wörtern, das ich auf Russisch gelernt habe.

Manchmal komme ich mir wie taubstumm vor. Sprechen kann ich eigentlich nicht, und wenn, werde ich nicht verstanden. Einzig eine Minderheit der Russen spricht Englisch, einige können mich sogar auf Deutsch begrüssen: «Hallo.» Für eine Unterhaltung reicht das jedoch nicht. Doch zum Glück gibt es in der heutigen Zeit eine Lösung für dieses Problem: das Smartphone. Dort gibt es von einer grossen amerikanischen Firma eine App namens «Übersetzer». Es läuft in diesen Tagen heiss.

Meine Gespräche hier haben fast immer dasselbe Muster. Mein Gesprächspartner fragt mich etwas auf Russisch. Ich schaue irritiert, versuche zu erahnen, wie die Frage lauten könnte. Da ich aber nur mit den Schultern zucke, zückt der Missverstandene das Smartphone, spricht in dieses hinein. Die App übersetzt die Frage auf Englisch. «Do you like Moskow?» – Ich: «Da.»

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