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Kolumne

Die alten Herrschaften

WM-Kolumne
Bernard Thurnheer

Erfolgreichen Männern, die lange in der Öffentlichkeit standen, fällt es besonders schwer, in Pension zu gehen. CEOs, Politiker oder Fernsehmoderatoren (ich weiss, wovon ich spreche!) glauben oft, bei ihnen gelte das biologische Gesetz, dass die Energie mit dem Alter abnimmt, nicht, respektive sie könnten das mit ihrer Erfahrung locker kompensieren.

Die Präsidenten der nationalen Fussballverbände in aller Welt haben die AHV-Grenze meist schon überschritten oder sind zumindest nahe dran. Und sie umgeben sich gerne mit Trainern ihrer Generation. Der Blick auf das Alter der Trainer der 32 Nationalteams der aktuellen Fussball-WM spricht Bände. Über ein Drittel (nämlich zwölf Übungsleiter) sind 60-jährig und älter, ein weiteres gutes Drittel (13) sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, und nur gerade knapp ­ 20 Prozent (7) haben den 50. Geburtstag noch vor sich. ­ Ältere erfahrenere Trainer anzustellen, scheint also nachgerade ein Erfolgsrezept zu sein. Ein Trugschluss!

Natürlich gibt es keine jungen und alten, sondern nur gute und schlechte Coaches – und Ausnahmen existieren überall. Als 69-Jähriger erlaube ich mir aber doch festzustellen, dass die Biologie sich auch hier nicht überlisten lässt.

Drei der vier Halbfinal­coaches der Fussball-WM 2018 gehören in die Gruppe der Jüngsten! Belgiens Martinez ist mit seinen 44 Jahren der Drittjüngste, Englands South­gate, drei Jahre älter, der Viertjüngste und Frankreichs Didier Deschamps, der ein Jahr vor seinem 50. Geburtstag steht, der Siebtjüngste! Selbst der Vierte im Bunde, Kroatiens Dalic, gehört 51-jährig noch zum jüngsten Drittel. Mit diesem Hinweis will ich die Meriten der älteren Nationaltrainer keinesfalls schmälern, aber doch darauf hinweisen, dass ein jugendliches Alter (wenn man dem mit 45 Jahren überhaupt noch so sagen kann) eher ein Erfolgsfaktor als ein Hinderungsgrund ist.

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