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Die Adventskalender-Geschichte (4/24): Mutter und Vater Hefti, die höchst kurzweilig über ihr Leben als Fussball-Eltern reden

In der Adventszeit blickt täglich ein Mitglied unserer Redaktion auf eine spezielle Geschichte oder eine Begegnung im Beruf zurück. Heute geht es um Bea und Carlo Hefti aus Goldach, die sich gar nicht richtig erklären können, wie aus ihren drei Kindern Fussball-Überflieger wurden.

Ralf Streule
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Bea und Carlo Hefti auf der «Kellen» in Tübach, wo die Fussballkarrieren ihrer Kinder ihren Ursprung haben.

Bea und Carlo Hefti auf der «Kellen» in Tübach, wo die Fussballkarrieren ihrer Kinder ihren Ursprung haben.

Bild: Benjamin Manser

Wenn Brüder von Kindsbeinen auf miteinander Fussball gespielt haben und dann plötzlich in einem Super-League-Spiel gegeneinander antreten, liegt es auf der Hand: Diese Bruderbegegnung muss in irgendeiner Weise journalistisch aufgegriffen werden. Bevor also Nias am 28. September mit dem FC Thun auf seinen grossen Bruder Silvan traf, ging meine Medienanfrage für einmal nicht an die Fussballer, sondern an die Eltern. Ich wollte von den beiden wissen, wie es sich anfühlt, die eigenen Kinder im öffentlichen Schaufenster des Profisports zu wissen  und ob sie die beiden Söhne und Tochter Simea von Beginn weg auf Fussball getrimmt hatten. Ein bisschen Überredung brauchte es, bis die beiden zusagten. Sie schrieben per Mail:

«Im ersten Moment fragen wir uns, ob eine Story über uns Eltern wirklich interessiert. Wir sind ja nur die Eltern, wie Abertausende auch...!»
Ralf Streule, Sportredaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Ralf Streule, Sportredaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Nun gut, fanden sie dann: Wenn ich ein Gespräch mit ihnen für die Leser als relevant einschätze, dann seien sie dabei. Ja, ich schätzte die Sicht von Fussballer-Eltern als relevant und spannend ein. Meine Frage vor dem Treffen blieb: Wie viel Einblick in die Gefühlswelt von Fussballer-Eltern würden mir die Heftis gewähren? 

Meine Erwartungen wurden übertroffen. Bea und Carlo Hefti redeten beim Treffen auf der Sportanlage in Tübach ganz offen aus dem Familienleben. Das alles ohne Floskeln, präzis, humorvoll und feinfühlig. Aus dem Gespräch über Fussball wurde eines über Erziehung, über die Macht der Gedanken, über das zutiefst subjektive Mitfiebern mit den Kindern, das man als Eltern nie ablegen kann. Und über das metaphysische Gruseln, wenn der eigene Sohn, über dessen herumliegende Socken man sich gerade noch geärgert hat, im Fernsehen als Captain des FC St.Gallen Auskunft gibt.

Übrigens: Der FC St.Gallen gewann das Heimspiel gegen Thun damals mit 4:0. Beide Heftis spielten von Beginn weg. Seit jener Partie geht es für Silvan Hefti mit St.Gallen stetig aufwärts, für Nias Heftis FC Thun hingegen abwärts. Nach dem Gespräch mit den Eltern weiss ich aber: Aus der Bahn werfen lässt sich darob keiner der beiden.

Der Beitrag über die Eltern Hefti zum Nachlesen:
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