Diamond League
Salomé Kora läuft in Lausanne mit der Staffel eine Spitzenzeit, trotzdem sagt sie: «Unsere Wechsel waren nicht ganz so gut»

Wie die Ostschweizer Athletinnen Salomé Kora und Yasmin Giger die Athletissima in Lausanne erlebten.

Jörg Greb, Lausanne
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Salomé Kora in Lausanne.

Salomé Kora in Lausanne.

Marc Schumacher/Freshfocus

Sie waren beim Schlussbouquet mit von der Partie und sie setzten einen markanten Schlusspunkt unter das Athletissima-Meeting: die 4x100-m-Sprinterinnen mit den beiden St.Gallerinnen Riccarda Dietsche auf der Startstrecke und Salomé Kora auf dem vierten Abschnitt.

Und das Schweizer Quartett war trotz schwieriger Windverhältnissen stark unterwegs. Nochmals kam Jubel auf, als Mujinga Kambundji in der Zielkurve an die Spitze des internationalen Topfeldes stürmte. Und der Wechsel auf Salomé Kora passte ebenso. «Locker bleiben und mit der ungeliebten und ungewohnten Situation umgehen», sagte sich das Aushängeschild des LC Brühl.

Kora kann die Position nicht halten

Lieber sieht sich Kora in der Position der Jägerin. Nun aber war sie die Gejagte. Vom Publikum, das sich längst von den Sitzen erhoben hatte, fühlte sie sich «unglaublich beflügelt und angefeuert». Die Position halten konnte sie dennoch nicht: Die 10,96-Sprinterin Daryll Neita aus Grossbritannien zog an ihr vorbei.

Aber, mit 42,55 Sekunden resultierte eine erstklassige Zeit. Drei Mal ist die Schweizer Staffel in diesem Jahr schneller gelaufen, einmal 2019, je drei Mal 2018 und 2017. Zuvor hätte die Leistung Aufnahme in die Rekordbücher bedeutet. Spätestens seit Olympia aber gelten 42,05 als Massstab. Und so sagte Kora:

«Unsere Wechsel waren nicht ganz so gut. Da gibt es noch einiges zu tun im Hinblick aufs nächste Jahr und die weitere Zukunft.»

Rekord egalisiert

Zu einem «zusätzlichen Schub» war Salomé Kora bereits im Einzellauf über 100 m (in der B-Serie) gekommen. In starken 11,12 Sekunden musste sie nur der Holländerin Nadine Visser (11,11) den Vortritt lassen.

Und die Ostschweizerin egalisierte exakt ihre persönliche Bestzeit. Die WM-Limite fürs 2023 (11,15) war geknackt. Der Schönheitsfehler nur: Die Windunterstützung lag über dem Höchstwert «Ich spürte schon am Start, dass es kritisch wird mit der Regularität», sagte Kora hinterher.

Trotzdem gab sie ihr Bestes. «Die Bahn auf der Pontaise ist schnell», sagte sie sich, «das will ich nutzen». Und auch wenn eine hervorragende Zeit resultierte, als perfekt bezeichnete Kora ihren Lauf nicht: «Ich war nicht ganz locker, sondern etwas verkrampft. Dadurch kam ich etwas in Rücklage», analysierte sie. Selbstvertrauen tanken liess sich an diesem Athletissima-Abend auch so. Diesen will sie in den kommenden Wochen weiter nutzen.

Yasmin Giger nach dem 400-m-Lauf in Lausanne.

Yasmin Giger nach dem 400-m-Lauf in Lausanne.

Pascal Muller/Freshfocus

Yasmin Giger ohne Hürden

Einer mittlerweile ungewohnten Herausforderung stellte sich die Romanshorner U23-EM-Dritte über 400 m Hürden, Yasmin Giger. Sie mass sich über 400 m flach. «Wie fühlt sich das an? Wie muss ich da loslegen?» fragte sie Coach Flavio Zberg. Nicht zu viele Gedanken machen, solle sie sich, einfach auf das Gefühl bauen.

Sie setzte die Vorgabe bemerkenswert um. Nach 53,39 Sekunden überquerte die 21-Jährige die Ziellinie. Nur um knapp eine halbe Sekunde verpasste sie ihre eigene Bestmarke. «Das macht Appetit auf mehr», so Giger. Und stellte in den Raum: «Vielleicht ergibt sich nochmals eine Möglichkeit, mich über die Flachstrecke zu messen.»

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