St.Otmars Handballer starten in die Endphase der Hauptrunde: Nun sind des Trainers Künste gefragt

Die St.Galler Handballer starten am Mittwoch um 20 Uhr in Kriens in das neue Jahr. Ziel ist Platz vier in der Tabelle.

Ives Bruggmann
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Sehenswert: St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg erzielt im Heimspiel gegen Pfadi Winterthur ein direktes Freiwurftor.

Sehenswert: St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg erzielt im Heimspiel gegen Pfadi Winterthur ein direktes Freiwurftor.

Bild: Urs Bucher (St.Gallen, 30. November 2019)

St.Otmar kam die EM-Pause gerade recht. Gegen Ende des Jahres fielen immer mehr Spieler aus, die Kräfte bei den übrigen Handballern liessen zusehends nach. Nach einer Siegesserie von zehn Partien folgte zuletzt eine Negativspirale mit sechs sieglosen Spielen, aus der sich die St.Galler erst in der letzten Runde des Jahres gegen Aufsteiger Endingen befreite.

Aufgrund der personellen Situation ergab sich das Programm für die Vorbereitung auf die entscheidende Saisonphase quasi von selbst. «Das Hauptziel war und ist es, die verletzten Spieler wieder zurück in die Spur zu bringen», sagt Spielertrainer Bo Spellerberg. Vor der Weihnachtspause waren mit Rares Jurca, Benjamin Geisser, Severin Kaiser, Dominik Jurilj und Max Höning fünf wichtige Spieler ausgefallen. Wie viele davon bereits am Mittwoch um 20 Uhr in der Krauerhalle in Kriens auflaufen werden, wollte Spellerberg nicht verraten. Am wahrscheinlichsten erscheint der Einsatz der beiden Rückraumspieler Höning und Jurilj. Für Spielertrainer Spellerberg stellt sich die heikle Aufgabe, die Verletzten bis zum Start des Playoffs wieder heranzuführen und dabei gleichzeitig möglichst viele Partien zu gewinnen. Er sagt:

«Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass wir im Playoff gut spielen. Wir müssen schnellstmöglich in Form kommen.»

Prunkstück Offensive, Schwachpunkt Defensive

In den bisherigen 17 NLA-Partien zeigte St.Otmar zwei Gesichter. Einerseits gelangen im Herbst – inklusive Cup – zehn Siege nacheinander. «Wenn alle fit sind, können wir oben angreifen», sagt etwa Coach Andy Dittert. Fallen aber wie vor der Pause einige Spieler aus, hängt der Erfolg an einem seidenen Faden. Die Sieglosserie gipfelte in einer 20:38-Kanterniederlage im Cuphalbfinal in Schaffhausen. Zudem stellt St.Otmar mit 482 Gegentoren die drittschlechteste Defensive der Liga. Das Prunkstück ist und bleibt die zweitbeste Offensive mit durchschnittlich über 30 Toren pro Partie. Aufgrund des dezimierten Kaders blieb dem Trainer nichts anderes übrig, als die Grundlagen seines bevorzugten Spielsystems wieder aufzufrischen. Auf «verrückte Sachen» werde er in den verbleibenden zehn Partien bis zum Playoff definitiv verzichten, so Spellerberg.

«Ich werde keinen Hasen aus dem Hut zaubern.»

Der 40-jährige Däne ist weiterhin überzeugt von den Stärken seines Kollektivs. «Unser Hauptziel ist Platz vier. Wir wollen den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinal.» Dass St.Otmar dazu in der Lage ist, hat es während des Höhenflugs im Herbst bewiesen. Ausser gegen Pfadi Winterthur und Kadetten Schaffhausen gewannen die St.Galler gegen alle Teams. Unter anderem bezwangen sie im Heimspiel auch Kriens-Luzern souverän mit 31:21. Der Rückraum St.Otmars dominierte die Begegnung, auf der anderen Seite gelang es der Defensive, die Kreise des Liga-Topskorers Hleb Harbuz zu stören.

Auch wenn Kriens-Luzern im Vergleich zur Partie Anfang November wieder deutlich mehr personelle Optionen besitzt, sagt Taktiker Spellerberg: «Ihre Spielweise könnte uns entgegenkommen.» Er erwartet, dass die Krienser Defensive mehr Druck auf St.Otmars Rückraum ausüben wird. Doch Spellerberg wird dafür einen – wie immer geheimen – Plan in der Hinterhand bereithalten.