DERBY: Der Hoffnungsträger

Morgen treffen St. Otmars NLA-Handballer daheim auf Gossau. Die Augen des Publikums werden sich auf St. Otmars Eigengewächs Dominik Jurilj richten.

Daniel Good
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Rückraumspieler mit Gardemassen: St. Otmars Dominik Jurilj. (Bild: Michel Canonica)

Rückraumspieler mit Gardemassen: St. Otmars Dominik Jurilj. (Bild: Michel Canonica)

Daniel Good

Er hat einen der schärfsten Schüsse in der NLA der Handballspieler. Die Kraft, die hinter seinen Würfen steckt, ist beeindruckend. Ebenso die Körpermasse mit 2,01 Meter Grösse, einem Gewicht von 102 Kilogramm und Schuhnummer 48. Dominik Jurilj ist seit dieser Woche 22-jährig. Er steht schon seit 2013 im Kader der NLA-Mannschaft St. Otmars. Der Steinacher ist ein Hoffnungsträger. Einer aus dem eigenen Nachwuchs. Einer, dem manche eine grosse Karriere prophezeien.

Aber einfach ist es nicht für den jungen Jurilj, den Rückraumspieler mit den Gardemassen. Oft kam er noch nicht zum Einsatz in der höchsten Liga, seit er zur NLA-Equipe gehört. Dabei wären es die Minuten auf dem Spielfeld im Ernstkampf mit starken Gegnern, die ihn sportlich weiter bringen würden. In der vergangenen Saison stand er im Schatten der Ausländer Tomas Babak und Marcel Engels. Diese Saison teilt sich Jurilj die Position mit dem Slowenen Matevz Cemas.

Mehr Spielzeit wegen Verletztenmisere

Vor einigen Wochen verletzte sich Cemas im Training. Jurilj kam zu immer mehr Einsatzminuten. Seine grosse Stunde schlug heute vor einer Woche in Basel, als er acht Treffer verbuchte. Im Vorfeld des Derbys gegen Fortitudo Gossau wagt sich Jurilj aber nicht auf die Äste hinaus: «Ich gehe meistens mit einem negativen Gefühl in ein Spiel und lasse mich umso lieber positiv überraschen.» Die Partie der NLA-Abstiegsrunde zwischen St. Otmar und Fortitudo beginnt morgen um 17 Uhr in der St. Galler Kreuzbleiche. Cemas kann wohl wieder spielen. Topskorer Ondrej Zdrahala und Linkshänder Vedran Banic fehlen St. Otmar wegen Verletzungen weiter.

Fortitudo Gossau ist Tabellenletzter, hat aber immer noch reelle Aussichten, auf den Barrageplatz vorzurücken. «Wie immer werden die Gossauer hoch motiviert antreten. Da müssen wir dagegen halten», sagt Jurilj, der an der Universität Zürich Informatik studiert.

St. Otmar ist in der Abstiegsrunde noch nicht aus dem Schneider. Der Ligaerhalt sollte für den Traditionsklub aber bald unter Dach und Fach sein.

Vertragsverlängerung mit Benjamin Geisser

Juriljs Kontrakt läuft Ende Saison aus, Kreisläufer Benjamin Geisser hat den Vertrag mit St. Otmar für zwei weitere Jahre verlängert. Auch er ist ein Eigengewächs des Stadtklubs. Der 26-jährige Geisser war 2013 Topskorer Fortitudos und erhielt danach einen Vertrag beim Serienmeister Kadetten Schaffhausen. Seit der Saison 2015/16 spielt der fünffache Internationale wieder für St. Otmar.