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Ein Schweizer fährt in der Motocross-WM an der Spitze mit

In seiner ersten Saison als Werkfahrer von Yamaha steht Jeremy Seewer in der Motocross-WM überraschend auf dem zweiten Platz.
Daniel Good
In Indonesien erreicht Jeremy Seewer den dritten Rang und verbessert sich im WM-Gesamtklassement. (Bild: Roman Borak)

In Indonesien erreicht Jeremy Seewer den dritten Rang und verbessert sich im WM-Gesamtklassement. (Bild: Roman Borak)

Jeremy Seewer ist in der Formel 1 des Motocrosssports unterwegs. Ausgestattet mit Topmaterial von Yamaha. Das japanische Werk hat schon 27 WM-Titel eingefahren. Unterstützung erhält Jeremy Seewer von einem guten Dutzend Ingenieuren und Mechanikern, die über reichlich Erfahrung in der Königsklasse verfügen.

Seewer ist der Schweizer Motorsportler mit der stärksten internationalen Ausstrahlung. Das Mitglied des Motor- und Radsportvereins Frauenfeld fährt Rennen auf fast allen Kontinenten vor immer sehr vielen Zuschauern. Es geht in dieser Saison von Argentinien über Indonesien und Russland nach Hongkong. Der 25-Jährige fährt nicht einfach mit, sondern regelmässig unter die ersten drei und nimmt im WM-Zwischenklassement den zweiten Platz ein.

Obschon er im Januar mit einer Lungenentzündung ausser Gefecht gesetzt wurde. «In der wichtigsten Phase der Saisonvorbereitung lag ich drei Wochen im Bett. Ich musste wieder bei null anfangen», sagt der Bülacher. «Erst nach vier, fünf Rennen kam ich in Fahrt.»

Thomas Lüthi handelte sich einen Nuller ein

Trotz der Startschwierigkeiten ist Seewer mit der Saison natürlich sehr zufrieden. «Es ging mir vor allem um Konstanz und Platzierungen unter den ersten fünf. Das habe ich mehr als erreicht. Wichtig war, dass das Team immer zu mir stand, obschon ich zu Beginn dieser WM nicht auf Touren kam. Yamaha hat mich nie unter Druck gesetzt, obwohl es um sehr viel geht.»

Seewer startet in der MXGP-Klasse. Das ist die bedeutendste Wettkampfserie in seiner Sportart, das Pendant zur bekannten MotoGP-Kategorie im Rahmen der Strassen-WM. Dort debütierte Thomas Lüthi in der vergangenen Saison und blieb ohne WM-Punkt.

Lüthi startet mittlerweile wieder in der zweitklassigen Moto2-Kategorie, Seewer hingegen hat reelle Aussichten, die WM in der Königsklasse auf dem zweiten Platz zu beenden. «So weit ist es noch nicht. Man muss auch bedenken, dass zwei, drei Topfahrer in dieser Saison vorübergehend verletzt ausfielen.»

Aus dem Traum wird ein Ziel: Der WM-Titel

Am Samstag und Sonntag findet der Grand Prix von Italien in Imola statt. Es ist das Heimrennen für Seewers Team, das aus Parma stammt. Seewer hat kein Heimrennen mehr, seit Frauenfeld nach drei Austragungen wieder aus dem Kalender gestrichen werden musste.

«Schade, nirgends auf der ganzen Welt war die Stimmung so gut. Aber vielleicht gibt es eine andere Lösung», sagt Seewer. «Die Schweiz hätte einen Grand Prix verdient. Mit Arnaud Tonus fährt ja noch ein anderer Schweizer an der Weltspitze mit», sagt Seewer.

Das Land ohne WM-Rennen hat mit Seewer möglicherweise bald einen Weltmeister. Er sagt dazu:

«Daran denke ich nur im Hinterkopf. Ich lasse mir Zeit. Aber natürlich: Aus dem Traum, den WM-Titel zu gewinnen, ist mittlerweile ein Ziel geworden.»

Zuerst muss aber ein Sieg her.

Die Erfolge wecken Begehrlichkeiten

Topverdiener ist Seewer noch nicht. Denn er musste vor bald zwei Jahren froh sein, dass er noch in einem Team Unterschlupf fand. Er war damals als Werkfahrer in der MXGP für Suzuki vorgesehen, aber die Japaner zogen sich Ende 2017 kurzfristig aus der WM zurück.

Für 2018 fand Seewer Unterschlupf in einem Privatrennstall von Yamaha. Nach der starken ersten MXGP-Saison beförderte Yamaha den zum besten Neuling des Jahres 2018 gewählten Seewer ins Werkteam.

Seewers Vertrag mit Yamaha läuft Ende dieser Saison aus. Der junge Schweizer ist begehrt auf dem Markt. Verhandlungen mit anderen Spitzenteams beginnen in den nächsten Wochen.

«Der Fokus liegt auf Yamaha, aber mein Manager und ich hören uns gerne bei der Konkurrenz um.» Auf jeden Fall wird Seewer auch in den kommenden Saisons mit erstklassigen Maschinen unterwegs sein – und ein adäquates Salär beziehen.

Wie es sich für einen Titelkandidaten gehört.

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