Der WM-Auftakt ist entscheidend

Zur Sache

Raya Badraun
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Die Schweizer Skirennfahrer haben an der Heim-WM in St. Moritz keine Zeit, sich aufzuwärmen und Anlauf zu nehmen. Erst gestern fand die Eröffnungsfeier im Kulm-Park statt, bereits heute wird im Super-G der Frauen die erste Medaille erwartet. Am besten natürlich die goldene. Am ehesten wird dies Lara Gut, dem Schweizer Aushängeschild, zugetraut. Ihr heutiges Abschneiden könnte einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf dieses Grossanlasses haben. Für das Schweizer Team ist eine frühe Erfolgsmeldung wichtig. Einerseits, weil die Schweizer Chancen im Speedbereich am grössten sind und diese Rennen in der ersten Woche stattfinden. Andererseits käme dadurch keine Nervosität unter den Verantwortlichen auf, der Druck auf die Athleten würde schwinden. Zudem könnte die erste Medaille in der Mannschaft eine Dynamik auslösen, von der neben der Tessinerin auch andere Schweizer profitieren.

Mit einem erfolgreichen Auftakt würde auch die Zielsetzung der Schweizer in realistische Nähe rücken. Der Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann rechnet sich in neun von elf WM-Rennen Medaillenchancen aus. Einen grossen Teil des Drucks lastet dabei auf Lara Gut, die in vier Disziplinen zu den Favoritinnen gehört. Die Chancen stehen gut, dass die Ausnahmeathletin die Heim-WM lancieren wird. Doch damit der Grossanlass aus Schweizer Sicht zu einem Erfolg wird, reicht eine Athletin nicht aus. In den kommenden zwei Wochen braucht es auch Wendy Holdener und Beat Feuz in Bestform. Und als Sahnehäubchen den einen oder anderen Exploit. Patrick Küng etwa oder Daniel Yule dürfen uns gerne überraschen.