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Der Weltmeister in Nöten: Alexander Zverev tut sich auf und neben dem Tennisplatz schwer

Frühes Out in Miami und Rechtsstreit mit Langzeit-Manager Apey. Es kursieren Spekulationen um einen Wechsel des Deutschen zur Federer-Agentur.
Jörg Allmeroth
Bereits bei seinem ersten Auftritt in Miami out: der Deutsche Alexander Zverev. (Bild: Phona Wise/EPA (Miami, 23. März 2019))

Bereits bei seinem ersten Auftritt in Miami out: der Deutsche Alexander Zverev. (Bild: Phona Wise/EPA (Miami, 23. März 2019))

Es war Anfang letzter Woche, als Alexander Zverev die Hauptperson einer kleinen Wohlfühlstory war. Zverev, der amtierende ATP-Weltmeister, war mit anderen Profis zu Gast in einem Tierheim in Miami und adoptierte kurzerhand ein besonders anhängliches Hündchen namens Pop. Schon bald werde der Mischlingsterrier nach Monte Carlo gebracht, liess Zverev wissen, «er wirkt ziemlich glücklich, und ich freue mich, ihn mit nach Hause nehmen zu dürfen.» Womöglich stattet der 21-Jährige seinen neuen Wegbegleiter dann auch bald mit einem Social-Media-Account aus, so wie den treuen Familienpudel Lövik.

Auf den Bildern, die man bei Zverevs Abstecher in das Tierheim sah, wirkte der junge Deutsche ausnahmsweise einmal ganz und gar gut gelaunt, in heiterer Verfassung. Was sich ansonsten rund um den Weltranglisten-Dritten abspielt, auf und neben dem Centre Court, ist nicht wirklich zum Lachen. Zverevs Saison 2019 bleibt weiter schwierig, beim Masters in Miami schied er gleich in seiner Auftaktpartie gegen den spanischen Veteranen David Ferrer mit 6:2, 5:7 und 3:6 aus. Zverev litt noch immer unter den Nachwirkungen einer heftigen Grippe, die ihn auch schon beim Topwettbewerb in Indian Wells behindert hatte. Beim bisherigen Saison-Höhepunkt in Melbourne hatte sich der gebürtige Hamburger im Januar sang- und klanglos im Achtelfinal gegen den Kanadier Milos Raonic verabschiedet, in Erinnerung blieb allenfalls sein wilder Zornesausbruch – und ein zerschmettertes Racket.

Manager von Zverev ist schockiert

Zverev hat mit seiner Form zu kämpfen, mit der Gesundheit, zudem mit den Erwartungen und mit den Schlagzeilen, wieso er ausgerechnet bei den wegweisenden Grand Slams nicht den entscheidenden Durchbruch schafft. Neuerdings kämpft der Star der neuen Tennis-Generation aber auch an einer Front, von der man zu Jahresbeginn noch nicht zwingend etwas ahnen konnte. Zverev und sein chilenischer Manager Patricio Apey wirkten lange Zeit wie unzertrennliche Verbündete, zwischen den WM-Champion und den Geschäftsbesorger schien kein Blatt Papier zu passen. Doch die Realität ist eine ganz andere: Zverev und Apey stehen sich plötzlich im Boxring gegenüber, genauer gesagt: vor Gericht. Länger wurde in Fachkreisen schon spekuliert, dass sich das Haus Zverev zum Ende dieser Saison nach einem neuen Management umsehen würde, doch nun tobt jäh ein heftiger juristischer Streit über die Laufzeit des aktuellen Kontrakts mit Apey. Kläger, das liess Apey das «Tennismagazin» nun wissen, sei nicht er, sondern Zverev. Er habe einen «bindenden Vertrag bis 2023», so Apey, und er sei «schockiert, traurig und enttäuscht, dass solche Massnahmen ergriffen worden sind.» In dem Statement wies Apey auch auf das «hohe Mass an Unterstützung und Aufmerksamkeit» hin, das man Alexander Zverev seit 2012 geboten habe.

Federer gibt sich zugeknöpft

Pikant wird die Angelegenheit, weil Zverev kaum auf ein Ende der Zusammenarbeit mit dem keineswegs unumstrittenen Chilenen drängen würde, wenn nicht bereits eine andere Allianz wenigstens in Sicht wäre. Brancheninsider spekulierten jüngst bereits mehrfach, dass die Agentur Team8, die Roger Federers Manager Tony Godsick und der Mae­stro selbst begründet hatten, an einer Verpflichtung Zverevs interessiert sein könnte. Federer wurde in Miami auch auf diese Spekulationen angesprochen, allerdings weigerte er sich etwas ungehalten, einen Kommentar zu dem Vorgang abzugeben – kein Wunder indes bei einem nun schwebenden juristischen Verfahren zwischen Zverev und Apey. Der Südamerikaner wurde von Zverev am Rande des ATP-Masters – auch gegenüber dem «Tennismagazin» – schon als sein «alter Manager» bezeichnet.

Federer sprach auch davon, er sei «Spieler und Klient» bei Team8, er konzentriere sich nur aufs Tennisspielen und wolle nichts weiter dazu sagen. Federer quasi nur ein Angestellter, der nicht links und rechts des Weges schaut – die Vorstellung fällt etwas schwer, schliesslich ist der 20-fache Grand-Slam-Gewinner etwa die Galionsfigur und der Repräsentant des Laver Cups, den das Managementunternehmen entworfen und entwickelt hat. Zverev gehört bei diesem Showturnier, nicht überraschend, zu den tragenden Säulen, auch zu den gut dotierten Stammgästen. Die Bilder, wie Roger Federer den Deutschen im letzten Jahr in Chicago praktisch coachte und ihm auf der Bank die Tipps einflüsterte, gingen einprägend rund um die Welt.

Team8, die 2014 gegründete Agentur von Godsick und Federer, kümmert sich gegenwärtig auch um die geschäftlichen Interessen des Argentiniers Juan Martin del Potro oder des Bulgaren Grigor Dimitrov. Godsick, der Federer einst beim Vermarktungsgiganten IMG betreute, hatte vor einiger Zeit eine markante Zukunftsprognose in Richtung seines berühmten Partners abgegeben: «Roger, du bist jetzt erfolgreich. Aber ich verspreche dir: Nach deiner Karriere wirst du noch erfolgreicher sein.»

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