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Tour de Suisse: Ein souveräner Weltmeister und Küngs Heimspiel in Gelb

Der Slowake Peter Sagan entscheidet in Frauenfeld die zweite Etappe im Spurt für sich. Der Thurgauer Radprofi Stefan Küng verteidigt die Führung im Gesamtklassement mit Erfolg. Er baut seinen Vorsprung sogar aus.
Daniel Good
Peter Sagan ist einmal mehr der schnellste im Sprint. (Bild:Gian Ehrenzeller/KEY)

Peter Sagan ist einmal mehr der schnellste im Sprint. (Bild:Gian Ehrenzeller/KEY)

Rekordsieger ist Peter Sagan an der Tour de Suisse schon längst. Ferdy Kübler und Hugo Koblet hat er schon vor Jahren überholt. Gestern in Frauenfeld gewann der 28-jährige Slowake schon zum 16. Mal eine Etappe in der Schweiz. In der Ostschweiz war Sagan zum zweiten Mal erfolgreich. Vor vier Jahren hatte er sich in einem Bergsprint in Heiden gegen Michael Albasini durchgesetzt. Im Thurgau verwies Sagan den Kolumbianer Fernando Gaviria auf den zweiten Platz.

Sagan ist derzeit nach Chris Froome der berühmteste Veloprofi der Welt. Er hat sogar in der Schweiz einen Fanclub. Sagan wurde im vergangenen Herbst als erster Rennfahrer zum dritten Mal in Folge Weltmeister. Früher war er Mountainbiker, deshalb ist er ein hervorragender Techniker. «Er hat das Velo im Griff», sagt die Mountainbike-Weltmeisterin Jolanda Neff.

Meistens hat Sagan auch die Gegner im Griff. In Frauenfeld ergatterte er seinen 105. Sieg als Profi, obschon er im vergangenen Sommer von der Tour de France ausgeschlossen worden war. Er revanchierte sich diesen Frühling mit dem Sieg im Kopfstein-Klassiker Paris–Roubaix.

Der stärkste Bergfahrer unter den Sprintern

Wenn Sagan gewinnt, erinnert sich ein Ostschweizer Mountainbiker an gemeinsame Rennen mit dem Slowaken. An der Junioren-EM 2007 holte der St. Galler Thomas Litscher die Goldmedaille. Sagan wurde Dritter. Der Slowake hat es seither zum Star gebracht, Litscher 2017 immerhin zu einer WM-Medaille in der Elite, die ihm die Karriere als Profisportler rettete.

Sagan ist unter den Sprintern der beste Bergfahrer. In den Hügeln des gestrigen Finals beorderte er seine Teamkollegen an die Spitze des Feldes, um den Konkurrenten auf den Zahn zu fühlen. Diese Strategie war entscheidend für den Ausgang der Etappe. Als es nach 155 Kilometern um den Tagessieg ging, hatte keiner mehr Kraft als Sagan, der sagte: «Ich bin glücklich, in der Schweiz schon wieder gewonnen zu haben.»

Sagan ist auch für die heutige Etappe zu favorisieren. Das dritte Teilstück der 82. Tour de Suisse führt über 183 Kilometer von Oberstammheim nach Gansingen in den Kanton Aargau.

Leader Stefan Küng kennt den Parcours. Er fuhr die heutige Strecke in der Vorbereitung ab. Der 24-jährige Thurgauer rechnet sich gute Chancen aus, die Führung im Gesamtklassement ein weiteres Mal erfolgreich zu verteidigen. Das Leadertrikot hatte Küng am Samstag ergattert, als er mit seinem Team BMC das Mannschaftszeitfahren in Frauenfeld für sich entschieden hatte.

Stefan Küng ist reifer geworden

Vor einem Jahr hatte Küng das begehrte Emblem nach nur einem Tag weitergeben müssen. Gestern hinterliess er einen souveränen Eindruck und geriet nie in Schwierigkeiten, obschon sich auf den letzten Kilometern die Angriffe häuften. «Leute aus meinem Umfeld sagen, ich sei in den vergangenen Monaten zwei Jahre älter geworden», sagt Küng. «Sie meinen nicht das Aussehen, sondern meine Gelassenheit in heiklen Situationen.»

Küng genoss den gestrigen Tag in der Heimat. «Ich kannte etwa die Hälfte der Zuschauer an der Strecke. Weil das Tempo zu Beginn doch gemächlich war, konnte ich viele von ihnen begrüssen.» Er baute in der zweiten Etappe seinen Vorsprung im Gesamtklassement sogar auf 23 Sekunden aus. Im dritten und letzten Bonifikationssprint gut 25 Kilometer vor dem Ziel war Küng der Schnellste, obschon er ein Roller und kein Sprinter ist.

Thurgauer Partnerschaft

Die beiden Etappen im Thurgau zu Beginn der 82. Tour de Suisse gingen ohne Zwischenfälle und vor reichlich Publikum über die Bühne. Dass viele Leute an die Strecke kamen, hat auch damit zu tun, dass zwei der stärksten Schweizer Profis Thurgauer sind. Stefan Küng und Michael Albasini fahren oft zusammen aus, manchmal bis ins Vorarlberg. Sie stehen zwar nicht in der gleichen Mannschaft unter Vertrag, aber gestern profitierte Küng von einer Aktion Albasinis. Der Routinier wurde nach einer Offensivaktion gut 25 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Küng nutzte diesen Moment, preschte vor und sicherte sich in einer Sprintwertung überraschend drei Sekunden Zeitgutschrift. Auch 2020 und 2022 ist die Tour de Suisse mit zwei Etappen in Frauenfeld zu Gast. Geklärt ist nur noch nicht, ob wieder als Startort oder als Zielort. Küng wird es freuen, der 37-jährige Albasini wird seine Karriere wohl Ende 2019 beenden. (dg)

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