Aleksandar Prijovic aus Goldach ist der Schweizer Fussballprofi mit dem wohl höchsten Lohn

Seit knapp einem Jahr spielt der Stürmer für Al-Ittihad in Saudi-Arabien. Er dürfte gegen sieben Millionen Franken pro Jahr erhalten. Aleksandar Prijovic hat einen Vertrag bis 2023.

Daniel Good
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Der Ostschweizer Aleksandar Prijovic (rechts) gleicht Superstar Zlatan Ibrahimovic.

Der Ostschweizer Aleksandar Prijovic (rechts) gleicht Superstar Zlatan Ibrahimovic.

Quelle: Al-Ittihad

Für einen, den der FC St.Gallen einst zum FC Rorschach abschieben wollte, hat er es weit gebracht. Er skorte in der Champions League gegen Real Madrid und Borussia Dortmund. Dank seines Treffer qualifizierte sich Serbien für die Fussball-WM 2018 in Russland, an der er ebenfalls zum Einsatz kam. Er war der beste Spieler in der griechischen Liga.

Und seit knapp einem Jahr steht der in Rorschach und Goldach aufgewachsene Aleksandar Prijovic in Saudi-Arabien unter Vertrag.

Auch Keita und Bebeto waren schon dort

Der 29-jährige Prijovic spielt seit Januar in der Saudi Professional League für Al-Ittihad. Der Traditionsclub, für den auch schon der brasilianische Weltmeister Bebeto und der ehemalige St.Galler Akteur Alhassane Keita aufliefen, ist in Dschidda domiziliert, der wichtigsten Hafenstadt am Roten Meer mit mehr als vier Millionen Einwohnern.

Prijovic sagt: «Die saudische Liga ist seit einigen Jahren die beste in Arabien und Asien. Höchstens Japan kann mithalten. Die saudischen Clubs haben ziemlich grosse Budgets und leisten sich viele gute Spieler aus Europa, Südamerika und Afrika.»

Der Ibrahimovic aus der Ostschweiz

Weil Al-Ittihad vor einem Jahr in grosser Abstiegsgefahr steckte, streckte der Club die Fühler erneut nach Prijovic aus. Es war der zweite Versuch, den torgefährlichen Stürmer vom griechischen Leader PAOK Saloniki ans Rote Meer zu lotsen. «Es war der ideale Moment, um zu wechseln. So eine Chance hätte ich vielleicht nie mehr erhalten», sagt Prijovic, der ähnlich aussieht wie Zlatan Ibrahimovic. Die Saudis zahlten zehn Millionen Euro Ablösesumme und statteten den St.Galler mit einen lukrativen Vertrag bis 2023 aus.

Immer torgefährlich: Aleksandar Prijovic (rechts) trifft 2018 im Europacup gegen Basel.

Immer torgefährlich: Aleksandar Prijovic (rechts) trifft 2018 im Europacup gegen Basel.

Urs Lindt/Freshfocus

Prijovic dürfte pro Jahr gegen sieben Millionen Franken verdienen. Damit ist der Doppelbürger, der für die Schweizer U21-Auswahl spielte, der Schweizer Fussballprofis mit dem wohl besten Lohn. Höchstens der Nationalmannschaftscaptain Granit Xhaka kann dem ehemaligen Junior des FC St.Gallen in Sachen Salär das Wasser reichen. Prijovic lag zu jener Zeit auch eine gute Offerte aus China vor, aber nach Verhandlungen in Dubai entschied er sich für Al-Ittihad. «Alles sprach für diesen Club.»

Den Cupfinal in letzter Minute verloren

Der kostspielige Transfer Prijovics machte sich für Al-Ittihad auf Anhieb bezahlt. «Wir machten das Unmögliche möglich und verhinderten den Abstieg», sagt Prijovic. Mit ihm wechselten Anfang Jahr weitere starke Spieler wie Sékou Sanogo von den Young Boys nach Dschidda. Prijovic sagt:

«Auch er stand mit seinem ehemaligen Team an der Tabellenspitze, als er zu uns kam. Wir brachten eine Winnermentalität in die Mannschaft und erreichten den Cupfinal, den wir wegen eines Gegentreffers in der 90. Minute allerdings verloren.»

In Saudi-Arabien ist es heiss. «Im Sommer kann es über 40 Grad werden. Wir trainieren dann am Abend. Zudem gewöhnt man sich an die Hitze.» Wegen der hohen Temperaturen nehme die Intensität in den Spielen nach 60, 70 Minuten ab. Aber das Niveau sei trotzdem ansehnlich. Prijovic sagt:

«Für die fünf besten Ligen Europas reicht es natürlich nicht, aber Saudi-Arabien muss sich nicht verstecken.»