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Der Trainer der Trainer

Als Assistent von Uli Forte coachte Roman Wild früher den FC St. Gallen. Nun arbeitet der Thurgauer seit einem Jahr als Technischer Leiter im Ostschweizer Fussballverband. Er hat einige Verbesserungen im Kopf.
Laura Inderbitzin
Als Technischer Leiter arbeitet Roman Wild nicht nur im Büro und plant die Trainer-Ausbildung in der Ostschweiz. Er steht auch auf dem Platz und gibt seine Erfahrungen in Kursen weiter. (Bild: Urs Bucher)

Als Technischer Leiter arbeitet Roman Wild nicht nur im Büro und plant die Trainer-Ausbildung in der Ostschweiz. Er steht auch auf dem Platz und gibt seine Erfahrungen in Kursen weiter. (Bild: Urs Bucher)

«Freude. Das sollte an oberster Stelle stehen.» Roman Wild muss nicht lange darüber nachdenken, was den idealen Trainer im ­Breitenfussball ausmacht. «Und er sollte leidenschaftlich, aber nicht verbissen sein», sagt Wild, der mit seiner Familie in Wilen lebt. Seit einem Jahr ist er Technischer Leiter im Ostschweizer Fussballverband OFV. Das heisst, Wild trägt die Verantwortung für die Ausbildung von Trainern im Breitenfussball. Und ist damit verantwortlich, dass es in der Ostschweiz von idealen Trainern, die Freude haben, wimmelt.

Vor einem Jahr folgte Wild im OFV auf Jost Leuzinger. Keine einfache Aufgabe. Leuzinger hatte zuvor über 20 Jahre erfolgreich als Technischer Leiter gearbeitet. «Ich war aber gut vorbereitet», sagt Wild, der bereits vier Jahre als OFV-Instruktor tätig gewesen ist. Ausserdem profitiert er von seinen eigenen Erfahrungen im Fussballgeschäft: Wild spielte früher selber in der NLB, wechselte dann ins Trainermetier und schaffte es 2009 als Assistenzcoach von Uli Forte mit dem FC St. Gallen sogar in die Super League.

Experten werden spezifischer eingesetzt

«Als Technischer Leiter habe ich mir zuerst einen Überblick verschafft. Aber dann konnte ich schnell meine Ideen einbringen», sagt Wild. Ein wichtiges Anliegen hat er bereits umgesetzt. Neu unterrichten nicht mehr sämt­liche Experten alle Kurse. «Sie werden jetzt spezifischer ein­gesetzt.» Nachvollziehbar bei 45 verschiedenen Kursen. Nun gibt es Experten, die ausschliesslich Trainer im Kinderfussball oder solche, die ausschliesslich Aktivtrainer unterrichten.

"Die Trainer sollen nicht nur in den Kurs kommen, einige Stunden zuhören und dann wieder nach Hause gehen."

Wild ist mit seinen Ideen ­damit nicht am Ende. In Zukunft will er die Trainer noch intensiver einbinden. «Nur Frontalunterricht kann es nicht sein. Die Trainer sollen nicht nur in den Kurs kommen, einige Stunden zuhören und dann wieder nach Hause gehen.» Dem Thurgauer ist es wichtig, dass sie aus den Kursen nachhaltig etwas für die Praxis mitnehmen. Deshalb drängt sich eine Nachbetreuung auf. «Wir wollen sie auch im Tages­geschäft unterstützen und beispielsweise in einem Training vorbeischauen.» Er wisse, wie schwierig das sei. Doch es sei ein Ziel, eine Vision von ihm.

Vereine stossen an ihre Grenzen

Wild spricht mehrmals von seinen Visionen, hat hohe Ansprüche. «Hauptziel ist, dass wir die Trainer im Breitenfussball besser machen.» Das Potenzial der Ostschweiz sei hoch, und man sei fussballerisch gut aufgestellt. «Der Ostschweizer Fussball lebt.»

Trotzdem: In einigen Bereichen würden Vereine an ihre Grenzen stossen. Infrastruktur und auch Trainer seien knapp. Leider. «Wir wollen deshalb den Einstieg für Trainer so einfach wie möglich gestalten, um dem im Rahmen unserer Möglichkeiten entgegenzuwirken.» So wird laufend an zusätzlichen Angeboten gearbeitet.

Sein Handlungsspielraum ist jedoch nicht unendlich. Viele Weisungen erhält Wild vom Schweizerischen Fussballverband SFV: Die Ausbildungsphilosophie ist ebenso vorgegeben wie die Kursinhalte. Die aktuelle Spielphilosophie wurde nach der EM 2016 überarbeitet. Sie gliedert sich in vier Spielphasen: Wir haben den Ball, wir haben den Ball nicht, wir erobern den Ball, wir verlieren den Ball. «Für jede dieser Spielphasen geben wir den Trainern Tipps. Und sie vermitteln diese dann auf den Fussballplätzen in der ganzen Region.»

Ob Junioren oder Bundesliga

Selber steht Wild nicht mehr auf dem Feld, weder als Spieler noch als Trainer. Die Spielerkarriere musste er wegen Hüftarthrose schon früh an den Nagel hängen, als Trainer hörte er vor drei Jahren aus zeitlichen Gründen auf. Dafür verfolgt er den Fussball als Zuschauer intensiv. Seien es Junioren-Spiele auf dem Land oder Spiele in den internationalen Topligen. Dabei achtet er aber weniger auf die Resultate als aufs Spiel,die Taktik, das Zweikampfverhalten – und natürlich auf die Trainer.

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