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Der Tomba aus Tonga: Rugby-Spieler Kasete Naufahu Skeen startet im Slalom

Bei der WM starten auch Läufer aus Haiti oder Tonga. Heute müssen sie zuerst einmal ein Qualifikationsrennen bestreiten.
Thomas Häberlein / Marco Maeder (SID), Åre
Slalomtore statt Rugby: Kasete Naufahu Skeen aus Tonga. Bild: PD

Slalomtore statt Rugby: Kasete Naufahu Skeen aus Tonga. Bild: PD

Jean-Pierre Roy ist schon ein alter Hase. Und er versteht etwas von Vermarktung in eigener Sache. Roy, 55 Jahre alt, dreifacher Grossvater, Haitianer mit Wohnsitz in Paris und seit den WM vor acht Jahren in Garmisch-Partenkirchen mehr oder weniger ernst zu nehmender Skirennläufer, hält sich auch in Åre dort auf, wo ihm Aufmerksamkeit gewiss ist. Geduldig wartete er etwa auf das Ende einer Pressekonferenz mit Felix Neureuther, um ein Foto mit ihm zu erhaschen.

Publicity ist wichtig für Roy, den freilich noble Motive antreiben. Es war das fürchterliche Erdbeben 2010, das ihn dazu veranlasste, den Blick auf seine geschundene Heimat zu lenken. Und ein Haitianer im Schnee ist allemal dazu angetan, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Roy will Geld sammeln, um beim Wiederaufbau zu helfen.

Der Grossvater aller Exoten ist aber Hubertus Prinz zu Hohenlohe, 60 Jahre alt geworden vor eineinhalb Wochen, aber für Mexiko startend gut genug, um WM-Pisten in einem Tempo zu absolvieren, das für die meisten Hobbyskifahrer viel zu rasant ist. Abgesehen davon ist «Hubsi» ein grossartiger Selbstdarsteller: Zur WM in Åre ist er stilecht im Bentley angereist. Unter den Kleinen ist er der Grösste.

Längst halten sich von Hohenlohe und seine Artgenossen vorzugsweise dort auf, wo sie nicht weit entfernt sind von Mi­krofonen oder Kameras. 75 Nationen sind bei dieser WM vertreten, in den Meldelisten finden sich auch Länderkürzel wie BRA (Brasilien), GHA (Ghana), JOR (Jordanien), PUR (Puerto Rico) – oder TON: Tonga erlangte 2018 bei der Winterolympiade in Pyeongchang Aufmerksamkeit: durch Pita Taufatofua, genau, den Mann mit dem entblössten Oberkörper bei Eiseskälte.

In Åre ist das Königreich im Pazifik, sportlich eine Grossmacht im Rugby, durch Kasete Naufahu Skeen (36) vertreten. Er wurde in London geboren und hat es schon mal geschafft, dass er den medienwirksamen Spitznamen «Tomba aus Tonga» bekam (oder erfand). Skeen wohnt in Duved, also etwa sieben Kilometer von Åre entfernt, und er muss mit dem Bus fahren. Der Ski-Weltverband findet die Teilnahme der Aussenseiter selbstverständlich ganz prima für die Optik. Einmal vor Ort, bleiben die Exoten dann lästige Statisten. Sportlern wie Skeen und Roy ist zudem gemein, dass sie erst mal in die Qualifikation müssen. In Riesenslalom und Slalom sind nur 75 Starter zugelassen, deshalb wird heute ein erstes Rennen vor dem Rennen veranstaltet, in dem 25 Startplätze für den WM-Wettbewerb ausgefahren werden. Gut für einen wie Skeen: Die Qualifikation findet nämlich in Duved statt.

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