Der Stimmungsbarometer rund
um den FC St.Gallen steigt

Eine Zwischenbilanz nach dem ersten Saisonviertel zeigt, dass die Ostschweizer die Umwälzungen auf Führungsebene und auf dem Platz gut überstanden haben. Zudem gewinnt der Club je länger, desto mehr das Vertrauen der Anhänger zurück.

Patricia Loher
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Prächtige Choreografie der St. Galler Anhänger vor dem Heimspiel gegen die Grasshoppers. (Bild: Ralph Ribi)

Prächtige Choreografie der St. Galler Anhänger vor dem Heimspiel gegen die Grasshoppers. (Bild: Ralph Ribi)

Keiner ahnte, was noch folgen sollte, als Giorgio Contini vor
14 Monaten die erste Saison als Trainer des FC St. Gallen in Angriff nahm. Heute ist beim Traditionsverein nichts mehr so, wie es damals war. Eine sportliche Zwischenbilanz zeigt aber auf, dass die Ostschweizer die Umwälzungen auf Führungsebene und den Umbruch im Team zumindest auf dem Feld schadlos überstanden haben. Wo waren die St. Galler vor einem Jahr? Wo stehen sie jetzt? Ein Vergleich.

Punkte:

Vor einem Jahr erwischte St. Gallen unter Contini einen guten Start. Nach dem 2:1 gegen Basel und dem 3:0 gegen Thun belegten die Ostschweizer nach dem ersten Saisonviertel mit
15 Punkten den zweiten Rang. In den ersten neun Spielen dieser Saison hat sich St. Gallen bloss einen Zähler weniger gesichert, was zu Platz vier reicht.

Tordifferenz:

In den bisherigen neun Partien haben die St. Galler genau so viele Tore erzielt wie zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr: 14. Noch nicht wunschgemäss läuft es in der Defensive. Während St. Gallen vor einem Jahr 11 Tore kassiert hatte, sind es in dieser Saison bereits 15. Die «Anzahl der Gegentore stört mich», sagte Trainer Peter Zeidler schon vor dem Heimspiel gegen die Grasshoppers.

Torschützen:

In der Saison 2017/18 hatte Marco Aratore in den ersten neun Spielen fünfmal getroffen, Danijel Aleksic und Albian Ajeti waren je dreimal erfolgreich. Ein Rückschlag war, dass die St. Galler Ajeti an Basel abgaben; allerdings machte sich das in der angespannten finanziellen Situation wenigstens auf dem Konto positiv bemerkbar. In diesem Saisonviertel war Cedric Itten mit vier Treffern der beste Torschütze – aber auch auf ihn kann St. Gallen nicht mehr zählen. Der 21-Jährige fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus. So wie damals Ajeti ist auch Itten kaum zu ersetzen.

Stimmungsbarometer:

Vor einem Jahr tobten auf Führungsebene die Machtkämpfe. Die sportlichen Erfolge allein genügten nicht, um das Vertrauen der Anhänger zurückzugewinnen. Obwohl die St. Galler in dieser Saison auf dem Platz noch auf der Suche nach Stabilität sind, ist die Zuversicht bei den Fans doch zurück. Präsident Matthias Hüppi, der Verwaltungsrat, Sportchef Alain Sutter und Trainer Zeidler bemühen sich um Volksnähe und um Transparenz – das bekommt der Stimmung rund um den Verein gut.