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Dem Thurgauer Veloprofi Stefan Bissegger gelingt der Sprung in die Königsklasse

Stefan Bissegger ist der einzige Schweizer Profi, der regelmässig gewinnt. Jetzt wird der 20-Jährige mit einem gut dotierten Vertrag bei einem Team der World Tour belohnt.
Daniel Good
Harter Tag – grosser Sieg: Stefan Bissegger setzt sich in Privas bei starkem Regen in der sechsten Etappe der Tour de l’Avenir durch. (Bild: Tour de l’Avenir/Elisa Haumesser)

Harter Tag – grosser Sieg: Stefan Bissegger setzt sich in Privas bei starkem Regen in der sechsten Etappe der Tour de l’Avenir durch. (Bild: Tour de l’Avenir/Elisa Haumesser)

Die Tour de l’Avenir ist ein Sprungbrett für zukünftige Gewinner der Tour de France. Schon sechs Gesamtsieger des Rad-Etappenrennens für Nachwuchsprofis setzten sich auch im bedeutendsten Velorennen der Welt durch. Das hat zur Folge, dass die Manager der Spitzenteams – jenen, die zur World Tour gehören – an der Tour de l’Avenir rege Ausschau halten nach zukünftigen Champions.

Besonders stark im Rennen der zukünftigen Elitesieger schnitt 2019 der noch nicht 21-jährige Thurgauer Stefan Bissegger ab. Er gewann eine der zehn Etappe und war eine der Lokomotiven, als die jungen Schweizer das Mannschaftszeitfahren gewannen. Wieder daheim sagte Bissegger, als er sich von den Strapazen erholte: «Die Vorbereitung war schon hart, das Rennen ebenfalls. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt».

Die Olympischen Spiele gehen vor

Denn nun hat Bissegger ansehnliche Perspektiven im Profimetier – auch finanziell. Der gelernte Velomechaniker hat aufgrund der Erfolge in Frankreich einen mehrjährigen Vertrag mit einem Rennstall der World Tour erhalten. Davon träumt jeder junge Rennfahrer.

Bisseggers neuer Arbeitgeber nimmt sogar Rücksicht auf die olympischen Ambitionen des Hoffnungsträgers aus Mettlen. Der junge Thurgauer ist Stammfahrer im Schweizer Bahnvierer, der mit der Qualifikation für Tokio 2020 rechnen darf. Deshalb beginnt der Vertrag mit seiner neuen Mannschaft am 1. August 2020.

Die Sonderklausel für den WM-Titel

Bissegger wird erstmals gutes Geld mit dem Sport verdienen, nachdem er sich bis jetzt immer wieder zur Decke strecken musste. Im Profivertrag ist sogar eine Sonderklausel enthalten, die zur Anwendung kommt, falls der Schweizer im September in England U23-Weltmeister im Strassenrennen wird. Bissegger sagt:

«Die WM-Strecke in diesem Jahr kommt mir entgegen: viele Kurven, ein ständiges Auf und Ab und Positionskämpfe.»

Wenn er WM-Gold holt, erhält er eine Spezialprämie von seinem neuen Renntall.

Bissegger, ehemaliger Junioren-Weltrekordhalter in der Einzelverfolgung, ist auch ein Spezialist für Prüfungen gegen die Uhr, aber er sagt: «Die Resultate an einer Zeitfahren-WM hängen stark von der Tagesform ab.» Diesen Sommer holte Bissegger an der U23-EM im Zeitfahren die Bronzemedaille.

Es gab aber auch Siege. Inklusive das Mannschaftszeitfahren gewann Bissegger schon sechs Rennen in dieser Saison, drei davon in der Elite. So viele Erfolge kann kein anderer Schweizer Profi vorweisen.

Stark im Regen

Zurück zur Tour de l’Avenir 2019, die am Sonntag mit einer weiteren Bergetappe in den Alpen zu Ende ging: Bissegger ist einer der wenigen Rennfahrer, dem Regen nichts ausmacht. «Ich habe es auch nicht so gerne, aber der Niederschlag stört mich nicht. Man muss sich einfach arrangieren.»

Zwei Thurgauer im erfolgreichen Schweizer Team

Als Bissegger als erst vierter Schweizer in diesem Jahrhundert in Privas eine Massenstartetappe der Tour de l’Avenir gewann, goss es in Strömen. «Es war ganz schön hart. Am Schluss waren nur noch die Stärksten vorne. Umso schöner fühlte sich der Sieg an», so Bissegger. Mit dem 21-jährigen Weinfelder Damian Lüscher war ein zweiter Thurgauer Teil der erfolgreichen Schweizer Equipe.

Laurent Fignon als Ausnahme der Regel

Auf einen Sieg an der Tour de l’Avenir muss nicht immer ein Erfolg an der Tour de France folgen. 1988, als das Rennen ausnahmsweise für alle Kategorien ausgeschrieben war, setzte sich Laurent Fignon durch. Im Sommer danach verlor er die Tour um acht Sekunden gegen Greg Lemond, einen weiteren Sieger der Tour de l’Avenir.

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