Der Sponsor will mit nach Davos

ZSKA Moskau machte seine Teilnahme am diesjährigen Spengler Cup davon abhängig, ob der Teamsponsor einen Werbeauftritt am Turnier bekommt.

Matthias Hafen
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EISHOCKEY. Es ist ein Novum in der Geschichte des Spengler Cups. Für die 87. Austragung des Davoser Turniers, das auch in diesem Jahr vom 26. bis 31. Dezember stattfindet, bringt eine Mannschaft ihren eigenen Sponsor mit. Das ambitionierte KHL-Team ZSKA Moskau, zu Sowjetzeiten der Sportclub der Roten Armee, wird auf seinen Trikots den Schriftzug von Rosneft tragen. Rosneft ist im Ölgeschäft das, was Gasprom im Erdgasmarkt ist: Branchenprimus und zugleich Geldmaschine sowie wirtschaftspolitische Waffe des Kremls. Mit der im Oktober 2012 bekanntgegebenen Übernahme von TNK-BP wurde Rosneft zum weltgrössten Energiekonzern.

Präsent auf Eis und Banden

Rosneft ist nicht nur Hauptsponsor von ZSKA Moskau, sondern auch Hauptaktionär, also Besitzer. Das Unternehmen machte die Teilnahme des ZSKA am Spengler Cup von einem eigenen Werbeauftritt in Davos abhängig. Die Vermarktungsagentur IMG stand deswegen vor dem ungewöhnlichen Problem, «übervermarktet» zu sein, verschaffte den Russen jedoch Platz. Der Ölkonzern wird nun auf dem Trikot von ZSKA Moskau sowie auf dem Eis, auf den Banden und allen Drucksachen des Turniers präsent sein.

Fredi Pargätzi, OK-Chef des Spengler Cups, setzte sich persönlich dafür ein, dass ZSKA Moskau in diesem Jahr in Davos präsent sein wird – zum zweitenmal nach dem Turniersieg 1991.

Eineinhalb Jahre verhandelt

«Es ist grossartig, einen Club mit diesem Renommée am Spengler Cup zu haben», sagt Pargätzi. Einfach seien die Verhandlungen jedoch nicht gewesen. Sie dauerten eineinhalb Jahre. «Auch in sportlichen Belangen geht praktisch nichts, ohne dass Rosneft die Entscheidung absegnet», so der OK-Chef.

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