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Fall Grab: Der Schwingerverband will abwarten

Bis Swiss Olympic ein Urteil im Dopingfall von Martin Grab fällt, kann es Wochen dauern. Bis dahin will der Eidgenössische Schwingerverband keine Stellung nehmen, sagt Obmann Paul Vogel.
Claudio Zanini
Martin Grab bei seinem letzten Schwinget, dem Schwyzer Kantonalen im Mai in Sattel. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Martin Grab bei seinem letzten Schwinget, dem Schwyzer Kantonalen im Mai in Sattel. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Der Schwingsport hatte bislang fünf Dopingfälle erlebt, am Samstag kam nun ein spektakulärer dazu: Martin Grab (39), dem ehemaligen Spitzenschwinger aus Rothenthurm, konnte in der B-Probe erneut das Medikament Tamoxifen nachgewiesen werden (siehe Ausgabe vom Sonntag).

Grab bekräftigte am Samstagnachmittag, niemals wissentlich und willentlich etwas Verbotenes genommen zu haben – gleiches hatte er bereits nach der positiven A-Probe gesagt. Wie Grab richtigerweise betonte, fördert Tamoxifen das Leistungsvermögen nicht. Allerdings wird die Substanz eingesetzt, um Nebenwirkungen bei Anabolika-Kuren zu bekämpfen. Bei Bodybuildern, die mit muskelaufbauenden Präparaten arbeiten, ist das Mittel beliebt. Es verhindert, dass den Männern etwa Brüste wachsen. Der übliche Gebrauch findet in der Onkologie statt: Normalerweise wird Tamoxifen Brustkrebspatientinnen verabreicht.

ESV-Obmann Paul Vogel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

ESV-Obmann Paul Vogel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Paul Vogel ist Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV). Über Substanzen und Martin Grab möchte der Luzerner nicht sprechen – noch nicht. Am Sonntag lässt Vogel, der selbstständige Unternehmer, per SMS ausrichten, er sei erst am kommenden Mittwoch wieder erreichbar – ehe er sich doch noch per Telefon meldet. «Ich bitte um Verständnis, aber wir nehmen zum Fall Martin Grab momentan keine Stellung, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Wir warten nun auf das Urteil der Disziplinarkammer von Swiss Olympic.» Es dürften einige Wochen vergehen, bis das Strafmass bekannt ist. Doch wie hat Vogel, als höchster Schwinger des Landes, die Nachricht der positiven B-Probe aufgenommen? Was bedeutet das für den Schwingsport? Der Obmann bleibt allgemein. «Normalerweise ist die B-Probe positiv, wenn es bereits die A-Probe war. Das haben wir ja auch schon in anderen Sportarten erlebt.»

Kontaminierte Nahrung?

Vogel sagt weiter, man unternehme vieles für einen sauberen Schwingsport. «Seit Ende der 90er-Jahre werden sporadisch Kontrollen von Antidoping Schweiz durchgeführt. Seit Januar 2017 geschieht dies im Auftrag von Swiss Olympic. Im letzten Jahr wurden über 70 Proben genommen. Wir unternehmen viel für die Prävention. Bereits jeder Jungschwinger wird angewiesen, sich die App runterzuladen, die ihm problemlos bei jedem Medikament anzeigen kann, ob es verboten ist. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, was er zu sich nimmt.»

Martin Grab hat sich vorgenommen, herauszufinden, wie Tamoxifen in seinen Körper gelangen konnte. So steht auch die These im Raum, dass er das Mittel via kontaminierte Nahrung versehentlich aufgenommen hätte. Matthias Kamber, ehemaliger Chef von Antidoping Schweiz hält in der «NZZ am Sonntag» gegen diese Version. «Die Chance hierfür ist verschwindend klein. Eine Kontamination ist praktisch ausgeschlossen.» Kamber sagt weiter, bei einem Tamoxifen-Fund sei nicht entscheidend, wie gross die Menge sei. Einen Toleranzwert brauche es nicht.

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