Der Schlüssel liegt bei Uzwil

EISHOCKEY. Heute Samstag absolviert Erstligist Frauenfeld das bisher wohl wichtigste Spiel dieser Saison. Und nur ein Sieg gegen Herisau lässt das Team weiter ganz leise auf die Playoffs hoffen. Aber nur, wenn Uzwil gegen Ceresio gewinnt.

Ruedi Stettler
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Für die in den letzten Jahren so erfolgsverwöhnten Frauenfelder ist diese Meisterschaft eine zum Vergessen. Statt an der Spitze mitzumischen, turnt die Mannschaft im hinteren Mittelfeld herum. Verliert sie heute gegen Herisau (punktgleich mit Ceresio), steckt sie sogar tief im Abstiegssumpf. Schauen drei Punkte heraus, darf der EHCF wieder auf die Playoff-Teilnahme hoffen. Allerdings hat man mit der Niederlage in Uzwil das Zepter aus den eigenen Händen gegeben. Und muss auf Uzwil hoffen.

Die St. Galler können sorgenfrei – da bereits in den Playoffs – gegen Ceresio (8.) antreten. Ceresio liegt zwei Punkte vor Frauenfeld.

EHCF-Trainer Ralph Ott sieht das ganze pragmatisch: «Natürlich stehen wir unter Zugzwang, doch das ist schon die ganze Saison so. Ich bin zufrieden mit der Ausgangslage, wir haben immer noch die kleine Chance, uns auf Platz acht vorzuschieben. Aber klar ist, dass dies nur möglich ist, wenn Ceresio verliert.»

Zu kleines Kader

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Tessiner «normal», erst nach Verlängerung oder nach Penalties unterliegen. Bei Punktgleichheit würde Frauenfeld davon profitieren, dass es die Südschweizer zweimal geschlagen hat und nur eine Niederlage hinnehmen musste. Der Schlüssel liegt also in Uzwil, das sich seinen eventuell späteren Playoff-Gegner aussuchen kann. Will es lieber nach Frauenfeld statt ins Tessin reisen, das ist hier die Kernfrage.

Wobei es nicht sicher ist, ob die beiden je aufeinander treffen werden. Das Hauptproblem bei Frauenfeld ist das schmale Kader. Die Situation hat sich dadurch verschärft, dass seit einigen Partien mit Thomas Jost (hinteres Kreuzband gerissen) und Thomas Korsch (Muskelriss) zwei tragende Figuren bis Saisonende verletzt ausfallen. Zuletzt hat es auch Ricardo Basarte (Leistenprobleme) erwischt. Logisch, dass Ott meint: «Weitere Ausfälle können wir uns wirklich keine mehr leisten. Sonst fehlen mir gewisse Alternativen, wenn ich Umstellungen vornehmen möchte.»

Wieder einfach spielen

Nicht gefallen hat dem langjährigen Nationalligaspieler, dass seine Mannschaft im Match bei Uzwil das System nicht eingehalten hat: «Wir haben das Konzept verlassen und das war der Anfang vom Ende. Gegen Herisau müssen wir genau das spielen, was wir können. So einfach wie möglich, keine Kunststücke versuchen, die sowieso meist misslingen. Ich habe Vertrauen in mein Team.»

Von Angst vor dieser schicksalhaften Begegnung will Ralph Ott nichts wissen. Aber warum der ehemalige Amateur-Schweizer-Meister einfach nicht auf Touren kommt, darüber macht sich der Felbener schon seine Gedanken: «Viele kleine Faktoren haben bisher immer gegen uns gesprochen. Und ich muss es nochmals erwähnen, das extrem enge Kader bringt kaum Möglichkeiten. Selbst im Training habe ich immer nur drei Blöcke zur Verfügung.»

Der Frauenfelder Trainer hat längst festgestellt, dass das Niveau in der 1. Liga von Jahr zu Jahr ansteigt. Er bringt es auf den Punkt: «Wer meint, es reiche immer noch das, was er im Vorjahr gemacht hat, der liegt völlig falsch.»

Weil das Hauptaugenmerk in dieser letzten Zwischenrunde bei Frauenfeld – Herisau liegt, geht das Duell Weinfelden – Wetzikon fast etwas unter.

Chance für Weinfelden

Dabei hat der SCW die Chance, sich mit einem weiteren Erfolg bereits sechs Punkte vom Schlusslicht aus dem Zürcher Oberland – das sich zuletzt gehörig steigerte – abzusetzen. Die Mittelthurgauer sind allerdings etwas zu einer Wundertüte geworden. Immer für eine Überraschung gut, manchmal halt auch für eine negative.

In der oberen Masterrunde gastieren die Pikes Oberthurgau bei Chiasso und möchten natürlich drei Punkte mit nach Hause nehmen, um den zweiten Platz zu behalten. Dieser würde in den Playoffs zum Auftakt das Heimrecht garantieren.

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