Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Salon der Auserwählten

KREUZLINGEN. Der Kunstraum Kreuzlingen ist von den freien Kunstorten jener, der immer wieder die unkonventionellsten Kunstpositionen vertritt. In der ersten Werkschau TG hat es auch Platz für junge unbekannte Kunstschaffende.
Barbara Fatzer
Sechs Treppenstufen als Zutritt zum Kunstraum Kreuzlingen: Christine Müllers Installation an der Werkschau Thurgau. (Bild: Dieter Langhart)

Sechs Treppenstufen als Zutritt zum Kunstraum Kreuzlingen: Christine Müllers Installation an der Werkschau Thurgau. (Bild: Dieter Langhart)

Bei der Auswahl durch Jurymitglied und Kurator Richard Tisserand ist nicht so leicht nachvollziehbar, was denn die einzelnen Kunstpositionen vielleicht verbindet oder in Gegensatz zueinanderbringt, denn die Bilder, Videos und Installationen sind in drei völlig voneinander getrennten Räumen untergebracht.

Der Wunsch wäre eigentlich, hier einen Salon anzubieten, in dem die einzelnen Werke aufeinander einwirken und die Anwesenden zur Diskussion über die zeitgenössischen Kunstäusserungen anregen.

Das Dilemma der Jurierung

In diesem Zusammenhang müsste man auch einmal nachfragen, was es denn ausmacht, was als thurgauische Kunst angesehen wird, wenn man die Herkunft einzelner Beteiligter betrachtet. Und sofort wird klar, dass man solche Eingrenzungen nicht anlegen darf, wenn es um Kunst geht. Das wird wohl auch ein Dilemma gewesen sein bei der Jurierung.

Wie immer bei solchen Gesamtschauen gibt es Werke, die herausfordern oder eine nachhaltige Wirkung ausüben. So geschehen bei Ernst Thomas «Rubens/Syria» als changierendes Video-Gemälde, das für ähnliche Ereignisse vor 2000 Jahren und heute eine gleiche menschliche Gestik der Brutalität vor Augen führt. Die zum Töten erhobenen Arme, die Arme der Verzweiflung, des Protests und des Zorns haben sich inzwischen nicht geändert, ob bei Rubens' «Massaker der Unschuldigen» (Kindermord Bethlehem) oder bei der Pressefotografie einer Beerdigung gewaltsam umgebrachter Syrer – beide Male erleiden die Betroffenen die unausweichliche Macht der Vernichtung, gegen die sie sich nicht wehren können.

Wundersame Reisen

Und dann ist da noch das «Gasthaus Hirschen» im Salon eingerichtet, wo man abgeschottet vom übrigen Raum den «Reden des Hirsches» zuhören kann. Dazu wünschte man sich noch ein kuscheliges Sofa, um sich gemütlich diesen wundersamen Weltreiseberichten von Herbert Kopainig hingeben zu können.

Dieser Künstler hat den Anspruch, ein Panoptikum zu errichten, das bis jetzt zehn Werkzyklen mit insgesamt dreissig Environments umfasst. Es ist ein Gesamtkunstwerk, das sich seit vierzig Jahren immer noch erweitert und einen durch eine Terra Incognita führt, die sehr wohl auch unsere Phantasie anregt. Das Werk ist inzwischen so umfassend geworden mit all den Utensilien, Videos, Musik, Objekten und Zeichnungen, dass immer nur ein Teil ausgestellt werden kann. Jetzt ist Gelegenheit, zusammen mit Elisas Wundersam als Begleiter Ausschnitte aus dem «Institut Panoptikum» zu erhaschen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.