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Der Ramadan macht die tunesische Nationalmannschaft erfinderisch

Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan sportliche Höchstleistungen abzurufen, kann schwierig sein. Das Fussballnationalteam Tunesiens schafft sich in zwei Testspielen mit einer besonderen List Abhilfe.
Sergio Dudli
Während des Ramadans fasten die Muslime bis Sonnenuntergang. (Bild: AP)

Während des Ramadans fasten die Muslime bis Sonnenuntergang. (Bild: AP)

Seit dem 16. Mai wird in einem Grossteil der muslimischen Welt wieder gefastet. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist es den Muslimen untersagt, Nahrung zu sich zu nehmen. An der WM sind gleich mehrere Teams dabei, deren Spieler mitten in den Vorbereitungen auf den grossen sportlichen Höhepunkt fasten. Die Tunesier haben sich in den Testspielen gegen Portugal und die Türkei etwas ganz Besonderes einfallen lassen, damit sich die Spieler rechtzeitig verpflegen können.

Der theatralische Auftritt des Goalies

Im Spiel gegen Portugal läuft die 58. Minute. Es steht 2:1 für den amtierenden Europameister. Da lässt sich der tunesische Torhüter Mouez Hassen auf dem Platz behandeln. Eine Verletzung kurz vor der WM? Mitnichten! Während der Goalie von der tunesischen Medizinabteilung gepflegt wird, begeben sich die Spieler zur Trainerbank - und essen Datteln und trinken Wasser. Denn genau in jener 58. Spielminute geht die Sonne an diesem Tag unter. Somit dürfen die muslimischen Spieler wieder Nahrung zu sich nehmen. Die gestärkten Tunesier erzielen in der Folge noch den Ausgleich. Es war also eine Verletzung zum richtigen Zeitpunkt. Zufall?

Ein bewährtes Mittel funktioniert immer

Dass es sich bei der vorgetäuschten Verletzung um keinen Zufall gehandelt hat, zeigt sich wenige Tage später beim nächsten WM-Test der Tunesier gegen die Türkei. Dieses Mal läuft die 49. Minute, als sich Goalie Hassen nach einem harmlosen hohen Ball auf den Rasen legt. Welch ein Glück, dass kurz zuvor die Sonne untergegangen ist. Somit können sich die Spieler erneut mit Datteln und Wasser stärken, um wieder zu Kräften zu kommen.

Steht es vor der «Verletzung» Hassens noch 1:0 für die Türken, geht Tunesien bis zur 79. Minute in Führung. Erst ein Tor in der 90. Minute zum 2:2 rettet die Türkei vor einer Niederlage gegen die gewieften Tunesier. Trotzdem: Wie schon in der Partie gegen Portugal erstarken die Nordafrikaner nach der zusätzlichen Pause. In einem Tweet lässt Goalie Hassen zudem durchblicken, dass er die Verletzungen nur vorgetäuscht hat. Übersetzt schrieb er: «Ich hatte schlimme Schmerzen», gefolgt von lachenden Emojis.

Später Anpfiff gegen Spanien

Das nächste Spiel bestreitet Tunesien am Samstag, 9. Juni, gegen Spanien im russischen Krasnodar. Glück für die Tunesier: Anpfiff der Partie ist um 21:45 Uhr Ortszeit - bis dahin ist die Sonne bereits seit knapp zwei Stunden untergegangen. Der Ramadan dauert übrigens bis zum 16. Juni. Zwei Tage später bestreitet Tunesien sein erstes WM-Spiel gegen England.

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