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Jeremy Seewer ist der erste Schweizer Motocross-Fahrer mit einer tauglichen Maschine in der Königsklasse

Jeremy Seewer ist der erste Schweizer, der mit einer Werksmaschine unterwegs ist. Die WM in der Königsklasse MXGP beginnt für den Yamaha-Piloten am Wochenende in Argentinien.
Daniel Good
Jeremy Seewer bringt alles mit, um dereinst Motocross-Weltmeister in der wichtigsten Rennserie zu werden. (Bild: Juan Pablo Acevedo)

Jeremy Seewer bringt alles mit, um dereinst Motocross-Weltmeister in der wichtigsten Rennserie zu werden. (Bild: Juan Pablo Acevedo)

Im internationalen Motorsport haben Schweizer nicht viel zu melden. Die Ausnahme ist Jeremy Seewer, Mitglied des Motor- und Radsportvereins Frauenfeld.

Er bringt alles mit, um dereinst Weltmeister zu werden. Anfang dieser Woche flog der 24-Jährige nach Argentinien, wo am Wochenende die Motocross-WM der höchsten Kategorie beginnt.

Seewer wird in dieser Saison um Spitzenplätze fahren, denn er ist mit dem Material gut bedient. Seit dieser Saison ist er Werksfahrer bei Yamaha. Besser geht fast nicht. Die Japaner gehören zu den erfolgreichsten Rennställen mit 27 WM-Titeln. Seewer sagt:

«Früher waren das alles Helden für mich. Es ist cool, dass ich nun auch dazu gehöre. Ich darf auch sagen, dass ich mir den Aufstieg erarbeitet habe.»

Seewer erhält die begehrte Werksmaschine nicht etwa, weil er viel Geld mitbringt, sondern weil er ein Ausnahmetalent ist. Er ist der erste Schweizer, der in der MXGP, der Königsklasse im Motocross, um den Titel mitfahren kann. In dieser Saison wird es aber noch nicht so weit sein. Der Rennstall mit den Maschinen von KTM dürfte heuer noch einmal den Ton angeben.

Nach der Lehre wird er Profi

Seewer will 2019 «regelmässig unter die ersten fünf fahren». Der zweite Mann im Yamaha-Werksteam ist Romain Febvre, der Weltmeister von 2015. Der Franzose war in der vergangenen Saison WM-Sechster, Seewer mit einer Yamaha ohne Werksunterstützung Achter. Dieser Achtungserfolg trug dem Schweizer in seinem ersten Jahr in der Königsklasse den Titel «bester Neuling» und den Werksvertrag ein.

Seewer wurde schon nach der Lehre 2014 Profi. In der zweithöchsten Kategorie MX2 belegte er 2016 und 2017 jeweils den zweiten WM-Rang. Er bringt nicht nur die motorischen Fähigkeiten mit, sondern trainiert auch wie besessen den Körper.

Die Fitness ist ausserordentlich wichtig: «Trotz Motor sind wir in jedem Rennen körperlich am Limit», sagt Seewer. Er ist ehrgeizig:

«Wenn du nicht gewinnst, darfst du nicht zufrieden sein.»

Der Weltkonzern Yamaha tut alles, um den Rückstand auf KTM zu verkleinern. Rund 20 Personen kümmern sich zu 100 Prozent um Seewer und Febvre. So stehen Seewer ein Ingenieur fürs Training sowie ein Renningenieur samt Assistent zur Verfügung. «Die Abstimmung der Maschine ist etwas vom Wichtigsten in unserem Sport. Es gibt hundert Möglichkeiten, aber nur wenige davon sind tauglich, wenn es um den Sieg geht», sagt Seewer.

Weltumspannende Rennserie

Privatteams haben deutlich weniger Ressourcen als die werksunterstützten Rennställe, um die perfekte Abstimmung zu finden. «Das sind zwei paar Schuhe.» Seewer weiss, wovon er spricht. In der vergangenen Saison gehörte er noch nicht zum Kreis der privilegierten Rennfahrer.

Zum ersten Mal schnürt Seewer die Stiefel in dieser WM-Saison in Neuquen in Nordpatagonien. Wegen einer Lungenentzündung vor einem Monat ist er noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Seewer bleibt aber genügend Zeit, um Spitzenplätze zu ergattern.

Insgesamt stehen 38 WM-Läufe auf dem Programm, je zwei an einem Ort. Der Schweizer Motorsportpionier kommt in diesem Jahr wieder weit herum. Auch in China, Indonesien, Russland und in der Türkei finden MXGP-Rennen statt.

Die WM-Prüfungen in Frauenfeld fallen hingegen aus. Zu viel Lärm, zu wenig Umweltschutz, so die Meinung der Gegner. Seewer war jeweils vor über 30 000 Zuschauern der Publikumsliebling. «Schade», sagt er zum Aus des Heimrennens, «vielleicht ergibt sich aber eine andere Lösung in der Schweiz.»

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