Der Mbappé des Radsports: 5 Dinge, die Sie über Marc Hirschi wissen müssen

Endlich wieder ein Schweizer Etappensieger an der Tour de France. Wer ist dieser Marc Hirschi, der an der Tour de France für Furore sorgt?

Raphael Gutzwiller
Drucken
Teilen
Das Lachen nach dem Triumph: Marc Hirschi.

Das Lachen nach dem Triumph: Marc Hirschi.

Stuart Franklin / Pool / EPA

1. Hirschi ist ein Supertalent

Seit Jahren wird Marc Hirschi als Supertalent bezeichnet. Egal, in welcher Kategorie er fährt, der Berner ist stets erfolgreich. Seine ersten internationalen Erfolge feiert Hirschi auf der Bahn. 2016 wird er Weltmeister im Zweier-Mannschaftsfahren gemeinsam mit Reto Müller. Auf der Bahn eignete sich Hirschi eine enorm gute Technik und ein Gefühl für Rennsituationen an, die ihn auch auf der Strasse auszeichnen. Sein vorerst grösster Erfolg ist der souveräne Sieg an der U23-Strassen-Weltmeisterschaft. In seinem ersten Profi-Jahr fuhr er beim Klassiker in San Sebastian sogleich aufs Podest.

Hirschi nach seinem U23-Weltmeistertitel 2018.

Hirschi nach seinem U23-Weltmeistertitel 2018.

Christian Bruna / EPA

2. Fabian Cancellara ist das grosse Vorbild - und der Manager

Marc Hirschi und Fabian Cancellara stammen beide aus dem bernischen Ittigen. Nicht nur, aber auch deshalb ist Cancellara das grosse Vorbild von Marc Hirschi. Als Cancellara 2008 von seinem Olympiasieg in Peking nach Hause zurückkehrt, kommt Hirschi zum ersten Mal mit Cancellara in direkten Kontakt und holt sich beim offiziellen Empfang Ittigens für ihren Helden ein Autogramm ab. Auch heute noch leben die beiden nur 300 Meter von einander entfernt. Manchmal unternehmen sie gemeinsam eine Rad-Tour. Seit einem Jahr ist Cancellara sogar Hirschis Manager. In dieser Rolle gibt Cancellara Tipps und unterstützt ihn. Auf das grosse Potenzial von Hirschi angesprochen, hat Fabian Cancellara Hirschi auch schon als Kylian Mbappé des Radsports bezeichnet.

3. Hirschi ist ein Velofreak

Als Marc Hirschi als grosses Nachwuchstalent in die Verbandsstrukturen von Swiss Cycling kam, befürchteten die Trainer, dass Hirschi von seinem Vater zu sehr gepusht werden würde. Rasch merkten die Verantwortlichen aber, dass es der junge Marc Hirschi selber war, der nicht genug vom Radsport kriegen konnte. Egal wo Velorennen stattfanden, Marc Hirschi war da. Noch immer ist bei Hirschi die Leidenschaft und Begeisterung für seinen Sport spürbar. Das zeigt sich auch darin, dass er bei sich und bei den Konkurrenten auf jedes Detail achtet. Auf jede erdenkliche Art möchte er besser werden. Das zeigte sich schon im Juniorenalter, als er auf der Bahn an einer noch besseren Tret-Technik arbeitete.

4. Für Hirschi war Corona ein Segen

Das Jahr 2020 startete für Marc Hirschi schlecht. Nicht wegen Corona, sondern weil er plötzlich körperliche Probleme hatte. Er kämpfte mit Hüftproblemen. Anfang Februar stieg Hirschi dennoch in die Saison ein, merkte aber, dass die Schmerzen immer schlimmer wurden. Die Diagnose: Die Hüftgelenkslippe war kaputt. Es stellte sich die Frage: Operieren oder nicht? Hirschi entschied sich für den Weg zum Physiotherapeuten. Zudem musste er seine Position auf dem Rad ein wenig anpassen. Durch Corona erhielt Hirschi ein bisschen mehr Zeit, die Planung ging perfekt auf. Genau jetzt an der Tour de France ist er in absoluter Topform. Klar ist auch, dass er zum eigentlich ursprünglich gedachten Zeitpunkt der Tour im Juni und Juli noch nicht in Topform gewesen wäre.

5. Schon jetzt fahren die Teamkollegen für Hirschi

Um Fortschritte zu machen, ist das Supertalent Marc Hirschi in seinem Team Sunweb von Helferaufgaben befreit. Stattdessen ist es inzwischen schon so, dass seine Teamkollegen für ihn fahren. Denn seinen ersten Profisieg hatte Hirschi auch der cleveren Taktik seiner Mannschaft zu verdanken. Hirschi konnte auf die Unterstützung der Teamkollegen Sören Kragh Andersen und Tiesj Benoot zählen. «Wir wollten es am vorletzten Berg schwer machen. Andersen und Benoot wurden perfekt von unseren Sprintern im Feld positioniert. Aus dieser Lage konnten sie attackieren und wenig später ging auch Marc in die Offensive», erklärte der Sportliche Leiter Matt Winston. Dass Sunweb schon jetzt auf Hirschi setzt, zeigt, wie gross das Potenzial des Berners ist.

Mehr zum Thema