Der Mann mit dem Zauberstab muss gehen

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Fussball Die Verbindung zwischen Trainer Murat Yakin und den Grasshoppers ist nach knapp acht Monaten bereits zu Ende. Nebst dem 43-Jährigen muss auch sein Bruder, Assistenzcoach Hakan Yakin, gehen. Sportliche und wohl vereinspolitische Gründe haben zum Zerwürfnis geführt. Am Samstag gastiert St. Gallen bei den Grasshoppers.

Nach nur einem Sieg in neun Runden beträgt die Marge der Zürcher gegenüber dem Tabellenletzten Sion nur noch vier Punkte. Zeitgleich näherte sich das zwischenmenschliche Betriebsklima dem Gefrierpunkt. Der Eklat hatte sich angebahnt, zumal der langjährige Financier Heinz Spross seinen Rückzug aus dem Aktionariat beschloss. Der 30-Prozent-Teilhaber war der einflussreichste Vertreter der Pro-Yakin-Fraktion.

Empfangen wie ein Heilsbringer

Empfangen worden war der zweifache Meister-Trainer im vergangenen Sommer wie ein Heilsbringer. Die NZZ verglich den 43-Jährigen mit Winnetou und ortete bei Yakin einen imaginären Zauberstab. Sportchef Ma­thias Walther fand seinen Platz neben dem Trainer indes nicht. Im Winter ordnete Yakin einen personellen Umbau an, der nicht gerade als Zeichen gegenseitiger Wertschätzung zu deuten war – oder anders formuliert: Yakin gab vor, Walther setzte um. Doch Walthers Bilanz ist desolat: ein drohender Abstieg, kein Transfergewinn in Aussicht, zwei Abfindungen für gescheiterte Übungsleiter. Bei der nächsten Analyse dürfte der Basler selber ins Zentrum der Kritiker rücken.

Walther und die beiden bisherigen Assistenz- und Konditionstrainer, Patrick Schnarwiler und Timo Jankowski, übernehmen nun bis auf weiteres die Cheftrainer-Aufgaben. (sda)