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Der Mann im Hintergrund

ORIENTIERUNGSLAUF. Hört man über die OL-Grosserfolge von Daniel Hubmann, erfährt man fast nie etwas über seinen Trainer. Seit 13 Jahren wird der Thurgauer von Kilian Imhof (44) aus Balterswil betreut.
Ruedi Stettler
Wenn Daniel Hubmann um Medaillen läuft, ist sein Trainer und Betreuer Kilian Imhof immer nah am Geschehen dran. (Archivbild: übc)

Wenn Daniel Hubmann um Medaillen läuft, ist sein Trainer und Betreuer Kilian Imhof immer nah am Geschehen dran. (Archivbild: übc)

Dass Kilian Imhof früher selber ein ausgezeichneter Orientierungsläufer war, ist längst vergessen gegangen. Dabei war er als junger Bursche bei den H-12 erstmals Schweizer Meister; es folgten 15 weitere Titel und er rückte deshalb bis ins Elitekader auf. Weil sein Körper ob der harten Belastung zu rebellieren begann, entschloss sich Imhof 1991, seine Karriere zu beenden. Seinem Sport blieb er aber erhalten, indem er stets verschiedene Läufer betreute, nicht nur Spitzenathleten wie Daniel Hubmann oder seinen Bruder Martin. Grosse Erfolge feierte Imhof von 1996 bis 1999 als Trainer des nationalen Juniorenkaders (unter anderen mit Simone Luder und Regula Hulliger) sowie von 2004 bis 2008 als Cheftrainer der Schweizer Frauen.

Als Bahnleger top

Nicht vergessen sind die Weltmeisterschaften in Rapperswil, wo 2003 Simone Niggli-Luder gleich vier Goldmedaillen errang. Für die Bahnlegung war damals Kilian Imhof zuständig. Aus diesem Grunde verzichtete der Hinterthurgauer auf die Betreuung von Daniel Hubmann, obwohl dieser 2002 in Spanien bereits zweimal Gold geholt hatte.

Über seine Arbeit als Bahnleger sagt Imhof lachend: «Ich mache das, wie andere halt Kreuzworträtsel lösen. Es ist für mich eine lustvolle Arbeit. Auch in Wil war ich dieses Jahr für die Bahn bei den Schweizer Nacht-OL-Meisterschaften zuständig. Weil ich meinen Beruf als Lehrer wegen einer Knieoperation nicht ausüben konnte, war ich dafür am Bürotisch fast vier Wochen in Vollzeit an der Arbeit.»

«Dani ist ein Macher»

Seit dem 1. August 2008 arbeitet Kilian Imhof zu hundert Prozent als Lehrer an der Primarschule in Tuttwil. Das hindert ihn nicht daran, sich als Betreuer der Hubmanns zu betätigen. Über den Schweizer Dominator der OL-Szene meint er: «Dani ist ein totaler Macher. Er lernt sofort und macht nie den gleichen Fehler nochmals.» Über dessen jüngeren Bruder Martin hält er fest: «Ihm fehlt oft etwas Selbstvertrauen und somit auch Sicherheit. Als Jüngster der Familie hat er bei seinen Brüdern Beat und Dani Rat geholt und ist deshalb so weit an die Spitze vorgestossen.»

Für diese Saison stellt ihm Imhof ein sehr gutes Zeugnis aus. Unerwartet Sieger im EM-Staffelrennen in Schweden und zweimal Gold an der Studenten-WM in Spanien sprechen für sich. Und das alles neben dem Studium. In einem Fall sind die Hubmanns laut Imhof haargenau gleich: «Sie sind absolute Siegläufer. Beide haben die Gabe, sich auf den Tag X optimal fokussieren zu können. Und dies, obwohl sie zwei ganz unterschiedliche Typen sind.»

Ab nach Neuseeland

Für Daniel Hubmann (29) endete diesen Sommer die EM in Schweden – nach Bronze im Sprint und Platz neun in der Mitteldistanz – mit einem Achillessehnenriss in der Staffel abrupt. Mittlerweile hat sich der Profisportler (seit 2007) nach harter Aufbauarbeit wieder sehr gut erholt. Die ersten Ziele für 2013 sind längst fixiert. Während einem Monat wird sich der mehrfache EM-und WM-Medaillengewinner im Januar in Neuseeland aufhalten und im Rahmen des Weltcups gleich drei Rennen absolvieren. Kilian Imhof ist zuversichtlich: «Dani will in Neuseeland zeigen, dass mit ihm in der Saison 2013 wieder zu rechnen ist. Allerdings ist sein Hauptziel die WM, wo ihm über die Mitteldistanz immer noch ein Sieg fehlt.»

Wie sieht die Planung 2013 für den 23jährigen Martin Hubmann aus? «Er wird in Neuseeland ebenfalls dabei sein. Im Sommer findet dann die WM in Finnland statt, da will er unbedingt hin.»

Familie zieht mit

Wie immer wird Kilian Imhof aus dem Hintergrund wirken. Der 44-Jährige darf auf seine Familie zählen, nebst seiner Frau Regine sind die vier Kinder oft mit Karte und Kompass unterwegs. Die älteren drei gehören dem regionalen Nachwuchskader Nordostschweiz an. Gut möglich, dass der Name Imhof bald vermehrt in der Öffentlichkeit steht. Der Vater hält sich wie immer diskret zurück: «Vielleicht bin ich ein Puzzlestein auf dem Weg zum Erfolg.»

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