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Der Liebe zum Eistanz total verfallen

EISTANZ. Für die Thurgauerin Leonie Krail platzte vor drei Jahren der Traum einer grossen Eistanz-Karriere. Heute trainiert sie nur noch für sich allein und gibt ihr Wissen als Trainerin beim Eislaufclub Beider Basel an den Nachwuchs weiter.
Jarima Haas
Lange ist es her, seit Leonie Krail und Oscar Peter das letzte Mal zusammen an einem Wettkampf über das Eis tanzten. (Archivbild: ky/Karl Mathis)

Lange ist es her, seit Leonie Krail und Oscar Peter das letzte Mal zusammen an einem Wettkampf über das Eis tanzten. (Archivbild: ky/Karl Mathis)

Seit Leonie Krail und Oscar Peter das letzte Mal zusammen an einem Wettkampf auf dem Eis gestanden sind, ist viel Zeit vergangen. «Damals, an den Schweizer Meisterschaften, lief einfach alles schief», erinnert sich Leonie Krail. Aus finanziellen Gründen und weil die Sponsorensuche ergebnislos war, beendeten die beiden schweren Herzens ihre Eistanz-Karriere. «Vorerst wollte ich nichts mehr mit dem Eistanzen zu tun haben und mal etwas ganz anderes machen. In erster Linie ging es für mich darum, erst einmal Geld zu verdienen», sagt Leonie Krail. Sie fand eine Stelle im «Brauhaus» in Altstätten und arbeitete dort als Serviceangestellte.

Vom Zufall gelenkt

Doch das Eislaufen liess sie nie ganz los. Für die Eröffnungszeremonie an den Europameisterschaften in Bern tanzte sie nochmals mit Oscar Peter über das Eis. «Alle, die jemals für die Schweiz an einer EM gestartet sind, waren für das Schaulaufen eingeladen», erzählt Leonie Krail. So sei sie wieder mit ihrem Schlittschuhschleifer in Kontakt gekommen. «Er ging in die Ferien und fragte mich, ob ich in dieser Zeit seine Trainingslektionen übernehmen könne», sagt die 26-Jährige. Der Zufall wollte es, dass sich Leonie Krails Trainerqualitäten bis nach Basel herumsprachen und der dortige Club eine neue Eislauftrainerin suchte. «Als ich die Anfrage erhielt, habe ich nicht lange überlegt und sofort zu gesagt», meint sie.

Gutes Standbein

Seit dem letzten Winter ist Leonie Krail nun Eistanz-Trainerin in Basel. Die Matzingerin hat alle Schüler ihrer Vorgängerin übernommen und startete daher mit einem guten Standbein in ihre neue Karriere. «Ich unterrichte Eistanz, gestalte die Choreographien für Einzelläufer, bin für die Laufschule der Einzelläufer verantwortlich und für den Stil. Bei letzterem handelt es sich um Kunstlauf ohne Sprünge. Es ist eine Disziplin aus dem Kunstlaufen, jedoch nicht so bekannt», erklärt Leonie Krail ihre jetzige Tätigkeit. Zudem ist sie zurzeit in der Ausbildung, um das Trainerdiplom zu erlangen. Diese besteht aus mehreren J&S-Kursen pro Jahr. «Aber das geht sicher noch drei oder vier Jahre, bis ich mit meiner Ausbildung fertig bin», sagt sie.

Die junge Wahlbaslerin ist voller Tatendrang und blüht in ihrer neuen Arbeit richtig auf. «Für mich war immer klar, dass ich nach meiner aktiven Zeit als Eistänzerin Trainerin werde. Und so bleibe ich mit dem Sport in Verbindung», erzählt Leonie Krail, die vor 21 Jahren ihre Leidenschaft für das Eis entdeckt hat. Sie trainiert neben den Wettkampf-Läufern auch jene, die den Sport nur als Hobby ausüben. Doch in drei bis vier Jahren möchte sie eigentlich nur noch Wettkampf-Athleten unterrichten. Zudem setze sie sich vor allem dafür ein, mehr Jungen für den Sport zu begeistern. Denn gerade für Mädchen, die gerne zum Eistanz wechseln würden, ist es schwer, einen geeigneten Partner zu finden. «Ich organisiere spezielle Workshops nur für Buben, um ihnen den Sport näher zu bringen und sie dafür zu begeistern», sagt Leonie Krail.

Einzig für das Gefühl

Die ehemalige Eistänzerin selbst trainiert nur noch für sich allein. «Das, was ich am meisten vermisse, ist das Training. Ein Ziel zu haben, das erreichen zu wollen und darauf hinzuarbeiten, fehlt mir schon sehr. Wenn ich jetzt trainiere, mache ich das einzig für mein Gefühl», meint die Trainerin. Ab und an trainiert sie noch zusammen mit Oscar Peter, der in der Lenzerheide als Trainer tätigt ist. Doch aufgrund der Distanz und aus Zeitmangel ist dies sehr selten.

Das einstige Liebespaar, das heute eng befreundet ist, telefoniert jeden Tag, gibt sich Ratschläge, wenn sie mit ihren Schützlingen nicht mehr weiter wissen. «Wir helfen uns gegenseitig. Wenn ich mit einem Läufer an einen Wettkampf gehe, übernimmt Oscar für mich meine Unterrichtsstunden. Ich mache das genauso für ihn», sagt Leonie Krail. Das funktioniere sehr gut, und manchmal profitiere der Nachwuchs von dem Wechsel. «Jeder erklärt die Dinge auf seine Art. Es ist durchaus möglich, dass beim einen oder anderen der Knopf aufgeht, wenn er zwar eigentlich das Gleiche, aber auf eine andere Art nochmals hört», erzählt Leonie Krail.

Zwar vermisse sie ihren Sport jeden Tag, aber sie trauere der Vergangenheit nicht mehr nach. «Ich liebe meine Arbeit und finde es schön, mein Wissen weiterzugeben und zu sehen, wie jemand besser wird», sagt Leonie Krail. «Und», ergänzt sie, «Eislauf-Trainerin zu sein, ist die beste Fortsetzung meiner Geschichte, die ich mir je hätte vorstellen können.»

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