Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Federers Fokus liegt auf Wimbledon

Nach knapp drei Monaten Pause kehrt Roger Federer in Stuttgart in den Spielbetrieb zurück. Er fühlt sich bereit für die kommenden Aufgaben. Zudem bestätigt er den ausgelaufenen Ausrüstervertrag mit Nike.
Jörg Allmeroth, Stuttgart
Kehrt in Stuttgart gut gelaunt und optimistisch in den Tenniszirkus zurück: Roger Federer (Bild: KEYSTONE/dpa/SEBASTIAN GOLLNOW)

Kehrt in Stuttgart gut gelaunt und optimistisch in den Tenniszirkus zurück: Roger Federer (Bild: KEYSTONE/dpa/SEBASTIAN GOLLNOW)

Als Rafael Nadal am Sonntagnachmittag zu seinem elften French-Open-Titel stürmte, ist Roger Federer (36) aus der Schweiz nach Stuttgart herüber gefahren. Er habe nicht viel mitbekommen vom Finale und von Nadals Triumph, sagt Federer, er sei schliesslich mit sich selbst beschäftigt gewesen – mit der Anreise, mit dem sofortigen Aufwärmprogramm auf der Turnieranlage und den ersten Trainingseinheiten. «Ich habe sowieso geahnt, was passieren würde», so Federer, «und Rafa hat das dann ja auch mit der Souveränität eines Champions gewonnen.»

Federer ist knappe drei Monate weggewesen vom Spielbetrieb, am Montagmittag sitzt er im Medienzentrum des Mercedes Cup und hält eine erste Pressekonferenz ab. Es geht kurz um Nadal, aber auch um Federers Abwesenheit während der Rutschübungen im Sand. Und die Frage, ob Federer nicht auch Nadal irgendwie aus dem Weg gegangen sei. Federer lächelt den dezenten Vorwurf weg, er spricht davon, sehr viele Jahre in Roland-Garros dabei gewesen zu sein, sich dem Duell mit Nadal wieder und wieder gestellt zu haben. Aber nun, im Hier und Jetzt seiner Karriere, zähle anderes: «Ich muss gesund und frisch bleiben, ich muss mir in meinem Alter die Kräfte einteilen. Ich bin nicht mehr 23», sagt Federer. «Mein Fokus ist Wimbledon, ganz klar.»

«Im Hause Federer ist immer viel los»

Wenn er die Wahl habe zwischen einem Sieg gegen Nadal in Paris, in welchem Turnierstadium auch immer, und einem Wimbledon-Titel, sei die Antwort klar: «Wimbledon. Denn das ist immer das Nonplusultra für mich gewesen.» Und vor diesem grössten Turnier der Saison braucht Federer inzwischen Ruhe und konzentrierten Trainingsbetrieb und auch das Familienleben als Ausgleich. «Es ist immer viel los im Hause Federer», sagt er, «mit vier Kindern hat man schon ordentlich zu tun.» Federer machte immer mal wieder Ferien in den letzten Monaten, und er streute regelmässig Trainingsblöcke ein, auch in Dubai, seinem regelmässigen Zweitquartier. In den letzten vier Wochen war der 36-Jährige in der Schweiz, trainierte dem Vernehmen nach auch auf einem Rasenplatz in Zürich. «Ich fühle mich frisch und bereit für das, was jetzt kommt», sagt Federer. Das heisst konkret: die Turniere in Stuttgart und Halle. Dann Wimbledon. Der Ort, an dem er sich seine grössten Tennisträume erfüllte und schon acht Mal gewann. Wen er dort als Rivalen um den Sieg betrachtet: «Nadal natürlich. Del Potro, Cilic, Alexander Zverev. Ich hoffe auch, dass Murray und Djokovic stark zurückkommen.» Bevor er ins Schwabenland reiste, hatten sich Gerüchte verbreitet, Federer könne schon sehr zeitnah einen Vertrag beim japanischen Bekleidungsgiganten Uniqlo unterschreiben – für die nächsten zehn Jahre, mit einer jährlichen Honorarsumme von 30 Millionen Dollar. Federer wirkt nicht besonders glücklich, als er auf die Meldungen angesprochen wird. Er bestätigt, dass sein Nike-Kontrakt ausgelaufen sei, nun gebe es «Verhandlungen mit anderen. Wenn es etwas zu verkünden gibt, seid ihr die Ersten, die es erfahren», ruft er den Journalisten zu.

Tritt er an Olympia 2020 in Tokio noch an?

Die mögliche Uniqlo-Partnerschaft hätte auch im engeren Sinne sportlichen Nachrichtenwert. Denn der sich abzeichnende Deal könnte darauf hinweisen, dass Federer auch noch bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio antreten wird – beim Heim-Spiel für Uniqlo sozusagen. Federer wäre dann die globale Galionsfigur für das Unternehmen, das auch den japanischen Tennisstar Kei Nishikori unter Vertrag hat. Federer kommt am Ende seines Auftritts auch noch einmal, aufs Grosse und Ganze zu sprechen. Beispielsweise, warum er mit 36 Jahren immer noch ungebrochen den täglichen Ehrgeiz im Training und im Ernstfall entwickeln kann: «Ich gehe jeden Tag mit Lust an die Dinge ran. Niemand muss mich zu etwas zwingen. Ich habe schlicht Freude daran, Titel zu gewinnen, sie zu verteidigen. Mich mit Jüngeren zu messen.» Es ginge allerdings, sagt er, «nicht ohne die Unterstützung meiner Frau und meiner Kinder. Aber sie reisen alle gerne, haben Spass daran.» Ob er schon eine Idee habe, wie die Karriere einmal enden solle? «Das Ende ist sicherlich näher als jemals zuvor», sagt Federer. «Ich weiss aber nicht, wann es vorbei ist. Aber auch das, was danach kommt, wird witzig, lustig und interessant sein. Ich habe keine Angst davor.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.