Der Kampf für eine volle Halle

Tennis. Das Schweizer Daviscup-Team um Stanislas Wawrinka bereitet sich in der Kreuzlinger Bodensee-Arena auf die Begegnung mit den Polen vor. Sorgen bereitet nur der Ticketverkauf.

Patricia Loher
Drucken
Teilen
Dort, wo normalerweise das Eisfeld ist, trainieren momentan die Schweizer Tennisspieler: Bodensee-Arena in Kreuzlingen. (Bild: EQ Images/Andy Müller)

Dort, wo normalerweise das Eisfeld ist, trainieren momentan die Schweizer Tennisspieler: Bodensee-Arena in Kreuzlingen. (Bild: EQ Images/Andy Müller)

Die Bodensee-Arena ist in ihrem Innern in ein warmes Licht getaucht. Nur noch wenig erinnert an das Eishockey-Stadion, wo der HC Thurgau in der NLB letztmals Ende Januar einen Auftritt hatte. Das Eisfeld ist einem Tennisplatz gewichen; einem Rebound-Ace-Boden, der auf Holz gestrichen wurde. Erstmals seit sieben Jahren wird am Wochenende in Kreuzlingen wieder eine Daviscup-Begegnung in der Deutschschweiz ausgetragen. Captain Severin Lüthi hat die besten zurzeit verfügbaren Spieler aufgeboten, um den ersten Schritt in Richtung Wiederaufstieg zu machen: Stanislas Wawrinka, Stéphane Bohli, Michael Lammer und Yves Allegro. Wawrinka ist als Weltranglisten-32. der mit Abstand am besten klassierte Spieler im Feld.

Entscheidende Faktoren

Zwei Nächte sei durchgearbeitet worden, um die Infrastrukturen bereitzustellen, sagt Daniel Monnin, der Event-Manager des Verbandes Swiss Tennis. Entgegen erster Planungen wird die Bodensee-Arena am Wochenende nicht 3100, sondern 2650 Zuschauern Platz bieten. Der Vorverkauf für die Begegnung in der Europa-/Afrikazone lief schleppend. Die eine oder andere bauliche Massnahme wurde nicht vorgenommen. 660 Plätze am Freitag und je 860 Plätze am Samstag und Sonntag sind zwei Tage vor dem Start noch zu haben, der Ticketcorner gab sein Kontingent zurück, weil er nichts absetzen konnte. Und: Belegte Plätze sind nicht gleich verkaufte Plätze, da gewisse Kontingente, beispielsweise an den Weltverband ITF, abgegeben werden mussten.

65 bis 75 Prozent der Tickets seien tatsächlich verkauft, sagen die Verantwortlichen. «Wir sind davon ausgegangen, mehr abzusetzen», sagt Monnin und fügt an: «Einerseits bin ich enttäuscht, andererseits habe ich auch ein gewisses Verständnis.» Swiss Tennis ist sich bewusst, wie entscheidend die Faktoren «Roger Federer und Weltgruppe» in der Öffentlichkeit sind. Können diese nicht ins Spiel gebracht werden, muss um jeden Zuschauer gekämpft werden. Und Gegner Polen wartet nicht mit grossen Namen auf, obwohl er über ein Weltklasse-Doppel verfügt.

Bescheidener Rücklauf

Monnin sagt, der Verband habe bezüglich Werbung das gemacht, «was mit unserem schmalen Budget möglich war». Hinzu kamen Aktionen, doch der Rücklauf blieb bescheiden. Vergleichbare Situationen gibt es für den Verband kaum. Seit 14 Jahren hätten sie stets das «Flair der Weltgruppe» gehabt, sagt Monnin. Obwohl der Event-Manager davon ausgeht, dass an den Tageskassen weitere Tickets abgesetzt werden können, rechnet er mit einem Defizit zwischen 100 000 und 200 000 Franken. Um das Budget von einer halben Million Franken ausgeglichen gestalten zu können, müsste die Halle dreimal ausverkauft sein. Auch wenn die Bodensee-Arena nicht bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird, geht man aufgrund der Voraussetzungen der Halle davon aus, dass die Stimmung gut sein wird.

Ab 2009 wieder um den Sieg?

Das Schweizer Team ist auf Unterstützung angewiesen. Nach der Niederlage in Prag gegen Tschechien, die nach 13 Jahren den Abstieg aus der Weltgruppe zur Folge hatte, kämpft die Mannschaft um den Wiederaufstieg. Bei Swiss Tennis ist man überzeugt, die Polen auch ohne Federer bezwingen zu können. Vor einiger Zeit liessen die Schweizer verlauten, dass sie ab 2009 wieder um den Sieg im Daviscup mitspielen möchten. «Aber wir brauchen die Zuschauer schon jetzt und nicht erst, wenn wir einmal im Halbfinal stehen sollten», sagte Allegro schon im Herbst.

Aktuelle Nachrichten