«Der Holländer ist ein Gewinn für das Team»»

In St. Moritz wurde der 27jährige Fabio Badraun zum zweitenmal in Folge Schweizer Viererbob-Meister. Der Thurgauer aus Schlattingen gehört seit dieser Saison zum Weltcup-Team des Steuermanns Rico Peter.

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In St. Moritz wurde der 27jährige Fabio Badraun zum zweitenmal in Folge Schweizer Viererbob-Meister. Der Thurgauer aus Schlattingen gehört seit dieser Saison zum Weltcup-Team des Steuermanns Rico Peter.

Nicht nur Sie, auch der Holländer Bror van der Zijde ist neu in der Mannschaft. Wie kam es dazu?

Wir wussten, dass wir mehr starke Athleten brauchen. Der Schweizer Markt ist ausgetrocknet. Van der Zijde ist in allen Rennen ausser jenen an den Olympischen Spielen für unser Team startberechtigt.

Ein Ausländer aus einem Land ohne Berge in einem Schweizer Wintersport-Team. Kann das gut gehen?

Sehr gut sogar. Van der Zijde ist ein sehr angenehmer Typ. Wir kannten ihn schon aus der vergangenen Saison. Wir sind froh, dass wir ihn in der Mannschaft haben. Und wir sind stolz, wenn es ihm gut läuft. Er ist ein Gewinn für unser Team. Es gibt keinen falschen Patriotismus in unserer Mannschaft.

Wie geht es nach der Schweizer Meisterschaft weiter?

Am kommenden Wochenende bestreiten wir den Weltcup in Altenberg. Zwei Wochen später folgen die Heimrennen in St. Moritz. Dort wollen wir aufs Podest. Für Schweizer sind die Wettkämpfe speziell. Man kann vor vielen Bekannten fahren.

Sie konnten die Saisonvorbereitung wegen einer rheumatologischen Krankheit am Fuss erst spät in Angriff nehmen. Wie geht es Ihnen heute?

Ich bin zufrieden, dass ich nach der schweren Verletzung schon wieder so weit bin. Man muss realistisch sein. Ich konnte nach einer dreimonatigen Zwangspause erst ab August wieder richtig trainieren. Das ist schon sehr spät. Ich habe nun die Wettkämpfe im Dezember in Übersee verpasst. Aber es waren nur zwei. In den Trainings fuhr ich aber in Lake Placid und Calgary. An den Renntagen bin ich einigermassen schmerzfrei, an den übrigen Tagen steht viel Physiotherapie auf dem Programm.

Wie stufen Sie Ihre Chancen ein, an der WM Anfang März in Deutschland zu starten?

Ich trainiere hart, gehe aber nicht aufs Letzte. Ich war jetzt dreimal nacheinander im Vorfeld der Saison verletzt. Das darf sich nicht wiederholen. Deshalb muss ich nun Überbelastungen unbedingt vermeiden. Denn ich habe noch weitere Ziele in meiner Karriere.

Sie sprechen die Olympischen Spiele 2018 in Südkorea an?

Das ist ein interessantes Projekt. Es lohnt sich, dieses seriös zu verfolgen. Mit einer professionellen Vorbereitung haben wir 2018 sicher Chancen. Unsere Mannschaft ist bereit für die Herausforderung. (dg)