Spitzenspiel und Heimrecht für St.Otmars NLA-Handballer

Die St.Galler Handballer treffen am Sonntag daheim in der Kreuzbleiche auf Kriens-Luzern. Mit einem Sieg kann sich St. Otmar weiter in der Spitzengruppe der NLA festsetzen.

Daniel Good
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Andrija Pendic, St. Otmars Regisseur und Topskorer in Personalunion. (Bild: Michel Canonica)

Andrija Pendic, St. Otmars Regisseur und Topskorer in Personalunion. (Bild: Michel Canonica)

Olympiasieger sind seltene Gäste in der Kreuzbleiche, der grössten Sporthalle in St.Gallen. Am Sonntag ist es wieder einmal so weit: Um 17 Uhr spielt St.Otmar zu Hause gegen Kriens-Luzern, die Mannschaft von Trainer Goran Perkovac.

Als Aktiver holte der Kroate 1996 in Atlanta den Olympiasieg. Perkovac war im Rückraum einer der Schlüsselspieler der erfolgreichen Mannschaft. Seit der vergangenen Saison trainiert der heute 57-Jährige Kriens-Luzern.

Mit dem Olympiasieger in der Abstiegsrunde

Das erste Jahr unter dem sehr ambitionierten Perkovac geriet zur Enttäuschung. Die Innerschweizer NLA-Mannschaft wurde in die Abstiegsrunde verbannt. Nun aber gehört der Club – wie St.Otmar – zur Spitzengruppe.

Bloss einen Zähler weniger als Leader Pfadi Winterthur haben die St.Galler und ­Luzerner in den ersten acht unden dieser Saison verbucht. «Kriens-Luzern hat gut eingekauft», sagt Andrija Pendic, der Regisseurs St.Otmars. «Insbesondere in der Defensive sind die Luzerner ganz stark. Dynamisch und gut organisiert.»

Ein Glücksgriff und keine Teilnahme an der EM

Der Thurgauer Pendic ist nicht nur der Taktgeber in der Offensive St.Otmars, sondern mit 47 Treffern auch der erfolgreichste Torschütze des Drittplatzierten. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler stiess 2018 vom Serienmeister Kadetten Schaffhausen zum St.Galler Club. Mit Schaffhausen bestritt der Arboner sechs Saisons in der Champions League.

Ein anderer ehemaliger Schaffhauser Meisterspieler verstärkt St.Otmar seit diesem Sommer. Mit Rares Jurca gelang den St.Gallern ein Glücksgriff. «Ich profitiere sehr von ihm. Mit Jurca ist sehr viel Qualität in unser Team gekommen», sagt Pendic. «Er ist auf und neben dem Feld eine Persönlichkeit und lebt für den Handballsport. Schon als Junior hatte ich in Schaffhausen die Möglichkeit, von ihm zu lernen.»

Profi in Schaffhausen, Nationalspieler für die Schweiz

Nach dem Studium zum ­Lebensmitteltechnologen in Wädenswil war Pendic in Schaffhausen Profi. Seit er für St.Otmar spielt, arbeitet er zu 50 Prozent für ein Unternehmen in der Nähe der Kreuzbleiche. Pendic wohnt mit der Familie in Kesswil, nach der Geburt des ersten Kindes gab er nach 34 Länderspielen den Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Deshalb ist auch die EM im Januar 2020 kein Thema für den 1,90 Meter grossen Regisseur der St.Galler.

Mit den starken Schaffhausern war Pendic oft zu Gast in der Kreuzbleiche. «Das St.Galler Publikum ist ein starker Rückhalt», sagt er, «wenn der Funke springt, wird es für die Gastmannschaft sehr schwierig. Das habe ich oft erfahren.» In dieser Saison hat St.Otmar alle Heimspiele für sich entschieden.

Ein Heimsieg öffnet mittelfristig viele Türen

Wenn die Ostschweizer diese ­Serie fortsetzen, eröffnen sich ­ihnen ansehnliche Perspektiven. Nach der Partie gegen Kriens-Luzern folgen die Spiele gegen die Aussenseiter RTV Basel und GC Amicitia Zürich.

Dann stehen zu Hause die Begegnungen mit Pfadi Winterthur und Kadetten Schaffhausen an. «Ein Sieg gegen Kriens-Luzern wäre optimal. Er würde uns Luft und Sicherheit für die Partien gegen die grossen Schweizer Clubmannschaften verschaffen», so Pendic.

Der siebte Sieg in Folge ist möglich

Nicht der Olympiasieger soll am Sonntag die Attraktion in der Kreuzbleiche sein. Sondern das Heimteam, das seinen siebten Sieg in Folge verbuchen kann.