Der Golfplatz ist Girrbachs Welt

Mit dem Trainingslager in Spanien fällt für Joel Girrbach der Startschuss für die neue Golf-Saison. Als Höhepunkt wird der 17jährige Tägerwiler an seiner zweiten EM teilnehmen.

Nicole D'orazio
Drucken
Joel Girrbach beim Training in Lipperswil. (Bild: Mario Gaccioli)

Joel Girrbach beim Training in Lipperswil. (Bild: Mario Gaccioli)

golf. Über die Wintermonate hat Joel Girrbach etwas Abstand vom Golfen genommen. Denn 2010 war für den Tägerwiler ein anstrengendes, aber auch erfolgreiches Jahr. Der 17-Jährige wurde vor Jahresfrist ins U18-Nationalteam aufgenommen, mit dem er im Sommer an der EM in der Türkei teilnahm. An den Schweizer Meisterschaften gewann er in der U18-Altersklasse die Silbermedaille, an den offenen Thurgauer Meisterschaften holte er sich den Titel – um nur einige Erfolge aufzuzählen.

«Über den Winter habe ich mich auf meine KV-Lehre, die Schule und andere Sachen konzentriert und mich mit Fitness fit gehalten», erzählt Girrbach. Doch nun steht wieder das Golfen im Fokus. Mit fünf Kollegen des U18-Nationalteams und drei Amateuren fliegt der Thurgauer (Handicap +1) heute Samstag ins spanische Jerez ins Trainingslager. «Wir haben mit Timo Karvinen einen neuen Nationaltrainer erhalten und lernen ihn nun kennen. Die Saisonvorbereitungen gehen in Spanien so richtig los.»

An EM besser abschneiden

Für das Nationalteam ist Girrbach gesetzt. «Die Team-EM in Prag vom 2. bis 9. Juli wird den Höhepunkt der Saison bilden.» Diesmal wollen er und seine Teamkollegen besser abschneiden. «Der 16. Platz im letzten Jahr war eine Enttäuschung.»

Zur EM hinzu kommen für Girrbach viele Turniere, auch internationale, die ihn nach Deutschland, Frankreich oder England führen werden. «So straff war mein Turnierkalender noch nie», sagt der Tägerwiler. Von April bis Oktober werde er an den Wochenenden und teils werktags ständig unterwegs sein.

«Im Sommer liegt vielleicht eine Woche Ferien drin.»

Abkommen mit Arbeitgeber

Mit seinem Arbeitgeber, der Mobiliar in Kreuzlingen, hat Girrbach wegen der sportbedingten Abwesenheiten keine Probleme. «Ich arbeite nur zu 50 Prozent, das ist für mich natürlich super.» Der 17-Jährige befindet sich im zweiten kaufmännischen Lehrjahr, und kann seine Ausbildung normal in drei Jahren absolvieren.

Wenn er den Abschluss in der Tasche hat, möchte der Thurgauer ein Jahr in England leben und voll auf die Karte Sport setzen. «Golf hat dort einen ganz anderen Stellenwert. Und natürlich möchte ich mich auch in der Sprache verbessern.» Denn das grosse Ziel des Thurgauers ist, einmal vom Golfen leben zu können. «Dafür müssen weitere Erfolge her.»