Der Genfer Solo-Segler Alan Roura kreuzt den Äquator und fürchtet einen Antizyklon

Der Segler Alan Roura (27) liegt bei der Solo-Regatta Vendée Globe nur im hinteren Mittelfeld und kämpft mit fehlendem Wind.

Simon Häring
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Der Segler Alan Roura hat mit einer Flaute zu kämpfen.

Der Segler Alan Roura hat mit einer Flaute zu kämpfen.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Mit seinen 27 Jahren ist der Genfer Segler der jüngste Skipper im Feld der Vendée Globe, doch er will die härteste Solo-Regatta, die ihn einmal um den Globus führt, unter den ersten zehn von 33 Teilnehmenden beenden. Zwei Wochen nach Rennstart liegt Alan Roura auf Rang 18, rund 1850 Kilometer hinter dem Führenden, dem Franzosen Charlie Dalin. Zuletzt hatte Roura kein Windglück. «Passiert das nur mir?», fragte er sich. «So viel Arbeit über vier Jahre mit meinem Team, und ich segle in die einzige beschissene Zone, und der ganze Plan fällt ins Wasser», haderte Roura.

Anfang Woche besserte sich der Wind und Roura fand er sein Lächeln wieder. Doch es droht bereits neues Ungemach. Vor der Insel St. Helena im Südpazifik wartet ein Hochdruckgebiet (Antizyklon) und damit erneut Flaute. Das Problem: Umsegelt er diese Zone zu grossräumig, droht er in ein Tiefdruckgebiet zu geraten. Roura wird deshalb versuchen, durch den engen Windkorridor zwischen Niederdruckachse und Hochdruckbereich zu segeln, entlang der dépressionnaire, wie es im Fachjargon heisst. Wettermodelle werden ihm dabei keine grosse Hilfe sein, denn sie sind bei solchen Bedingungen ungenau. Roura muss sich auf sein Gefühl verlassen.

Ganz andere Probleme hat Mitfavorit Alex Thomson, der bei der letzten Austragung auf dem zweiten Rang landete. Nun treibt der Brite östlich von Rio de Janeiro im Süd­atlantik. Er entdeckte am Wochenende strukturelle Schäden am Bug und musste sein Boot aus dem Wind nehmen, um die Reparatur gewissenhaft und gründlich vornehmen zu können. Fremde Hilfe ist ihm dabei untersagt. Am Montag belegte Thomson noch den 5. Zwischenrang, der Rückstand auf den Führenden, Charlie Dalin, ist auf über 500 Kilometer angewachsen. Die durchschnittliche Ausfallquote der ersten acht Auflagen des Rennens betrug 46,7 Prozent.

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