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Der Gegner als Restrisiko

Die Schweizer Equipe hat sich besser vorbereitet als alle anderen und will nun den Lohn dafür. Einer der Medaillenanwärter ist der Appenzeller Marc Bischofberger.
Martin Probst, Pyeongchang
Marc Bischofberger im Kampf mit dem Kanadier Kevin Drury (rechts). (Bild: Jeff McIntosh/AP)

Marc Bischofberger im Kampf mit dem Kanadier Kevin Drury (rechts). (Bild: Jeff McIntosh/AP)

Martin Probst, Pyeongchang

Am Anfang stehen ein 3D-Modell und eine verrückte Idee. Im Sommer 2017 sagt der Schweizer Skicrosschef Ralph Pfäffli zu seinem Trainerkollegen Enrico Vetsch: «Warum bauen wir die Olympiapiste von Südkorea nicht eins zu eins in der Schweiz nach?» Was verrückt klingt, wird Tatsache. Vetsch erzählt: «Wir haben einen Pistenfahrzeug- und einen Baggerhersteller mit der Idee konfrontiert. Beide waren begeistert und stellten uns ein Arbeitsgerät gratis zu Verfügung.»

Es ist Herbst. Nach dem Training mit dem Team am Morgen bauen Pfäffli und Vetsch den Kurs. Mehrere Wochen lang bewegt der Chef den Pistenbully und der Assistent den Bagger. Mit dem Resultat, dass eine Eins-zu-Eins-Kopie der Olympiastrecke in Saas-Fee entsteht.

Schon die Basis zu Schmids Olympiasieg

«Unglaublich, was sie geleistet haben», sagt Mike Schmid. Der Skicross-Olympiasieger von 2010 ist ebenfalls Trainer im Team. «Doch geschuftet an der Piste haben die andern.» Schon bei Schmids Gold vor acht Jahren bildete ein Nachbau die Basis dafür. Die berüchtigten Steilwandkurven der Piste in Vancouver wurden von Swiss Ski in Zusammenarbeit mit dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung exakt nachgebaut. Mit dem Resultat, dass Schmid sie besser beherrschte als alle Konkurrenten.

Morgen im Skicrosswettkampf der Männer sollen nun wiederum die Vorbereitungsarbeiten für den Unterschied sorgen. Dieses Mal wurde ein besonderes Augenmerk auf den Start gelegt. Denn es geht fast senkrecht los, und das haben die Schweizer in Saas-Fee simuliert. Marc Bischofberger, der Leader im Gesamtweltcup, sagt: «Ich bin überzeugt, dass wir von der Vorbereitung profitieren können.»

Zwar entspricht die Originalstrecke nun nicht ganz exakt dem ersten Modell, das Pfäffli und Vetsch nachbauten, trotzdem ist man im Schweizer Team überzeugt, dass diese die Baumeister für den Erfolg sind. Pfäffli sagt: «Wir sind von Anfang an davon ausgegangen, dass es Abweichungen geben wird. Doch das schmälert unseren Vorteil nicht.»

Überhaupt hat sich die Schweizer Skicross-Equipe akribisch auf den Wettkampf vorbereitet. Nach einigen Trainingstagen in Südkorea und der Teilnahme an der Eröffnungsfeier ist das ganze Team nach Japan geflogen, um Abstand zu gewinnen. «Wir haben im konditionellen Bereich gearbeitet, aber vor allem unsere Köpfe am Strand beim Kitesurfen und Schnorcheln freibekommen», sagt Bischofberger.

Die Fairness ist oberstes Gebot für Bischofberger

Das Schweizer Team hat alles dafür getan, um auf die Enttäuschung von Sotschi zu reagieren. An den Winterspielen 2014 war der beste Schweizer auf Rang ­sieben klassiert. Vetsch warnt: «Anders als Dario Cologna in Topform, der sich im Einzel nur selbst besiegen kann, haben unsere Athleten in jedem Lauf drei Gegner, die unberechnbar sind.» Das ist die grösste Sorge. «Die Rennen wurden aggressiver und vereinzelt haben junge Athleten die Grenzen des Erlaubten überschritten», so Pfäffli.

Der Oberegger Mitfavorit Bischofberger pflichtet ihm bei: «Ich mag Körperkontakt, das gehört zu unserem Sport dazu. Aber alles muss sich innerhalb der Regeln abspielen.» Das Rennen findet am frühen Mittwochmorgen Schweizer Zeit statt.

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