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St.Galler Verwaltungsrat bei YB vor dem Spitzenkampf in Bern: «Beim FCSG muss sehr viel sehr gut gemacht worden sein»

Der Rheintaler Georges Lüchinger beschäftigt sich seit drei Jahren mit strategischen Belangen bei den Young Boys. Am Sonntag findet das Spitzenspiel der Fussball-Super-League zwischen den Bernern und dem FC St. Gallen statt. Lüchinger freut sich auf eine attraktive Partie.
Daniel Good
Georges Lüchinger oberhalb des Fussballplatzes seines Stammvereins Montlingen. Bild: Urs Bucher

Georges Lüchinger oberhalb des Fussballplatzes seines Stammvereins Montlingen. Bild: Urs Bucher

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen im Schweizer Spitzenfussball einer wie Edi Nägeli die Geschicke eines Meisterclubs praktisch im Alleingang führte. Unter Nägeli war der FC Zürich von 1957 bis 1979 sechsmal Schweizer Meister und fünfmal Cupsieger.

«Stumpen-Edi» , wie er überall genannt wurde, starb im Amt. Womöglich hatte sich Nägeli zu viel zugemutet.

Zweimal Meister nach einer langen Durststrecke

Heutzutage sind Clubs der Super League wesentlich breiter aufgestellt. Dem Verwaltungsrat des aktuellen Landesmeisters Young Boys, am Sonntag im Spitzenspiel in Bern Gegner des FC St.Gallen, gehören sieben Männer an.

Einer von ihnen ist seit Herbst 2016 der aus Montlingen stammende Georges Lüchinger. Seit Lüchinger im Amt ist, ging der Meistertitel zweimal nach Bern – nach einer Durststrecke von 32 Jahren.

Das Gegenteil von Matthias Hüppi

Der 53-jährige Lüchinger bleibt bescheiden: «Wir vom Verwaltungsrat haben so viel oder so wenig Einfluss auf die Resultate wie alle anderen Personen, die sich um die Geschicke des Clubs kümmern.» Die YB-Betriebs-AG und die Stade de Suisse AG in Bern beschäftigen etwa 150 Mitarbeiter. Der Verwaltungsratspräsident heisst Hanspeter Kienberger und ist das Gegenteil von Matthias Hüppi, seinem Pendant beim St.Galler Fussballclub.

Kienberger ist in der breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Lüchinger sagt über den höchsten Mann im ­erfolgreichen YB-Konstrukt: «Er ist ein sehr angenehmer, ­interessierter, zuverlässiger und umsichtiger Präsident. Er hat die Tugenden der Young Boys – Demut, Bescheidenheit, Fleiss – in seiner DNA.»

Häufig unterwegs für den Fussball

Lüchinger versteht viel vom Fussball. Er war schon Trainerassistent in der 1. österreichischen Bundesliga. Auch diesen Herbst ist er wieder regelmässig als Spielbeobachter für die Uefa, den europäischen Fussballverband, unterwegs. Vor einem Monat verfolgte er in Rotterdam die Begegnung in der EM-Qualifikation zwischen den Nieder­landen und Nordirland.

Am Sonntag in einer Woche ist er in Tirana an der Partie zwischen Albanien und Weltmeister Frankreich. Demnächst kommt Lüchinger auch nach Baku, wo sein Sohn mit der Liechtensteiner U21-Auswahl gegen Aserbaidschan spielt.

Der selbst auferlegte Maulkorb der Chefetage

Lüchinger wäre also durchaus berufen, zu sportspezifischen Fragen rund um die Berner Meistermannschaft Stellung zu nehmen. Wie er etwa die Entwicklung der ehemaligen St.Galler Spieler Vincent Sierro und Gianluca Gaudino einschätze. Aber solche Fragen beantworten die Verwaltungsräte nicht. «Das ist Sache der sportlichen Führung», sagt der in Ruggell wohnende Lüchinger.

Ein Herz für den FC St. Gallen

Dafür hat er ein grosses Herz für den FC St.Gallen. Er ist seit jeher sehr interessiert am Abschneiden und sass schon oft auf der St.Galler Tribüne. «Ich bin wenn immer möglich bei den Spielen gegen die Young Boys – daheim und auswärts – im Stadion.»

Zum Aufschwung der Ostschweizer sagt er: «Erfolg ist immer eine Konsequenz von geleisteter Arbeit. So gesehen muss in St.Gallen sehr viel sehr gut gemacht worden sein.»

Vor einem attraktiven Spitzenspiel am Sonntag

Fürchten sich die Young Boys vor dem neuen Konkurrenten aus dem Osten? «Wie sagt man: Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Meisterschaft dauert noch lange. Heute zeigt sich, dass mit YB, Basel und St.Gallen drei Mannschaften vorne mitmischen. Das erhöht die Spannung und macht die Liga noch interessanter», so Lüchinger.

Man könne davon ausgehen, dass am Sonntag ein attraktives Spiel vor grosser Kulisse zu sehen sei. Über 26'000 Tickets wurden schon verkauft. «Denn es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die spielen wollen. Und ich hätte nichts dagegen, wenn die Punkte in Bern blieben.»

Weltrekord auf Schalke

Im Eishockey ist Georges Lüchinger weltweit einer der renommiertesten Stadionsprecher. Der Verwaltungsrat des Schweizer Fussballmeisters Young Boys war sogar bei einem Weltrekord dabei: An der WM 2010 verfolgten 77 803 Zuschauer in der Fussballarena «auf Schalke» in Gelsenkirchen das Eröffnungsspiel. Speaker war Lüchinger. Am Spengler-Cup ist er seit Jahren dabei, 2018 zum 20. Mal. An der Tour de Suisse ist seine Stimme seit 1991 zu hören. Seine Frau Claudine hat er aber auf dem Fussballplatz kennen gelernt. (dg)

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