Für die Frauen des Handballrekordmeisters Brühl beginnt die Saison am Sonntag in Winterthur mit dem Supercup

Vieles ist neu beim LC Brühl, dem 31-fachen Meister, der am Sonntag auf Nottwil trifft. Auch auf der Trainerbank gab es eine Veränderung im erfolgreichsten Frauenteam des Landes. Als Nachfolger von Rolf Erdin wurde Nicolaj Andersson installiert.

Daniel Good
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Eine Szene vom Supercup 2019 mit der abtretenden Brühlerin Kerstin Kündig in der Mitte gegen Nottwil

Eine Szene vom Supercup 2019 mit der abtretenden Brühlerin Kerstin Kündig in der Mitte gegen Nottwil

Bild: Urs Bucher

Der Däne ist 32-jährig und kommt vom deutschen Verein Waibling aus der 2. Bundesliga. Er spricht sehr gut Deutsch.

Nicolaj Andersson

Nicolaj Andersson

Bild: PD

Andersson war ein talentierter Handballspieler und schaffte es im Land des Olympiasiegers Dänemark in die Junioren-Nationalmannschaft. Wegen einer schweren Schulterverletzung musste er die Karriere als Aktiver aber früh abbrechen.

Andersson ist ausgebildeter Physiotherapeut und wurde dem LC Brühl vom Schweizer Nationaltrainer Martin Albertsen, ebenfalls einem Dänen, empfohlen. Andersson ist im Besitz vieler Trainerdiplome und will später Profi werden.

Der Bruder spielte vier Jahre für den FC Barcelona

Anderssons Bruder Lasse stand in den vergangenen vier Saisons beim FC Barcelona, dem erfolgreichsten Klub in der Champions League, unter Vertrag. Mit den Spaniern wurde er viermal Landesmeister. Im Sommer wechselte der 26-Jährige Rückraumspieler zum deutschen Spitzenverein Berlin.

«Der neue Trainer bringt frischen Wind», sagt Brühls Präsident Alex Zehntner. Andersson stehe vor einer «Riesenaufgabe», so Zehntner weiter, «denn wir mussten das halbe Team auswechseln.»

Kerstin Kündig am Stadtwerk-Cup gegen Rocasa Gran Canaria.

Kerstin Kündig am Stadtwerk-Cup gegen Rocasa Gran Canaria.

Bild: Urs Bucher

Insbesondere der Abgang von Kerstin Kündig, der besten Schweizer Spielerin, wiegt schwer. Als Ersatz für Kündig, die in die Bundesliga zum HC Thüringen wechselt, verpflichtete Brühl Kinga Gutkowska. Die Polin spielte zuletzt für Rocasa Gran Canaria, dem spanischen Meister der Saison 2018/19. Mit Gran Canaria beteiligte sich Gutowska im vergangenen Jahr am St.Galler Stadtwerk-Cup.

Das NLA-Team kostet den LC Brühl 360'000 Franken, das Budget des Gesamtvereins beträgt 720'000 Franken. Wegen des Umbruchs muss die NLA-Equipe «nicht zwingend ganz vorne dabei sein», wie Präsident Zehntner sagt.

«Wir sind eher die Jäger statt die Gejagten. Aber natürlich bleibt es das Ziel, Titel zu gewinnen.»

Die erste Chance bietet sich Brühl am Sonntag ab 14.30 Uhr, wenn die St.Gallerinnen im Supercup in Winterthur auf Nottwil treffen. Als im März die Meisterschaft abgebrochen werden musste, hatte Brühl einen deutlichen Vorsprung.

Der neue Trainer erwartet ein ‹dreckiges› Spiel

Brühls Trainer Andersson erwartet ein «‹dreckiges› Spiel mit vielen Fehlern», auch weil viele Testpartien abgesagt werden mussten. Im Supercup der Männer stehen sich die Kadetten aus Schaffhausen und Suhr Aarau gegenüber. Es sind maximal 1000 Zuschauer zu gelassen. Zudem herrscht Maskenpflicht und Sektorentrennung.

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