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Der FC St.Gallen im Wallis: Espen beweisen Moral und holen sich einen Punkt

Der FC St.Gallen holt im Tourbillon in einer intensiven Begegnung gegen Sion zweimal einen Rückstand auf. Das 2:2 ist gerecht, doch die Ostschweizer können wohl besser mit dem Punkt leben.
Christian Brägger, Sitten
Axel Bakayoko (rechts) wird immer gefährlicher: Gegen Sion trifft er im dritten Spiel in Folge. (Bild: Pascal Muller/Freshfocus)

Axel Bakayoko (rechts) wird immer gefährlicher: Gegen Sion trifft er im dritten Spiel in Folge. (Bild: Pascal Muller/Freshfocus)

Es ist ein spezielles Wiedersehen mit alten Bekannten zwischen dem FC Sion und dem FC St. Gallen. Auf beiden Seiten sind sie verstreut, der Assistenztrainer oder die Profis mit Vergangenheit beim Gegner. Man kennt sich, und vielleicht schätzt man sich auch, doch freundschaftlich geht es in den 90 Minuten nicht zu und her, dafür abwechslungsreich und nicht ganz fehlerfrei. Am Ende, nach diesem 2:2, sagt Peter Zeidler:

«Ich bin nicht unzufrieden.»

Die Punkteteilung entlässt die Gäste aus der Ostschweiz mit einem guten Gefühl in die Nacht, in der sie noch nach Hause fahren: Weil sie weiterhin Fünfte sind und den Zweipunktevorsprung auf den Gegner wahren. Vor allem, weil sie Moral beweisen und zweimal zurückfinden in die Partie, in der sie nach Axel Bakayokos Ausgleichstreffer in der 64. Minute sogar für ein paar Zeigerumdrehungen am Sieg schnuppern, den Gegner dominieren. Ehe sich die Sittener nochmals aufbäumen.

Jérémy Guillemenot: Note 3.5. Bemüht, aber glücklos. Ihm fehlt das Selbstvertrauen, gut sichtbar, als er 15 Minuten vor Ende allein aufs Tor ziehen könnte.
Yannis Tafer: Note 3. Sehr unauffällig, wie so oft. Rechtfertigt seine Nomination nicht.
Vincent Sierro: Note 4.5. Stark verwandelter Foulpenalty zum 1:1. Dreh- und Angelpunkt der St. Galler, Torgefahr inklusive.
Andreas Wittwer: Note 4.5. Gefährlicher Weitschuss in der 25. Minute. Lässt auf seiner linken Seite wenig bis nichts zu.
Miro Muheim: Die ersten elf Saisonminuten Muheims reichen nicht für eine Note.
Dejan Stojanovic: Note 4. Wegen Nuhu sieht der St. Galler Goalie beim 0:1 (24.) nicht gut aus. Hat Mühe bei Rückpässen. Rettet dafür mehrmals gegen Kasami.
Musah Nuhu: Note 3. Beginnt eigentlich gut. Sieht aber früh Gelb und ist beim Corner zum 0:1 wohl mit dem Kopf noch dran – danach muss er für Kutesa raus.
Silvan Hefti: Note 4.5. In der Defensive ist er ganz klar der Chef. Könnte mit etwas Zweikampfglück im Mittelfeld die Entstehung des 2:2 verhindern.
Dereck Kutesa: Note 5. Kommt in der 33. Minute für Nuhu, holt kurz darauf den Penalty heraus, den Sierro verwandelt. Schöne Flanke zum 2:2.
Nicolas Lüchinger: Note 4.5. Ein solider Auftritt. Hat seine rechte Abwehrseite im Griff.
Axel Bakayoko: Note 5. Hat sehr viele gute Offensivaktionen, eine führt zum 2:2. Scheint den Tritt immer besser zu finden.
Jordi Quintillà: Note 4.5. Der ruhende Pol im St. Galler Spiel. Könnte in der Offensive vielleicht noch mehr wagen.
Leonidas Stergiou: Note 3.5. Der bald 17-Jährige hat einige Wackler. Macht beim 1:2 keine gute Figur gegen Lenjani, der danach auf Kasami passt.
Victor Ruiz: Kommt in den Schlussminuten.
14 Bilder

Bakayoko und Kutesa solide, Tafer der Schlechteste: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Sion

Wie das so ist, wenn alte Bekannte aufeinandertreffen, werden auch grosszügig Geschenke verteilt. Eines kommt von Musah Nuhu, der in der 24. Minute im Fünfmeterraum hochspringt, um den scharf getretenen Eckball Pajtim Kasamis, des besten Akteurs an diesem Abend, wegzuköpfeln. Aber Nuhu springt nicht genug hoch, berührt wohl den Ball leicht und lässt Dejan Stojanovic, dessen Hände ins Leere greifen, nicht gut aussehen.

Ein Missgeschick führt zum 0:1

Das Missgeschick passiert genau in der Phase, in der die St. Galler nach gefälligem Beginn abbauen und der FC Sion besser wird, seine Führung sich abzeichnet. Kasami vergibt Minuten später alleine vor Stojanovic eine Grosschance, ja ebenfalls die als nicht besonders heimstark geltenden Sittener verteilen Geschenke, allen voran Ayoub Abdellaoui: Der Mittelfeldspieler holt in der 38. Minute den nach dem 0:1 für Nuhu eingewechselten Dereck Kutesa völlig naiv im Sechzehnmeterraum von den Beinen, und später sagt Murat Yakin, der Trainer der Walliser:

«Man könnte hier schon cleverer verteidigen.»

Vincent Sierro verwandelt den Elfmeter sicher, und mit dem Ausgleich verbessern sich die Ostschweizer wieder. Sierro scheitert vor der Pause mit einem Weitschuss, Bakayoko taucht ebenfalls gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Aber auch die Sittener, die vielleicht schon ein wenig den Cuphit gegen Basel vom Mittwoch im Kopf haben, bleiben mit Ermir Lenjani und Kasami stets gefährlich. Das Duo ist es auch, das die St. Galler Hintermannschaft schlecht aussehen lässt und die neuerliche Führung durch Kasami früh in der zweiten Halbzeit verantwortet.

7000 Zuschauer im Tourbillon

Das 2:1 lässt die Mehrheit der 7000 Zuschauer im Tourbillon jubeln. Man sagt, das kritische Walliser Publikum schätze Yakins defensiven Konterfussball nicht, deshalb würde sich in dieser Trutzburg derzeit nicht mehr Publikum einfinden. Dabei spielen die Sittener für einmal gar nicht so defensiv. Zudem gelingt den St. Gallern, die auf die angeschlagenen Tranquillo Barnetta und Simone Rapp verzichten müssen und im Sturm mit Jérémy Guillemenot, Yannis Tafer und Bakayoko beginnen, ihr mittlerweile gefürchtetes Pressing selten nach Wunsch.

Dennoch gelingt Zeidlers Team die nächste Antwort auf den neuerlichen Rückstand, es ist ein schönes Tor, das Kutesa mit einer genauen Flanke auf Bakayoko vorbereitet; er hat in den vergangenen drei Partien stets getroffen. Es sind genau diese Reaktionen, die den St. Galler Trainer später von einem gerechten Ergebnis sprechen lassen. Hoffnungsvoll stimmt ihn, dass seine Spieler danach auch den Willen zum Sieg zeigen. Das hat man bei früheren Ausgaben des FC St. Gallen schon anders gesehen.

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